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Ex-Frauen-Trainer Saban Uzun im Interview "Hätte den Weg bei RB gerne fortgeführt"

Er führte die RB-Frauen in die 1. Bundesliga und musste den Klub nach einer ordentlichen Premierensaison im Oberhaus 2024 verlassen. Fußball-Trainer Saban Uzun blickt im Interview auf seine Zeit am Cottaweg zurück.

Aktualisiert: 28.04.2026, 11:32
Ex-RB-Trainer Saban Uzun (r.) mit seiner Ex-Spielerin Vanessa Fudalla.
Ex-RB-Trainer Saban Uzun (r.) mit seiner Ex-Spielerin Vanessa Fudalla. (Foto: IMAGO / motivio)

Leipzig/fri – Nach dem Bundesliga-Aufstieg der RB-Frauen und einer guten Premierensaison im Oberhaus trennten sich 2024 die Wege von Trainer Saban (sprich: Schaban) Uzun (38) und RB Leipzig. Über den österreichischen Männer-Zweitligisten SV Lafnitz landete der gebürtige Tübinger für vier Monate als Co-Trainer beim 1. FC Magdeburg in der 2. Bundesliga. Im RBlive-Interview spricht der Pro-Lizenz-Inhaber über seine Zeit bei RB, seine Pläne als Trainer und darüber, wie ihn das Aufwachsen als Drilling im Trainerjob einen Vorteil verschafft hat.

Herr Uzun, Sie haben nach ihrer Entlassung als Co-Trainer von Markus Fiedler in Magdeburg im Oktober 2025 Anfang des Jahres den Pro-Lizenz-Lehrgang erfolgreich abgeschlossen. Wie vertreibt sich ein Trainer ohne Posten die Zeit?

Ich habe die Monate nach dem Lehrgang ganz bewusst genutzt, um erst einmal durchzuatmen. Wenn man so tief im operativen Geschäft steckt, vergisst man oft, wie wichtig es ist, auch mal abzuschalten und Zeit mit der Familie zu verbringen. Meine Tochter ist jetzt eineinhalb Jahre alt, da ist jeder Moment wertvoll. Aber als Trainer nimmst du dich ja nie ganz raus...

...sondern?

Ich nutze die Phase jetzt intensiv: Ich schaue extrem viele Spiele, analysiere Trends und tausche mich viel mit Trainern und Sportdirektoren aus, um neue Impulse zu bekommen und den nächsten Schritt gezielt vorzubereiten. Für mich geht es immer darum, mich weiterzuentwickeln. Dazu gehören auch Hospitationen bei Atlético Madrid und dem VfB Stuttgart.

Von Diego Simeone lernen

Was erhoffen Sie sich davon, bei Trainer-Legende Diego Simeone und Sebastian Hoeneß über die Schulter zu blicken?

Hospitationen sind für mich essenziell, um über den Tellerrand hinauszuschauen. Atlético und Simeone sind für ihre ganz eigene, leidenschaftliche Defensivarbeit, Disziplin und Mentalität bekannt. Gleichzeitig steht Stuttgart unter Sebastian Hoeneß für einen sehr strukturierten, mutigen Fußball mit klaren Abläufen im Ballbesitz. Das sind zwei unterschiedliche Ansätze und genau diese Mischung interessiert mich. Das ist auch die Richtung, in die ich meine Teams entwickeln will.

Sie haben früher in Deutschland für die Real-Madrid-Fußballschule gearbeitet. Keine Berührungsängste mit dem Stadtrivalen?

Nein, überhaupt nicht (lacht). Das ist alles sehr lange her. Am Ende des Tages bin ich einfach dankbar, in solchen Top-Bereichen wertvolle Einblicke zu bekommen.

Sie haben im Frauen und Männer-Fußball trainiert. Ein Vorteil?

Definitiv ein riesiger Vorteil. Auch viele Magdeburger Spieler fanden das sehr interessant. Im Frauen- und im Männerbereich auf Profiebene tätig zu sein, hat mich auf jeden Fall weitergebracht und mein Profil geschärft.

Wie genau?

Der größte Unterschied liegt für mich in der Führungsvarianz. Im Frauenfußball funktioniert Führung sehr stark über inhaltliche Überzeugung. Im Männerbereich ist die Dynamik oft direkter und stärker vom unmittelbaren Konkurrenzkampf und Hierarchie geprägt. Wer beides kennt, hat ein breiteres Repertoire. Ich kann meine Ansprache sehr gezielt anpassen und das ist im Profifußball entscheidend.

Sie sind als Drilling mit einem Bruder und einer Schwester aufgewachsen. Wie hat Sie das geprägt?

