"Klarheit und FOkus"

Oliver Mintzlaff erklärt Personalentscheidungen bei RB Leipzig

Von RBlive/msc 06.01.2022, 09:12 • Aktualisiert: 06.01.2022, 09:21
Oliver Mintzlaff gesteht Fehler bei der Personelplanung ein.
Oliver Mintzlaff gesteht Fehler bei der Personelplanung ein. imago/Picture Point LE

Dass RB Leipzig nur als Tabellenzehnter überwintert ist wohl die enttäuschendste Bilanz aller Bundesligisten zur Winterpause. Oliver Mintzlaff sprach mit der Leipziger Volkszeitung über den Misserfolg, eigene Fehler und anstehende Personalentscheidungen.

Hee-chan Hwang hätte unter Marsch bleiben sollen

"Ich hasse es zu verlieren. Natürlich war meine Stimmungslage schon deutlich besser", sagt Mintzlaff über die Ausgangslage. An der Kaderzusammenstellung will der RB-Geschäftsführer die verkorkste Hinrunde nicht festmachen. Trotz Abgängen von Marcel Sabitzer, Dayot Upamecano und Ibrahima Konaté gehöre die Qualität zur Spitze der Liga. "Dass wir unsere PS nicht auf die Straße bekommen haben, hat auch mit Verletzungen, Ausfällen und Corona zu tun. Natürlich tut es weh, wenn Spieler wie Konrad Laimer, Dani Olmo oder Yussuf Poulsen ausfallen", sagt Mintzlaff. Allerdings erklärt er auch, "dass wir für Jesses Spielstil beispielsweise Hee-chan Hwang eher hätten behalten müssen." Mit Domenico Tedesco, dem Mintzlaff ein "klares Verständnis einer Spielidee" bescheinigt, hat er die Trainerfehlentscheidung des Sommer korrigiert.

Keine weiteren Wintertransfers

Ob es weitere Korrekturen gibt? Brian Brobbey wurde bereits zurück nach Amsterdam verliehen, Ilaix Moriba soll ebenso unzufrieden sein und die ersten Januar-Wochen aufgrund des Afrika Cups verpassen. "Das liegt eher im Bereich des Unwahrscheinlichen, es gibt keinen Aktionismus", so Mintzlaff über mögliche Wintertransfers. Bei Moriba setzt er auf intensive Arbeit nach der Rückkehr und erwartet noch einiges von dem Talent "mit riesigem Potenzial". Moriba habe immerhin von Beginn an unbedingt nach Leipzig gewollt und bessere Angebote mehrerer Klubs wie Tottenham ausgeschlagen.

RB Leipzig respektiert den Wunsch nach klarem Cut

Schließlich sei RB Leipzig trotz der schlechten Hinrunde weiterhin ein Top-Klub und habe daher Tedesco schnell überzeugen können. Mit einer Einschränkung: Dass mit Marco Kurth weiter ein Teil des Vorgängertrainerstabs mitwirken sollte, war dem neuen Coach dann doch nicht recht. "Domenico hat einen klaren Cut gewünscht, und das haben wir zu respektieren. Es ist jetzt Zeit für Klarheit und absoluten Fokus", so Mintzlaff über die Freistellung von Kurth zur Winterpause.

Mintzlaff ärgert sich über Berichterstattung zur Sportdirektor-Suche

RB sei für "klare Personalentscheidungen" bekannt. Deswegen lasse er sich "nach 22 Punkten aus 17 Spielen völlig zu Recht kritisieren", aber  ärgert sich über die Berichterstattung zur Lücke auf dem Sportdirektor-Posten. "Ich habe vom ersten Tag an gesagt, dass wir einen Sportdirektor holen werden. An dieser Aussage hat sich bis jetzt nichts geändert." Stand heute ist spätestens im Sommer ein neuer starker Mann verpflichtet. "Gehen Sie davon aus, dass wir jemanden verpflichten mit großer Kompetenz, langjähriger Erfahrung, Ausstrahlung und internationalem Netzwerk."