RB Leipzig

Patrik Schick besiegelt Oranje-Aus! Ex-RB-Stürmer schießt Tschechien ins EM-Viertelfinale

Von (RBlive/dpa)
27.06.2021, 21:49
Besiegelt das Aus der Niederlande mit seinem vierten Turniertreffer: Patrik Schick
Besiegelt das Aus der Niederlande mit seinem vierten Turniertreffer: Patrik Schick imago images/ANP

Fassungslos schlichen Kapitän Georginio Wijnaldum und seine düpierten Niederländer nach dem Aus bei der Fußball-EM in die Katakomben der Puskas Arena. Patrik Schicks Tschechen hingen sich nach dem Sturz des Favoriten in Budapest noch auf dem Rasen Flaggen ihres Landes um und starteten ausgelassen Tanzeinlagen.

Schick: "Wir haben gekämpft wie die Löwen"

"Das ist wirklich verrückt, dass wir ins Viertelfinale gekommen sind. Das hätte sicher niemand gedacht vor dem Turnier", meinte der überwältigte Ex-RBler Schick nach dem überraschenden 2:0 (0:0) am Sonntag, an dem ein ideenloses Oranje nach 35-minütiger Unterzahl scheiterte. "Wir haben gekämpft wie die Löwen."

Die Niederländer waren nach dem K.o. schon im Achtelfinale dagegen am Boden zerstört. Nach einem Rot-Schock zerplatzte der vage Titeltraum. "Das ist ein sehr großer Rückschlag für uns", befand Nationaltrainer Frank de Boer.

Tomas Holes (68.) und Bayer Leverkusens Schick (80.), der 2019/2020 ein Jahr auf Leihbasis bei RB Leipzig stürmte, schossen den leidenschaftlich kämpfenden Außenseiter zum ersten Mal seit 2012 wieder ins Viertelfinale, wo am Samstag in Baku Dänemark mit Schicks früherem Sturmpartner Yussuf Poulsen wartet.

In der 55. Minute hatte der niederländische Abwehrchef Matthijs de Ligt nach Videobeweis Rot gesehen. Bezeichnend: Erstmals seit 1980 hat Oranje bei WM oder EM keinen Schuss direkt aufs Tor abgegeben.

Halbzeitführung auf dem Fuß

Die Tschechen, die wegen einer technischen Panne an ihrem Flugzeug erst verspätet in Budapest angereist sind, mussten ohne ihren Stammkapitän Vladimir Darida von Hertha BSC auskommen. Der Mittelfeldspieler hatte sich im Training eine nicht näher genannte Verletzung zugezogen und wurde durch Tomas Soucek vertreten.

Dennoch war der nominelle Außenseiter ein ebenbürtiger Kontrahent im Duell des Gruppendritten gegen einen Gruppensieger. Die Tschechen hielten körperlich gut dagegen und hatten durch Soucek (22.) und Schick (28.) die ersten nennenswerten Chancen. Zudem stand die Abwehr sicher und stoppte die spielbegabten Memphis Depay und Co. mit großem Einsatz. Antonin Barak (38.) hatte gar die Halbzeitführung für die Tschechen auf dem Fuß, doch de Ligt vereitelte die Möglichkeit in höchster Not.

Der Profi von Juventus Turin musste dann in der 55. Minute vom Platz, weil er als letzter Mann gegen Schick den Ball mit der Hand spielte und so eine Torchance verhinderte. Referee Sergej Karassjow zeigte Rot nach Videobeweis. Drei Minuten zuvor hätte die Niederlande in Führung gehen können nach einem sehenswerten Angriff von Depay und Donyell Malen. Doch Tschechiens Keeper Tomas Vaclik ließ sich nicht düpieren. Auf der anderen Seite blieb ein Schuss des Hoffenheimers Pavel Kaderabek (64.) am Fuß von Denzel Dumfries hängen.

Dann aber nutzten die Tschechen ihre Überzahl zur Führung. Einen Freistoß von Barak legte Tomas Kalas per Kopf auf Tomas Holes vor, der wuchtig einköpfte (68.). Als Reaktion darauf verstärkte Bondscoach de Boer die Offensive und brachte den Wolfsburger Wout Weghorst. Doch statt Weghorst war es Tschechiens Schick, der nach einem Konter zum 2:0 traf (80.) und mit seinem vierten EM-Tor den Außenseiter ins Viertelfinale schoss.