RB Leipzig

Kommentar: „Leipzigs Leitmotiv ist wieder sichtbar“

27.09.2018, 15:25
Alte Stärke: RB Verteidiger im Luftkampf.
Alte Stärke: RB Verteidiger im Luftkampf. imago/Pressefoto Baumann

Das 2:0 gegen den VfB Stuttgart war die erste Bundesliga-Null für RB Leipzig seit März dieses Jahr (ebenfalls gegen Stuttgart). Das in Kombination mit dem Auftritt der Sachsen im fünften Ligaspiel erweckt den Eindruck, dass der Vizemeister von 2017 auf dem besten Weg ist, sich selbst wiederzufinden.

Von Martin Henkel

Ohne Risiko ist dieser Gedanke freilich nicht, denn eine Niederlage gegen den kommenden Trainer Julian Nagelsmann und die TSG 1899 Hoffenheim am Samstag – und der Trend fällt in sich zusammen wie Blätterteig. Trotzdem hat das Spiel gegen die Schwaben gezeigt, dass Leipzigs Stammpersonal nicht verlernt hat, wie man erfolgreich Konterfußball spielt. Das Umschaltspiel war erstklassig und zwei Tore fast zu wenig für die herausgespielten Chancen.

Dass es dazu erstmals seit einer gefühlten Ewigkeit keinen Gegentreffer gab, lag sicherlich auch an der Harmlosigkeit des VfB-Sturms, aber nicht nur. Das Gegenpressing funktionierte derart gut, dass die Viererkette nicht allzu viele Konter verteidigen musste.

Diese Mischung aus offensivem Feuerwerk und defensiver Stabilität hat RB in der ersten Oberhaus-Saison zur Vizemeisterschaft geführt, und es ist vielleicht kein Zufall, dass der Kader, den der damalige Trainer Ralph Hasenhüttl zur Verfügung hatte, aus den Händen von Ralf Rangnick stammte, der damals wie jetzt wieder ein Interimsjahr als Trainer eingeschoben hat.

Das Leitmotiv des Klubs, von Rangnick DNA genannt, ist jedenfalls wieder sichtbar und beginnt nach dem Ende des Rotationsexperiments so zu funktionieren wie es soll. Wie stabil die Entwicklung ist, wird sich zeigen. Aber dass es sie gibt, ist nicht mehr zu übersehen.