Drittes Pokalfinale

Forsberg köpft RB in der Nachspielzeit nach Berlin

Vor der Rekordkulisse von 47.069 Fans im erstmals ausverkauften umgebauten Stadion rangen die Leipziger den 1. FC Union Berlin in einem hitzigen Pokalfight mit 2:1 (0:1) nieder. Emil Forsberg ließ das Stadion durch seinen Kopfballtreffer in der Nachspielzeit explodieren (90.+2).

Von Ullrich Kroemer Aktualisiert: 21.04.2022, 11:39 • 20.04.2022, 22:46
Traf zum 2:1 für RB gegen Union im Pokalhalbfinale: Emil Forsberg
Traf zum 2:1 für RB gegen Union im Pokalhalbfinale: Emil Forsberg (imago/jan huebner)

RB Leipzig hat den „Eisernen” Vorhang durchbrochen und am 21. Mai beim DFB-Pokalfinale einen Titel-Termin im Berliner Olympiastadion. Vor der Rekordkulisse von 47.069 Fans im erstmals ausverkauften umgebauten Stadion rangen die Leipziger den 1. FC Union Berlin in einem hitzigen Pokalfight mit 2:1 (0:1) nieder. Emil Forsberg ließ das Stadion durch seinen Kopfballtreffer in der Nachspielzeit explodieren (90.+2).

Olmo nach hinten beordert

Während die 6700 komplett in Rot gewandeten Union-Anhänger im Auswärtsblock zunächst wie gewohnt aus Protest gegen den Red-Bull-Klub in der ersten Viertelstunde schwiegen, machten die Gäste auf dem Rasen Stimmung. Union empfing die Leipziger hoch und druckvoll, die Leipziger reagierten zunächst zu abwartend und nutzten die wenigen Lücken nicht, die sich auftaten. Nach einem Missverständnis der Unioner hielt André Silva den Ball einen Tick zu lang am Fuß und bediente den mitgeeilten Dominik Szoboszlai auf der linken Angriffsseite zu ungenau, sodass der Ungar verzog (12.).

RB-Trainer Domenico Tedesco hatte Szoboszlai nach zuletzt starken Leistungen folgerichtig wieder von Beginn an aufgestellt und dafür Dani Olmo nach hinten auf die Sechs beordert. Doch der Spanier wirkte so tief verschenkt.

Nach einem ersten gefährlichen Abschluss der „Eisernen” durch Kapitän Grischa Prömel (15.) erwachte die rote Wand der Gästefans aus ihrem Boykott-Schlaf, und auch die RB-Anhänger drehten die Lautstärke nach oben. Ein imposanter Sänger-Wettstreit, und auch auf dem Rasen wurde das Duell immer hitziger.

Becker schiebt zur Führung ein

Union bearbeitete die Leipziger mit Haken und Ösen, sodass RB spielerisch keinen roten Faden fand. Zu viele zweite Bälle landeten bei den präsenten Köpenickern, die die Hausherren über die diesmal zu anfällige linke Abwehrseite auskonterten. Flankengott Christopher Trimmel bediente Sheraldo Becker mit einer perfekten Hereingabe aus dem Halbfeld, die der Union-Stürmer gegen Gulacsis Laufrichtung zur Führung einschob (25.).

Leipzig kreierte kaum Chancen, weil beim Umschalten die tiefen Laufwege fehlten. Mit Ball erstickten der gallige Innenverteidiger Timo Baumgartl & Co. die Angriffsbemühungen schon im Keim, indem sie etwa Konrad Laimer so bearbeiteten, dass selbst der giftigste Leipziger die Bälle nicht weiterleiten konnte. Die einzige gelungene Ballstafette über viele Stationen setzte Silva aus wenigen Metern neben den Pfosten (37.).

Zu Beginn der zweiten 45 Minuten begann RB druckvoller und körperlicher als in der ersten Hälfte, hatte etwa durch Willi Orban per Kopf (48.) bessere Abschlüsse. Doch Union konterte gefährlich und hatte das 2:0 auf dem Fuß, als Taiwo Awoniyi gegen den bereits geschlagenen Gulacsi um eine Fußlänge verpasste (57.).

Die goldene Schwedenstirn

Die Leipziger mussten ins Risiko gehen – und wurden belohnt. Abwehrmann Paul Jaeckel foulte Christopher Nkunku im Strafraum. Als sich Silva den Ball schnappte, der zuletzt verschossen hatte, zitterte das ganze Stadion. Doch der Portugiese behielt diesmal die Nerven und traf gegen Ersatzkeeper Frederik Rönnow mit Überzeugung zum Ausgleich (61.).

RB drängte auf den Sieg, doch die Köpenicker blieben wie beim Schlenzer von Awoniyi stets gefährlich (71.). Bis der eingewechselte Forsberg nach Flanke von Henrichs die goldene Schwedenstirn hinhielt.

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