Klopps Wunschspieler kann gehen Luxustaschen, Verspätungen, Ausbootung: Wie Bakayokos Karriere bei RB entgleiste
Für 18 Millionen Euro holte RB Leipzig Johan Bakayoko aus Eindhoven. Nach nur 25 Einsätzen darf der Belgier offenbar gehen. Auch abseits des Platzes machte er Schlagzeilen.

Leipzig/hen – 18 Millionen Euro Ablöse, ein Fünfjahresvertrag und große Erwartungen: Johan Bakayoko sollte bei RB Leipzig zum Unterschiedsspieler werden. Gut 15 Monate später steht der belgische Nationalspieler vor dem Abschied. Nach Informationen der „Sport Bild“ wollen ihm die Sachsen im Winter keine Steine in den Weg legen. Gerade einmal 25 Pflichtspiele, drei Tore und keine Vorlage hat der einstige Wunschtransfer bislang zustande gebracht. Wie konnte der sorgfältig geplante Karriereschritt so gründlich misslingen?
In dieser Saison kam Bakayoko nur dreimal zum Einsatz, zweimal in der Bundesliga und einmal im DFB-Pokal. Seit Anfang September hat er kein Pflichtspiel mehr bestritten. Unter Trainer Martín Demichelis ist der 23-Jährige inzwischen völlig außen vor, so wie das auch unter Vorgänger Ole Werner der Fall war. Allein in der Bundesliga stand er seit seinem Wechsel 14-mal nicht im Kader, weitere fünf Partien verpasste er in seiner ersten Saison verletzungsbedingt.
Bakayoko: Erst Diomande, jetzt Grud
Dabei war sein Wechsel ein sorgfältig geplanter Karriereschritt. Mehr als zwei Jahre hatte RB den Flügelstürmer beobachtet. Auch aus England gab es Interesse, unter anderem wurden Nottingham Forest und Bournemouth gehandelt. „Ich wurde mit vielen Klubs aus der Premier League in Verbindung gebracht, aber ich musste sehen, ob es das richtige Projekt für mich und der richtige Zeitpunkt war“, sagte Bakayoko im Sommer 2025.
Den Ausschlag gab Jürgen Klopp, der den Belgier in einem bis zu zweistündigen Gespräch von Leipzig überzeugte. Die Bundesliga stellte den Neuzugang damals als „echten Liebhaber des Spiels“ und „echten Profi“ vor. Ehrgeiz, Disziplin, harte Arbeit und konsequente Regeneration galten als seine Markenzeichen.
Luxustaschen statt Leistungssport
Doch statt des erhofften Karrieresprungs folgten sportliche Enttäuschungen und disziplinarische Auffälligkeiten. Im März postete Bakayoko gut eine Stunde vor dem Anpfiff in Stuttgart ein Foto zweier Louis-Vuitton-Taschen im Wert von rund 5500 Euro samt teuren Teddybär-Accessoires. Nach dem Spiel ließ er die Mannschaft bei der Abreise warten. „Er braucht immer am längsten“, schimpfte Teammanagerin Franziska Pietschmann laut „Bild“.
Auch zu Pflichtterminen soll Bakayoko mehrfach verspätet erschienen sein. Vor dem 6:0 gegen Frankfurt strich ihn Demichelis aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader. „Er hat einen kleinen Fehler gemacht“, sagte der Trainer, ohne Details zu nennen. Auch die Anreise zum Training mit seinem Privatwagen statt des Dienstautos sorgte für Irritationen.
Hinzu kommt die enorme Konkurrenz. Schon in seiner ersten Saison kam Bakayoko an Yan Diomande kaum vorbei. Nach dessen Abgang hat Brajan Gruda die rechte Offensivseite übernommen. Auch Tidiam Gomis und Andrija Maksimović erhalten den Vorzug. Ein Ausweichen ins offensive Zentrum ist kaum möglich, dort konkurriert er mit Christopher Nkunku und Christoph Baumgartner um Einsatzzeiten. Zusammengenommen dürfte Bakayokos Zeit bei RB ablaufen, bevor sie richtig begonnen hat.