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"Meine Art ist eine andere": Jesse Marsch will in Salzburg weniger Chef sein

Von (RBlive/msc) 05.04.2021, 14:45
Jesse Marsch mit Karim Adeyemi bei Red Bull Salzburg.
Jesse Marsch mit Karim Adeyemi bei Red Bull Salzburg. imago images/GEPA pictures

Ex-RB-Assistent Jesse Marsch ist seit eineinhalb Jahren bei Red Bull Salzburg als Nachfolger von Marco Rose tätig. Der US-Amerikaner sprach mit SPOX über seine Vorstellungen vom Trainerjob und die Ziele mit den Österreichern.

Jesse Marsch: "Nicht so enges Miteinander zwischen Trainerteam und Mannschaft in Europa"

Sein Ziel war es schon früh, irgendwann in Europa zu trainieren. Bei den New York Red Bulls hatte er vorab die Möglichkeit, weltweit bei den Partnerklubs des Hauptsponsors vorbeizuschauen und tat das auch sehr regelmäßig. "Ich war jeden Winter seit 2015 mindestens eine Woche dabei", verrät er. Diese Phasen haben auch seine Fußballphilosophie sehr geprägt. "Ich lasse gerne einen vertikalen, aggressiven und schnellen Fußball spielen. Ich halte sie für richtig und habe unter anderem von Leuten wie Ralf Rangnick viel gelernt." Aber schon damals fiel ihm ein Unterschied in der Arbeitsweise auf, dem er auch heute noch etwas entgegensetzen will. "Bei meinen Besuchen in Europa habe ich oft gesehen, dass es nicht so ein enges Miteinander zwischen Trainerteam und Mannschaft gab. Ein großes Ziel von mir ist es, diese Komponenten zu verbinden", so Marsch, der sich auch bei RB Leipzig als großer Teamplayer gab. In seiner Vorstellung gibt es nicht den Chef, der sagt, was alle zu tun haben, sondern mehr miteinander.

Marsch will in die K.o.-Runde

Mit seiner Mannschaft hat er bereits einiges erreicht. In der Champions League schied Salzburg aber zwei Mal in einer schwierigen Gruppe aus, nachdem zuvor jahrelang der Fluch der Qualifikation auf Red Bull lastete. In die K.o.-Runde führte aber noch kein Weg. "Mein Ziel war es, die Gruppenphase zu überstehen. Das frühe Ausscheiden ist daher schwierig zu akzeptieren, wenn man so nah dran war", so Marsch. "Es ist nämlich eine schöne Sache, in der Champions League dabei zu sein, aber umgekehrt sieht Europa unsere besten Spieler und kauft sie uns weg."

Patson Daka geht den nächsten Schritt

In dieser Sache bleibt Marsch realistisch, einer der nächsten Abgänge werde Patson Daka sein. "Patson ist ein unglaublicher Typ, der immer alles für das Team gibt und viel Potenzial hat. Manchmal ist er vielleicht sogar zu nett, da darf er auch mal härter sein oder eine andere Persönlichkeit auf dem Feld zeigen", erklärt Marsch. "Wir werden sicherlich noch zwei gute Monate miteinander verbringen, danach ist er bereit für den nächsten Schritt. Aber warten wir ab, was dann wirklich mit ihm passiert."