RB Leipzig

Ehemaliger RB-Keeper Matthias Hamrol findet in Polen sein Glück

Von (RBlive/ mki) 19.11.2018, 12:42
Matthias Hamrol war eines der Torwarttalente, die bei RB Leipzig den Durchbruch nicht schafften,
Matthias Hamrol war eines der Torwarttalente, die bei RB Leipzig den Durchbruch nicht schafften, imago sportfotodienst

Matthias Hamrol war einst bei RB Leipzig ein hoffnungsvolles Torwarttalent. Den Schritt in die Profimannschaft schaffte er in Leipzig aber nie. Nach schwierigen Jahren hat der inzwischen 24-Jährige sein Glück in Polen gefunden.

Peter Pacult zeigt Matthias Hamrol Perspektiven bei RB Leipzig auf

Anfang 2011 war Hamrol aus dem Nachwuchs von Borussia Mönchengladbach zu RB Leipzig gekommen. Der damals gerade 17 gewordene Torwart wurde sofort zur Nummer 1 der U19 und spielte dort bis zum Ende der Saison 2011/2012.

In dieser Zeit zeigte ihm Trainer Peter Pacult die Perspektive auf, bald in der Männermannschaft zum Zuge zu kommen. „Ich brach die Schule ab und konzentrierte mich ganz auf den Fußball“, erklärt Matthias Hamrol dazu dem Kicker (Print).

Keine Chance für Hamrol unter Zorniger und Rangnick

Diese Perspektive endete aber 2012 mit der Übernahme der sportlichen Verantwortung durch Alexander Zorniger und Ralf Rangnick. Zu jung sei er noch für die Männermannschaft. Zwar saß Hamrol in der Regionalliga oft auf der Bank, allerdings nur um die für diese Liga gültige U23-Regel zu erfüllen. Zu Beginn der Rückrunde 2012/2013 wurde er in die zweite Mannschaft versetzt.

Die Situation, sich bei einem Regionalligisten nicht durchsetzen zu können, sei frustrierend gewesen. „Ich wollte alles hinschmeißen und aufhören mit dem Fußball“, so Hamrol weiter zum Kicker. Im Sommer 2013 war für ihn dann Schluss bei RB Leipzig. Phasen der Vereinslosigkeit wechselten nun ab mit einem Vertrag in Wolfsburg. Parallel kümmerte sich Hamrol verstärkt um seine schulische Ausbildung, bevor er 2015 in der fünften Liga landete.

Über Reutlingen in die erste Liga Polens – Nächster Schritt: Nationalelf?

In Reutlingen kümmerte sich Bernd Dreher, einst Torwarttrainer bei den Bayern und bei Schalke, um Hamrol. So landete er in der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln. Aber auch da war im Sommer 2017 nach nur einem Jahr wieder Schluss. „Damals war mir klar, dass es nichts mehr wird mit der Karriere. Ich bewarb mich bei der Polizei, wurde auch genommen. Der Weg war vorgezeichnet“, hatte Hamrol mit seiner Karriere eigentlich schon abgeschlossen.

Durch Kontakte landete er allerdings bei Korona Kielce, wo er als Nummer 3 eingeplant war, aber aufgrund glücklicher Umstände zur Nummer 1 aufstieg. Im April 2018 bekam er erstmals die Chance im Tor des polnischen Erstligisten. Seit dieser Saison ist er Stammtorhüter und stand bereits in 15 Spielen im Tor.

„Die Entwicklung bestätigt mich, und sie belohnt meine Geduld und den langen Kampf“, freut sich Matthias Hamrol über den Karrieresprung. Und hat weitere Ziele: Aufgrund der polnischen Wurzeln seiner Eltern will er den Sprung in die Nationalelf Polens schaffen. Ein Entwicklung, die noch vor zwei, drei Jahren und nach dem schweren Karrierestart in Leipzig nicht denkbar war.