RB-Gegner Fürth

Sohn von FCM-Legende wechselt zu Pokalgegner Union Berlin

Paul Seguin ist der Filius von Paule Seguin, einem der bekanntesten Spieler des DDR-Fußballs. Greuther Fürth gibt ihn zum RB-Pokalgegner nach Köpenick ab.

Von Martin Henkel (mit dpa) Aktualisiert: 08.03.2022, 18:59
Paul Seguin, Sohn von FCM-Legende Paule Seguin.
Paul Seguin, Sohn von FCM-Legende Paule Seguin. (imago/zink)

Der 1. FC Union Berlin hat für die kommende Saison Mittelfeldspieler Paul Seguin von der SpVgg Greuther Fürth verpflichtet, Gegner von RB Leipzig an diesem Sonntag (19.30 Uhr). Das teilten der Fußball-Bundesligist am Dienstag mit.

"Pauls Spielweise passt sehr gut zu uns"

Für das Tabellen-Schlusslicht Fürth bestritt der 26-Jährige in dieser Saison bislang 23 Ligaspiele und bereitete dabei drei Tore vor. "Wir freuen uns, dass wir uns frühzeitig einig geworden sind und sind überzeugt davon, dass Pauls Spielweise sehr gut zu uns passt», sagte Geschäftsführer Oliver Ruhnert von Leipzigs DFB-Pokal-Kontrahent Union. Beide Teams treffen am 20. April im Halbfinale aufeinander (29.45 Uhr).

Seguins Vertrag bei Fürth läuft am Saisonende aus, womit er ablösefrei ist. Union verliert im Sommer im zentralen Mittelfeld Grischa Prömel, der zurück nach Hoffenheim wechselt.

Paul Seguin ist der Sohn von Wolfgang "Paule" Seguin, einer Legende des DDR-Fußballs. Der Vater war von 1963 bis 1981 Spieler beim 1. FC Magdeburg. Für den FCM bestritt er 403 Ligaspiele sowie insgesamt 529 Pflichtspiele, eine Zahl, die kein aktueller Profi jemals wieder bei nur einem Verein erreichen wird.

Die Legende von Paul und Paule

Seguin war erst Stürmer, dann im Mittelfeld zu Hause und gehörte zur legendären Magdeburger Mannschaft um Trainer Heinz Krügel, mit der er drei Mal DDR-Meister wurde, fünf Mal Pokalsieger und im Finale des Europapokals der Pokalsieger stand, das die Krügel-Truppe gegen den AC Mailand in Rottderdam 2:0 gewann. Seguin spielte 21 Mal für die DDR und gewann 1972 bei den Olympischen Spielen in München Bronze.

Seinem Sohn gab er den eigenen Spitznamen als Vornamen, der ihm schon seit Schülerzeiten anhaftete, weil er in seiner Heimatstadt Burg permanent um den Torwart des Burger Teams "Einheit" herumstrich. Dessen Name: Paule. "Ich weiß schon gar nicht mehr, dass ich Wolfgang heiße", sagte Seguin vor vier Jahren anlässlich seines 71. Geburtstages.

Sein Sohn wurde mehr oder weniger vom VfL Wolfsburg ausgebildet, wohin der heute 26-Jährige 2011 von seinem Heimatklub Stendhal wechselte. Von dort aus gab es eine Leihe zu Dynamo Dresden, eine zu Greuther Fürth, wohin Seguin Junior 2019 fest wechselte. Nun der Verkauf zu Union Berlin - und eine weitere Chance, sich aus dem Schatten seines Vaters zu spielen.