„Nochmal Glück gehabt” Warum RB „Tiefenläufer” Guiu beinahe von der Transferliste gestrichen hätte
Der neue RB-Stürmer Marc Guiu landete erst im dritten Versuch in Leipzig, nachdem Marcel Schäfer zweimal abgeblitzt war. Der Manager gab anhand des Beispiels von Guiu spannende Einblicke in die Arbeitsweise bei Transfers.

Leipzig – Bei Transfers muss das Timing stimmen, und bei Marc Guiu und RB Leipzig stimmte es diesmal endlich. Denn wie Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer in einer Medienrunde erzählte, habe er zum ersten Mal bereits vor zwei Jahren mit dem spanischen Stürmer gesprochen. Damals entschied er sich für den Wechsel vom FC Barcelona zum FC Chelsea. Vor einem Jahr probierte es Schäfer wieder, da ließ sich Guiu zum FC Sunderland ausleihen und musste umgehend zurückkehren, weil Chelsea Eigenbedarf anmeldete und die Leihe abbrach.
„Komplett anderes Profil als Romulo und Nkunku”
„Wir haben es vor zwei Jahren versucht, wir haben es letztes Jahr versucht. Jetzt haben wir es noch ein Mal probiert, wenn es da nicht geklappt hätte, hätten wir ihn für immer von der Liste gestrichen”, sagte Schäfer und fügte im Scherz hinzu: „Da hat er nochmal Glück gehabt.”
Guiu, Kumpel und langjähriger Teamkollege von Lamine Yamal im Nachwuchs der spanischen Nationalmannschaft und des FC Barcelona, war überraschend am Montag für 17 Millionen Euro fix von Chelsea zu RB gewechselt. „Wir haben noch eine andere Komponente gesucht, wir wollten jemanden, der unglaublich Tempo hat, der gegen den Ball im Anlaufen extrem fleißig und umtriebig ist, der auch mit dem Ball viel in die Tiefe geht – ein Tiefenläufer, ein komplett anderes Profil als Romulo und Christopher Nkunku”, erklärte Schäfer.
Schattenkader mit vier bis sechs Spieler pro Position
Am Beispiel des jungen Spaniers erläuterte Schäfer denn auch, wie RB bei Transfers generell vorgeht. Zunächst gebe es verschiedene Sortierungen der Scoutingergebnisse: Eine A- und B-Liste sowie eine nach den größten Talenten sortierte Aufstellung und eine nach den Spielern mit den besten market opportunities, also Markt- und Absatzchancen, erstellte Liste.
Wenn es im Frühjahr in die intensive Transferphase geht, wurden bereits anhand der KPI's, der Schlüsselfaktoren von RB, aus ursprünglich 15 bis 20 Spielern für jede Position vier bis sechs Akteure pro Position für den Schattenkader ausgewählt, mit denen sich Schäfer und sein Team intensiver beschäftigen und Gespräche mit den Profis, deren Beratern und der Familie führen. „Ein Transfer ist nicht in drei Tagen umgesetzt, da gehören unglaublich viele Gespräche dazu, persönliche Treffen, Videocalls, Telefonate”, berichtete der Manager. Spannende Einblicke in die Transferwelt.