Nächste hohe Auswärtspleite RB kassiert vier königliche Gegentore
RB Leipzig zeigte sich eine Hälfte lang gegen Real Madrid verbessert, aber nutzte erst die Chancen nicht und kassierte dann wie bereits zum Auftakt der Champions-League-Saison vier Tore. Der Ex-Leipziger Yan Diomande setzte den Schlusspunkt.

Leipzig/Madrid/sid/ukr – Nach der Schmach von München hat RB Leipzig auch in der Champions League einen herben Dämpfer kassiert. Trotz einer Leistungssteigerung und einer strukturierten Darbietung vor allem in der ersten Hälfte unterlag die Mannschaft von Trainer Martín Demichelis am Mittwoch den Königsklassen-Kracher beim Star-Ensemble von Real Madrid mit 1:4 (0:1). Obwohl sich die Sachsen vier Tage nach dem 1:6 in der Bundesliga beim FC Bayern verbessert zeigten, steigt der Druck im Kampf um das Weiterkommen.
Bernardo Silva (44.), Arda Güler (52.), Mbappé (83.) und der eingewechselte Yan Diomande (87.), der im Sommer für 125 Millionen Euro aus Leipzig bekommen war, mit einem krachenden Volley sorgten für die zweite Niederlage am dritten Spieltag der Ligaphase für RB. Tidiam Gomis (85.) erzielte den Ehrentreffer der Gäste. Im kommenden Heimspiel gegen Manchester City am 4. November braucht RB Punkte, um im Rennen um die nächste Runde nicht empfindlich ins Hintertreffen zu geraten. In der Bundesliga muss Demichelis' Team nun am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Aufsteiger SV Elversberg zwingend in die Erfolgsspur zurückkehren.
Romulo hatte die erste Topchance
Vor dem Auftritt in der spanischen Hauptstadt hatte Demichelis von seinen Spielern gefordert, die Pleite vom Wochenende zu vergessen. „Wir werden ein anderes Gesicht zeigen”, kündigte der Argentinier an. Dafür veränderte er die Anfangsformation auf drei Positionen. Unter anderem kam Ridle Baku als Rechtsverteidiger für den gegen Bayern völlig überforderten Lukas Klostermann zum Einsatz.
Und der Coach sollte zunächst Recht behalten! Zu Beginn ließ RB gegen Mbappé und Co. kaum etwas zu und setzte selbst Nadelstiche nach vorne. Zwar zog Madrid in der Folge das Tempo an, doch Leipzig hielt stark dagegen – und hatte die erste Großchance: Mittelstürmer Romulo (28.) prüfte Real-Torwart Thibaut Courtois aus der Drehung. Die Gastgeber antworteten prompt mit einem Distanzschuss von Vinicius Jr. (29.), den RB-Keeper Maarten Vandevoordt abwehrte.
Nkunku scheitert freistehend
Die Leipziger waren nun mindestens ebenbürtig und zeigten sich weiter mutig. Kapitän David Raum filetierte mit einem tollen Tiefenpass die Real-Abwehr, doch der freie Christopher Nkunku (41.) scheiterte im Duell an Courtois. Mitten in dieser starken RB-Phase schlugen die Königlichen dann zu. Einen Abschluss von Arda Güler parierte Vandevoordt mit den Füßen. Den frei zwischen seinen Beinen trudelnden Ball drückte Bernardo über die Linie. Kurz vor der Pause zwang Vini Jr. (45.+1) den Leipziger Schlussmann erneut zu einer Glanztat.
Nach der Halbzeit drehte Real langsam auf. Vandevoordt hielt einen Schuss aus spitzem Winkel von Madrids Kapitän Fede Valverde (48.). Leipzig hatte nun viel weniger Zugriff als im ersten Durchgang, schaffte kaum Entlastung – und wurde dafür bestraft. Jude Bellingham fand Mbappé am zweiten Pfosten, dessen Kopfballverlängerung Güler vollendete. Nur drei Minuten später traf Mbappé das Außennetz. Real kontrollierte nun das Spiel und legte nach. Nach Leipzigs Ehrentreffer setzte Diomande, der in der 70. Minute eingewechselt worden war, für den sehenswerten Endstand per Volleykracher in den Winkel.
Nächste Auswärtsklatsche
RB zeigte sich zwar verbessert, kassierte aber die nächste hohe Auswärtsniederlage – bis auf den DFB-Pokal-Erfolg gegen Eintracht Trier hat Rasenballsport noch kein Auswärtsspiel in dieser Saison gewonnen. Auswärts kassierten die Leipziger in der Königsklasse nun bereits acht Gegentreffer; in der Liga sind es elf Gegentore in der Fremde. 19 Gegentreffer in fünf Auswärtsspielen – das ist ganz sicher nicht RB-like. Leipzig sucht weiter nach Kompaktheit und Defensivstabilität. Sollte sich die nicht schleunigst einstellen – auch auswärts – dürfte Trainer Martin Demichelis nicht lange im Amt bleiben.