RB Leipzig

„Plumper Freistoß von der Mittellinie”: RB Leipzig ärgert „simpler” Gegentreffer

Von Ullrich Kroemer 22.11.2020, 13:09
Fehlerkette in der Abwehr: Aymen Barkok trifft zum 1:0 für Frankfurt.
Fehlerkette in der Abwehr: Aymen Barkok trifft zum 1:0 für Frankfurt. imago/Hartenfelser

Zu harsche oder grundsätzliche Kritik mochte Julian Nagelsmann am Samstagabend in Frankfurt nicht öffentlich üben. Immerhin hatte sein Team beim 1:1 bei der Eintracht anders als in den beiden Partien zuvor nicht verloren. Und Nagelsmann weiß: „Bei dem Rhythmus ist es nicht schlau, auf Dingen herumzuhacken, die wir nicht so gut gemacht haben.”

Nagelsmann: „Allerweltsaktion” darf „niemals” zum Tor führen

Doch seinem Ärger über das unnötige Gegentor durch Aymen Barkok kurz vor der Pause (43.) musste Nagelsmann Luft machen. Nach einem Bodycheck von Marcel Sabitzer an der Mittellinie ließ sich RB von einem Freistoß aus über 40 Metern Torentfernung düpieren. „Den Freistoß verteidigen wir unglaublich schlecht”, kritisierte der RB-Trainer. „Das war keine herausgespielte Aktion, sondern ein sehr plumper Freistoß von der Mittellinie. Es dauert Ewigkeiten, bis der Ball ankommt, da darfst du niemals ein Tor kriegen.” Der 33-Jährige nannte die Szene eine „Allerweltsaktion. Es ist sehr simpel, wie das Tor passiert.”

Der Hauptschuldige war Dayot Upamecano, der sich verschätzte und unter dem Ball durchsprang. Hinter ihm vergaß Angeliño zu sichern und Ibrahima Konaté kam zu spät, um den Schnitzer noch auszubügeln. Ein vermeidbares Gegentor, ohne dass RB dieses Spiel anders hätte gestalten und unter Umständen einen 1:0-Arbeitssieg mit nach Leipzig nehmen können.

Es ist nicht das erste Mal in dieser Saison, dass Upamecano entscheidend patzt. Beim 2:1 gegen Paris St. Germain hatte er den Ball im Spielaufbau abnehmen lassen und das frühe 0:1 verschuldet. „Ich hoffe, dass ihm bald gelingt, das abzustellen”, hatte Nagelsmann da gesagt. Nun patzte der mit unglaublichem Talent und Körper gesegnete, aber manchmal noch zu leichtfertige und/oder unkonzentrierte Franzose erneut.

Abwehrsorgen bei RB Leipzig: „Wir laufen hinten auf der letzten Rille”

Nagelsmann mochte den 22-Jährigen nicht namentlich kritisieren, weil er weiß, dass der Franzose nach einem Muskelfaserriss im Oberschenkel eigentlich noch Pause gebräucht hätte, aber aufgrund der Personalmisere in der Abwehr eine Hälfte spielen musste. „Wir laufen hinten auf der letzten Rille”, sagte der Fußballlehrer.

Zwei weitere Kritikpunkte: mangelnde Verlagerung des Spiels auf die ballferne Seite, sodass zu wenig Tormöglichkeiten kreiiert wurden, und die Chancenverwertung. „Wir waren zu viel auf der Ballseite, haben zu wenig verlagert, das haben wir gegen Freiburg schon deutlich besser gemacht”, analysierte Nagelsmann. „Dann hätten wir viel mehr Chancen herausgespielt, so haben die klaren Torgelegenheiten gefehlt.”

Und zum Thema Chancenverwertung sagte Fußballlehrer: „Aus einer hundertprozentigen Chance wie der von Dani Olmo sollten wir in Führung gehen, dann fällt es ein bisschen leichter.” Olmo hatte freigespielt von Nkunku eine top Abschlusssituation und entschied sich, den Ball zu lupfen – über das Tor (15.). (RBlive/ukr)