RB Leipzig

„Größtes Transferdesaster”: Ex-Leeds-Profi Whelan über Augustin

Von (RBlive/msc/ukr) 23.09.2020, 11:51
Einer der wenigen Einstze für Jean-Kevin Augustin bei Leeds United.
Einer der wenigen Einstze für Jean-Kevin Augustin bei Leeds United. imago/Action Plus

Leeds United befindet sich mit RB Leipzig im Streit über Jean-Kevin Augustin, den die Engländer zu kaufen zugesichert haben, falls sie in die Premier League aufsteigen. Den Deal, von dem Leeds nun mit Verweis auf die Corona-Pandemie gerne zurücktreten würde, bezeichnet der ehemalige Mittelstürmer der Whites gegenüber Football Insider als "größtes Desaster". 

Wegen Aufstiegs in die Premier League: Leeds United muss 21 Millionen Euro für Augustin zahlen

Ob er daran glaube, dass sein Heimatverein am Ende an RB Leipzig zahlen müsse? "Ja, ich denke schon!", sagt Whelan. Florian Scholz, Kaufmännischer Direktor bei RB Leipzig, hatte kürzlich betont, nun Rechtsmittel auszuschöpfen. Die Idee, den Franzosen überhaupt aus Monaco zu holen und die vereinbarten 21 Millionen Euro nicht an seine Leistung zu knüpfen, macht Whelan fassungslos. "Es handelt sich um das absolut größte Desaster eines Transfers, an das ich mich überhaupt erinnern kann."

Whelan glaubt an einige gütliche Einigung

Jean-Kevin Augustin sei nicht fit und mit Übergewicht angekommen, zudem mit einem halben Jahr ohne Spielpraxis im Gepäck. "Er hätte niemals gezündet", so Whelan. Auf ganze drei Einwechselungen kam Augustin unter Marco Bielsa. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Leeds ohne Kompensation davonkommt", ist der 45-Jährige überzeugt. Allerdings geht er davon aus, dass man sich mit RB Leipzig zumindest auf einen Vergleich einigen kann.

Nach seiner aktiven Karriere arbeitete Whelan unter anderem als Kommentator aller Spiele von Leeds United für die BBC, hat aber keine Funktion beim Klub seiner Jugend inne.

Jean-Kevin Augustin war 2017 von Paris St. Germain gekommen und hatte unter Ralph Hasenhüttl sogar lange als erster Joker firmiert, seine Torausbeute war insgesamt mit 28 Scorerpunkten aus 60 Spielen mehr als beachtlich. Dennoch verließ er die Sachsen, nachdem er in der Rückrunde 2018/19 unter Ralf Rangnick immer weniger zum Zug kam und sich zuvor bereits Undiszipliniertheiten geleistet hatte.

RB-Sportdirektor Krösche: „Alle waren bei klarem Verstand und bei Bewusstsein”

Update: RB-Sportdirektor Markus Krösche sagte am Mittwochmittag über die Hängepartie um Augustin: „Der Stand ist unverändert, die Rechtslage ist klar. Die Gründe, warum Leeds so agiert, kann ich nicht beurteilen. Als damals die Verträge geschlossen wurden, waren alle bei klarem Verstand und bei Bewusstsein. Da sind jetzt unsere Anwälte dran.”

Krösche verwies auch auf Augustins Situation: „Dahinter steht auch ein Spieler, der ein feiner Junge ist und nun in eine Situation kommt, die man keinem wünscht.”