Wir mussten von klein auf lernen, zu kooperieren, um an Ziele zu kommen, aber uns innerhalb der Gruppe auch durchzusetzen. Spielsachen, Aufmerksamkeit – alles musste durch drei geteilt werden. Diese Konstellation schult das soziale Gespür für Gruppendynamiken extrem. Man lernt früh, wie man Interessen ausgleicht und gemeinsam wächst. Ich habe dadurch ein sehr gutes Gespür für Menschen und Gruppen entwickelt. Das hilft mir heute in jeder Kabine.

Also sind Drillinge die besseren Trainer?

Hoffentlich (lacht). Aber man bekommt definitiv früh ein gutes Gefühl für Dynamiken und das ist als Trainer ein Vorteil.

Mit RB Dritter in der Rückrunde

Blicken wir auf ihre zwei Jahre bei RB. Sie haben den Klub prompt in die Bundesliga geführt und nach einer enttäuschenden Vorrunde in der ersten Bundesliga-Saison in der Rückrundentabelle den dritten Platz belegt. Fühlte sich ihre Zeit am Cottaweg unvollendet an?

Ich würde nicht von einer enttäuschenden Vorrunde sprechen, sondern von einer notwendigen Adaptionsphase. Wir mussten uns als Team erst an die deutlich höhere Intensität und Qualität gewöhnen. Wir haben von Anfang an betont, dass wir Zeit brauchen werden, um uns in dieser Liga zurechtzufinden. Dass dieser Prozess geglückt ist, hat die Rückrunde eindrucksvoll bestätigt: Platz drei in der Rückrundentabelle war kein Zufall und ich hatte das Gefühl, dass das nicht das Ende der Entwicklung war.

Sie hätten bei RB gerne weitergemacht?

Ja, natürlich hätte ich den Weg gerne fortgeführt, weil ich überzeugt bin, dass da noch deutlich mehr möglich gewesen wäre. Ich hatte eine sehr gute Zeit in Leipzig über die zwei Jahre, auch dank der sensationellen Unterstützung durch die Fans, und bin sehr stolz auf das Erreichte bei einem ambitionierten Topclub. Dass wir in dieser Phase die drittbeste Mannschaft der Bundesliga waren, spricht für sich.

Fußball ist manchmal ein hartes Geschäft...

Am Ende spielen immer verschiedene Faktoren und Dynamiken eine Rolle. Wege kreuzen sich, Wege trennen sich – das gehört zum Business dazu. Für mich war entscheidend, bis zur letzten Sekunde mein Bestes zu geben und ein starkes Fundament für die Zukunft zu hinterlassen.

Mit Giovanna Hoffmann, die Sie mit rekrutiert, aber selbst nicht mehr trainiert haben, verliert RB im Sommer die beste Spielerin an das Spitzenteam VfL Wolfsburg. Was macht die DFB-Stürmerin so besonders?

Giovanna ist ein Stürmertyp, den es im Frauenfußball so nicht oft gibt. Sie ist unglaublich flexibel, kann im Zentrum oder auf den Außenbahnen agieren und bringt eine enorme physische Präsenz mit. Dass sie jetzt zu VfL Wolfsburg geht, freut mich für sie. Das zeigt, dass ihr Weg genau der richtige war.

"Bereit für die nächste Aufgabe"

Was fehlt RB Leipzig noch, um einmal ganz oben bei Bayern und Wolfsburg anzuklopfen, und Spielerinnen wie Hoffmann zu halten?

Es ist schwer, das von außen zu beurteilen. Aber es geht vor allem um Konstanz. Um oben anzugreifen, brauchst du ein Selbstverständnis, das über eine ganze Saison trägt, diesen ‚Flow‘, den wir in unserer Rückrunde entwickeln konnten. Der Klub ist in seinen Zielen sehr klar, aber natürlich wiegen Abgänge von Leistungsträgerinnen extrem schwer. Giovanna Hoffmann ist ein herber Verlust, aber aus meiner Sicht war der Abgang von Vanessa Fudalla fast noch schwerwiegender.

Warum?

Solche Qualität und Torgefährlichkeit zu ersetzen, ist eine Mammutaufgabe. Über kurz oder lang wird der Klub aber alle Hebel in Bewegung setzen, um diese Lücken zu schließen und die Distanz zur Spitze zu verkürzen. Davon bin ich fest überzeugt.

Und wann sehen wir Sie wieder auf der Trainerbank?

Saban Uzun: Das ist aktuell offen. Ich stehe noch beim 1. FC Magdeburg unter Vertrag, aber grundsätzlich geht es für mich darum, das richtige Umfeld für den nächsten Schritt zu finden. Ob im Inland oder Ausland, als Cheftrainer oder in einer verantwortungsvollen Rolle in einem starken Trainerteam auf höchstem Niveau. Ich fühle mich bereit für die nächste Aufgabe.

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