Henrichs hält den Ball flach

Keine zu große Euphorie im Hinblick auf die WM 2022

Von RBlive/msc Aktualisiert: 23.03.2022, 11:09
Benjamin Henrichs wird wieder für Deutschland spielen.
Benjamin Henrichs wird wieder für Deutschland spielen. imago/Team2

Benjamin Henrichs ist unter Domenico Tedesco bei RB Leipzig nach einer langen Phase von Rückschlägen endlich angekommen und hat sich sogar einen neuen Anlauf in der Nationalmannschaft verdient. Im Interview bei der Bild-Zeitung bleibt er bescheiden.

Nominierung war keine Überraschung

Überrascht war Henrichs zwar nicht unbedingt, dass nun Hansi Flick ihn wieder im DFB-Team haben wollte. "Ich habe meine eigene Leistung ja auch wahrgenommen und denke, dass ich gut drauf bin", sagt er. Der obligatorische Anruf des Bundestrainers erwischte ihn beim Playstation spielen, die beiden kennen sich auch noch aus Zeiten bei der Jugendauswahl. Diesmal wird er als einziger RB-Spieler mitreisen. Und freut sich daher, bekannte Gesichter nach längerer Zeit zu treffen. Wie Kai Havertz, den er aus Leverkusen kennt, der aber mittlerweile schon mit dem FC Chelsea die Champions League gewonnen hat.

Bloß nicht wieder die ganz große Euphorie

Jetzt ist für ihn der Moment gekommen, den Schwung aus der Bundesliga mitzunehmen. "Wenn ich auf dem Platz stehe, will ich zeigen, was in mir steckt. Egal, ob gegen Israel oder gegen die Niederlande." Mit Enttäuschungen hat er in seiner Karriere schon gelernt umzugehen. Aber er weiß auch, wie man sie vermeidet. Nämlich indem er mit den Gedanken bei den beiden Testspielen bleibt und nicht schon darüber hinaus an kommende große Turniere denkt. "Ich glaube, ich tue gut daran, nicht zu sehr von der WM zu sprechen. Das ging schon mal schief", so Henrichs. Nach seinen Leistungen beim Confed-Cup 2017, den er mit dem B-Team gewann, träumte er etwas zu euphorisch und landete dann hart.

Henrichs lernt aus schweren Phasen

Dass er jetzt allen zeigen konnte, dass mit ihm noch zu rechnen ist, freut ihn. Von Genugtuung gegenüber seinen Kritikern will er aber nicht sprechen. Viel mehr konzentriert er sich darauf, gestärkt aus Situationen wie der sportlichen Krise unter Jesse Marsch oder der persönlichen hervorzugehen. "Man kann aus solchen Phasen immer viel lernen, auch wenn es mental nicht einfach ist", so der 25-Jährige.