Mukieles Tritt gegen Gießelmann

Referee Schlager verweigert Union klaren Strafstoß

Von Ullrich Kroemer 24.04.2022, 10:16
Tritt auf die Kniescheibe: Nordi Mukiele gegen Niko Gießelmann.
Tritt auf die Kniescheibe: Nordi Mukiele gegen Niko Gießelmann. (imago/Matthias Koch)

Union Berlins Trainer Urs Fischer wunderte sich nach Abpfiff noch immer. „Wenn du den Elfmeter am Mittwoch bekommst, müssen wir den heute eigentlich auch bekommen”, sagte der Coach nach dem 2:1-Auswärtssieg der Köpenicker in Leipzig. „Der Schiedsrichter hat sich die Situation sehr lange angeschaut und anders entschieden - ich teile diese Einschätzung nicht.”

Nordi Mukiele hatte einen Schuss von Niko Gießelmann aus kürzester Distanz abgeblockt, sich dabei weggedreht und dem Gast mit offener Sohle auf das linke Knie getreten. Gießelmann blieb mit heftigen Schmerzen liegen.

Keine Absicht von Mukiele: Warum es dennoch Elfmeter war

Obwohl Mukiele zuvor den Ball gespielt hatte, hätte Referee Daniel Schlager in dieser Situation zwingend auf Elfmeter entscheiden müssen. Zwar ist Mukiele keine Absicht zu unterstellen, da er sich wegdrehte, doch er trifft seinen Gegenspieler hoch, mit voller Wucht und eher horizontal.

Der Schiedsrichter-Blog Collinas Erben zitiert dazu einen Beitrag aus der aktuellen Schiedsrichter-Zeitung, in dem erörtert wird, wann ein Foulspiel nach Spielen des Balles strafwürdig ist.

Demnach spricht klar für Elfmeter, dass Mukiele nach Spielen des Balles eine (wenn auch unabsichtliche) Extrabewegung gegen den Gegner ausgeführt hat, hohe Intensität vorlag (Gießelmann wird heftig getroffen), der Treffer deutlich oberhalb des Knöchels lag und Mukiele den Kontrahenten eher horizontal als vertikal traf.

„Ich frage mich auch, ob ich etwas Wesentliches übersehe. Gießelmann spielt den Ball, Mukiele dagegen nicht, er trifft nur das Knie von Gießelmann. Ob unabsichtlich oder nicht, spielt keine Rolle. Ich hätte fest mit einem Strafstoß gerechnet”, twitterte Sky-Schiedsrichter-Experte Alex Feuerherdt.

Ex-Schiri: „Da fehlen mir die Worte”

Ex-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer sagte der Bild am Sonntag: „Im normalen Spiel ging das sehr schnell. Da kann es passieren, dass man das Foul nicht erkennt. Aber wenn er sich das dann auf dem Schirm anschaut und sieht es nicht – da fehlen mir die Worte. Der Leipziger spielt nicht den Ball, sondern nur den Mann. Das war ein klarer Elfmeter.”

Dieser nicht geahndete Elfmeter gehört mit Sicherheit zu den regeltechnisch gravierendsten Fehlentscheidungen der Saison. Auf das Spiel freilich hatte die Szene keinen Einfluss. Union drehte die Partie auch ohne Strafstoß.

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