Saudischer Aufsteiger wollte Abwehrchef Arzt war schon da: Verletzung stoppt Wüsten-Wechsel von RB-Ikone Orban
Willi Orbáns Wechsel nach Saudi-Arabien war bereits weitgehend vorbereitet. Doch die Schulterverletzung von Abdoul Koné zwang RB Leipzig kurzfristig zum Umdenken.

Leipzig/hen - Ein kurzfristig geplanter Wechsel von Willi Orbán nach Saudi-Arabien ist geplatzt. Der 33 Jahre alte Innenverteidiger von RB Leipzig sollte am Montagmorgen in Leipzig den Medizincheck für Al-Diriyah FC absolvieren. Mit dem Aufsteiger in die Saudi Pro League soll sich Orbán bereits über einen Zweijahresvertrag einig gewesen sein. Sky berichtete zuerst.
Arzt reist wieder ab
Der Vertrag hätte dem ungarischen Nationalspieler innerhalb von zwei Jahren rund 15 Millionen US-Dollar netto eingebracht. Das entspricht etwa 13,2 Millionen Euro. Ein Teamarzt von Al-Diriyah war demnach nach Leipzig gereist, um den für 8 Uhr angesetzten Medizincheck durchzuführen. Dazu kam es nicht mehr. Der Arzt reiste unverrichteter Dinge wieder ab.
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Auslöser für die kurzfristige Kehrtwende ist die Verletzung von Abdoul Koné. Der Abwehrneuzugang zog sich im Training eine Kapselverletzung an der rechten Schulter zu. RB teilte mit, dass der 20-Jährige je nach Heilungsverlauf in den kommenden Wochen ausfällt, vermutlich auch für den Saisonstart. Ein Einsatz zum Pflichtspielauftakt ist damit offen.
Kone soll Orban ablösen
Koné war im Januar von Stade Reims verpflichtet und zunächst bis zum Saisonende an den französischen Klub zurückverliehen worden. Der U20-Nationalspieler Frankreichs erhielt bei RB einen Vertrag bis 2031. Für den 1,92 Meter großen Innenverteidiger zahlte Leipzig nach Medienberichten zwischen 16 und 18 Millionen Euro. Durch Bonuszahlungen kann die Summe auf etwa 20 Millionen Euro steigen.
Der Franzose ist als wichtiger Baustein des Leipziger Abwehrumbaus eingeplant. Er soll perspektivisch die Rolle Orbáns übernehmen. Der Routinier steht seit 2015 bei RB unter Vertrag. Er kam damals vom 1. FC Kaiserslautern nach Leipzig und gehörte zu der Mannschaft, die 2016 in die Bundesliga aufstieg. In den folgenden Jahren führte er das Team mehrfach als Kapitän an. Mit RB gewann der Innenverteidiger 2022 und 2023 den DFB-Pokal sowie 2023 den Supercup.
Vertrag bis 2027
Mit 385 Pflichtspieleinsätzen gehört Orbán zu den Rekordspielern des Klubs. Nur Lukas Klostermann ist länger in Leipzig. Nach dem Abgang von Yussuf Poulsen weist kein aktueller RB-Profi mehr Einsätze für die Sachsen auf. Orbáns Vertrag läuft noch bis zum 30. Juni 2027.
In der Leipziger Innenverteidigung stehen Trainer Martín Demichelis neben Orbán derzeit Klostermann, Castello Lukeba, Maxime Estève und El Chadaille Bitshiabu zur Verfügung. Lukeba wird weiterhin als möglicher Abgangskandidat gehandelt. Durch Konés mehrwöchige Pause hätte sich die Zahl der verfügbaren Optionen bei einem gleichzeitigen Orbán-Wechsel weiter verringert.
Nach „Sky“-Angaben reagierte Orbán auf das gestoppte Geschäft professionell. Der Verteidiger bleibt zunächst in Leipzig und setzt die Saisonvorbereitung unter Demichelis fort. Al-Diriyah muss seine Planungen dagegen ohne den langjährigen RB-Kapitän fortsetzen.