Erste Pleite unter Demichelis Drei Stück an der Weser: RB geht gegen Werder unter
RB Leipzig hat eine heftige Auswärtspleite in der Bundesliga kassiert. Bei Werder Bremen unterlagen die Leipziger weitgehend ideen- und chancenlos mit 1:3. Ein harter Aufprall nach dem gelungenen Saisonstart.

Bremen/Leipzig/sid/dpa/ukr – Zweites Spiel, erste Niederlage: RB Leipzig hat nach dem Höhenflug in der Vorwoche gegen Gladbach bei Werder Bremen eine harte Bruchlandung hingelegt. Die Bremer hingegen hatten auch dank Rückkehrer Niclas Füllkrug eine starke Antwort auf den ernüchternden Fehlstart in die Bundesliga. Füllkrug ließ die Werder-Fans im Weserstadion beim 3:1 (1:0) in der 68. Minute jubeln, zudem waren Eren Dinkci (4.) und Marco Grüll (80.) für Bremen erfolgreich. Für die Sachsen kam das Ehrentor von Ridle Baku (90.+5) vor dem Start in die Champions League nächste Woche viel zu spät.
Nach dem ernüchternden Auftakt in Freiburg in der Vorwoche (1:4) dürfte sich die Stimmung in Bremen nun deutlich aufhellen, schließlich präsentierte sich das Team von Daniel Thioune plötzlich bissig, aggressiv und clever. Leipzig hingegen enttäuschte seine 1300 mitgereisten Fans, der Mannschaft von Neu-Trainer Martin Demichelis fehlte es fünf Tage vor dem Beginn der Königsklasse bei Como 1907 vor allem an der gewohnten Spritzigkeit und Ideen – so wurde es nichts mit dem zweiten Sieg im zweiten Bundesliga-Spiel.
Früher Schock für RB
„Alle sind bereit und haben Bock”, hatte Thioune vor der Partie gesagt – und Werder legte dann vor 39.700 Zuschauern tatsächlich furios los. Nach einer schönen Kombination schob Dinkci kurz nach Anpfiff aus wenigen Metern direkt ein. Danach übernahm Leipzig allmählich die Kontrolle und drängte Werder in die Defensive, doch die Gäste taten sich zunächst schwer, sich gute Möglichkeiten herauszuspielen. Ein vermeintlicher Foulelfmeter wurde nach einem Videobeweis einkassiert (25.). Den darauffolgenden Versuch von Christopher Nkunku, der nach seiner Rückkehr erstmals in der Startelf stand, parierte Werder-Keeper Karl Hein stark (29.).
Auch angesichts der verletzungsbedingten Ausfälle von unter anderem Jens Stage, Felix Agu oder Justin Njinmah zeigte Werder keine fußballerische Feinkost, aber die Hausherren warfen sich in jeden Zweikampf - und versteckten sich keinesfalls. Direkt nach Wiederanpfiff hätte der erst kurz vor Transferschluss gekommene Youri Regeer (48.) aus großer Distanz Leipzig fast erneut geschockt, doch Keeper Maarten Vandevoordt konnte den Ball gerade noch so an die Latte lenken.
Spielerische Klasse blitzte höchstens auf
Leipzig schien von der Bremer Robustheit durchaus beeindruckt zu sein, die spielerische Klasse blitzte nur punktuell auf, ebenso die Schnelligkeit von Antonio Nusa oder Nkunku. Von Nkunku war wenig zu sehen, ebenso wie von Zugang Neil El Aynaoui, der direkt in der Startelf stand, aber wenig Akzente setzen konnte. RB fehlte ohne die verletzten Brajan Gruda und Rocco Reitz die Kreativität, die Zehnerposition war im Grunde nicht besetzt.
Gerade in der Phase, als Leipzig wieder den Druck erhöhte, war plötzlich Füllkrug zur Stelle - der Fanliebling setzte einen Kopfball nach einer Ecke mit all seiner Erfahrung zu seinem ersten Werder-Treffer nach seiner Rückkehr ins rechte Eck. Er war sträflich allein gelassen worden.
Offensiv fehlten Ideen und Genauigkeit, defensiv die Ordnung und Intensität
In der Schlussphase warf Leipzig noch einmal alles nach vorne. Die Gäste besaßen durch einen Lattenknaller von Nusa (72.) die beste Gelegenheit zum Anschluss. Auch die eingewechselte Last-Minute-Leihgabe Marc Guiu (FC Chelsea) blieb ohne Szenen. Werder dagegen wie im Rausch: Grüll erhöhte noch auf 3:0 (80.), weil RB die Bremer flanken ließ und Grüll unbedrängt aufziehen und den zweiten Ball verwandeln konnte. Die Zuschauer quittierten die Bremer Leistung mit „Oh, wie ist das schön”-Sprechchören.
Das vom eingewechselten Andrija Maksimovic vorbereitete 3:1 war nur noch Makulatur. Insgesamt ein schwacher Auftritt der Leipziger, denen offensiv gegen die tiefstehenden Bremer wenig einfiel und die Genauigkeit fehlte und die defensiv nicht das Positionsspiel und die Bissigkeit hatten, die wenigen Bremer Angriffe zu verteidigen.