Simons, Schmidt, Geertruida Erstes RB-Duell mit Eindhoven: Warum man sich trotzdem gut kennt
Das Champions-League-Duell zwischen RB und PSV Eindhoven ist das erste zwischen beiden Klubs. Dennoch gibt es viele Überschneidungen aus der Vergangenheit. Bei Spielern - und einem Trainer.

Leipzig - Es ist eine Weile her, dass Leipzig Champions-League-Fußball erlebt hat. Nicht ewig, aber gefühlt knapp darunter, wenn man so ehrgeizig ist wie Rasenballsport – und so verwöhnt wie sein Publikum, das bis zur vergangenen Saison fast neun Jahre lang in dem Bewusstsein lebte: Europapokal ist eigentlich immer.
Jetzt aber kehrt der europäische Elite-Wettbewerb in die Stadt zurück, und das in Gestalt des niederländischen Meisters PSV Eindhoven, der sich heute Abend (21 Uhr) dem Duell mit RB Leipzig stellt. Es ist das erste Spiel der beiden Klubs gegeneinander.
Man kennt sich vom Verhandlungstisch
Aber man kennt sich vom Verhandlungstisch bei Spielertransfers. Es gibt zudem ein paar Wiedersehen, und es geht um einiges für RB, das mit einem 1:4 in Como in die Champions League gestartet ist. An erster Stelle aber steht: genießen.
Heiß ersehnte Rückkehr: 19 Monaten ist es nämlich her, dass in Leipzig die Flutlichter für die ganz große Bühne angingen. Der bislang letzte Auftritt datiert vom Januar 2025, als RB gegen Sporting Lissabon die bislang einzigen Punkte im neuen Ligamodus überhaupt holte. Nach saisonübergreifend acht Heimsiegen in Serie – Rekord in der Bundesliga für RB – soll das Zentralstadion wieder zur Festung werden.
"Wir sind maximal ambitioniert"
Für den Klub ist die Champions League gleichzeitig unverzichtbar. Die Mehreinnahmen von etwa 80 Millionen Euro allein für die Teilnahme an der Ligaphase sind fest im Budget eingeplant. Und auch hinsichtlich der Entwicklung und des Renommees in Europa sind die Erwartungen im Klub und bei Red Bull groß. „Wir wollen sportlich in Zukunft ein Top-Zehn-Klub in Europa sein”, hatte RBL-CEO Tatjana Haenni zu ihrem Amtsantritt ausgerufen. „Wir sind maximal ambitioniert.”
Flow aufbauen: Der RB-Start in die Saison verlief bislang wie bei einer Paternoster-Fahrt. Drei Siege und drei Niederlagen standen zu Buche bis zum 6:0-Kantersieg gegen die Eintracht am vergangenen Wochenende. Diesen Schwung will Trainer Martin Demichelis mitnehmen. „Wir müssen das jetzt bestätigen. Ich erwarte vom Team, dass es seine Leistung aus dem Frankfurt-Spiel wiederholt.“ Doch nicht nur das Ziel, endlich in einen Flow zu kommen, beschäftigt den Leipziger Coach, sondern auch der Anspruch des Klubs. Team-Kapitän David Raum hatte ihn vor der Saison stellvertretend formuliert: „Wir wollen unter die besten Acht.“ Dafür ist ein Sieg fast schon Pflicht.
Bekannt: Bommel, Perisic, Wanner
Liebhaber des Gegenpressings: PSV-Eindhoven-Trainer ist Peter Bosz, der Bundesliga als Dortmund- und Leverkusen-Trainer in Erinnerung (2017/2019 – 2021). Der Niederländer ist ein Liebhaber des Vollgas-Gegenpressings, wie er auch bei RB DNA ist bzw. wieder sein soll. Demichelis freut sich deshalb besonders auf die Partie: „Wenn zwei Teams mit dieser gleichen Vorliebe aufeinandertreffen, verspricht das eine unterhaltsame Partie.“ Die hierzulande prominentesten PSV-Profis sind Ruben van Bommel, Sohn von Ex-Bayern-Spieler Mark van Bommel, Ex-FCB-Talent Paul Wanner, der frühere Gladbach-Profi Alassane Plea (aktuell verletzt), Ex-Bayern-Profi Ivan Perisic oder RB-Leihspieler Lutsharel Geertruida.
Verbindungen zur PSV: Zwar hat RB noch nie gegen die PSV gespielt, und doch gibt es ein paar Verbindungen. Schon einige Male bediente sich Rasenballsport in Eindhoven. Das bekannteste Beispiel ist Xavi Simons, der für die PSV reüssiert und dann für RB auftrumpfte. Beim aktuell kriselnden Johan Bakayoko und bei Talent Ayodele Thomas, der ohne ein einziges Profispiel für RB wieder verkauft wurde, gingen die Rechnungen (noch) nicht auf. Auch Fehleinkauf Geertruida, dessen Einsatz wegen einer Verletzung fraglich ist, steht noch in Leipzig unter Vertrag.
Ein prominenter Ex-Eindhovener sitzt derweil am Dienstag erstmals in neuer Funktion auf der RB-Tribüne: Der neue globale Fußballchef von Red Bull, Roger Schmidt, führte PSV zum ersten Pokalsieg nach zehn Jahren und zu zwei Vize-Meisterschaften. „Ich freue mich natürlich auf das Spiel”, sagte Schmidt im ZDF.