RB Leipzig

Ralph Hasenhüttl kontert Hoeneß-Attacke

27.11.2016, 16:01
Im Gespräch: Ralph Hasenhüttl und Katrin Müller-Hohenstein.
Im Gespräch: Ralph Hasenhüttl und Katrin Müller-Hohenstein. imago/Martin Hoffmann

Ralph Hasenhüttl hat im Aktuellen Sportstudio gelassen auf die Aussagen von Uli Hoeneß reagiert. Der wiedergewählte Präsident hatte den Aufsteiger RB Leipzig bei seiner Rede auf der Jahreshauptversammlung als „Feind“ bezeichnet. Dieses Wort allerdings einen Tag später wieder zurückgenommen. Hoeneß hatte sich dafür entschuldigt. RB Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl konnte darüber nur schmunzeln. Angesprochen auf die mögliche Jagd, die nun auf seinen Mannschaft seitens der Bayern veranstaltet werde, sagte der Österreicher: „Wir fühlen uns nicht als Gejagte.“

RB Leipzig ist aktuell Tabellenführer der Bundesliga, drei Punkte vor dem FC Bayern. Ob das Auswirkungen habe auf das Verhältnis von RB zu seinen Konkurrenten, wurde Hasenhüttl gefragt. Er entegegnete: „Nein.“ Und meinte weiter: „Wir wissen auch, dass wir nicht unschlagbar sind. Aber ich glaube, wenn jemand gegen uns gewinnen will, muss er sehr viel sehr richtig machen und wir auf die Probleme, die uns gestellt werden, keine Lösungen finden.“

Ein Punkt in München reiche, meint Hasenhüttl

RB Leipzig und der FC Bayern treffen am 21. Dezember in München aufeinander. Es ist das letzte Saisonspiel dieses Jahres für beide Klubs. „Wir spielen auswärts“, sagte Hasenhüttl, „da wird uns auch mal ein Punkt reichen.“ Der Cheftrainer des Aufsteigers will dies aber keineswegs als Kampfansage verstanden wissen. Er nutzte den Auftritt in der Sportsendung des ZDF am Samstagabend, um noch einmal die angeblich bescheidene Herangehensweise des Neulings an das Thema Bundesliga bzw. Champions League zu verdeutlichen. Hasenhüttl meinte, man wolle organisch wachsen und werde sicherlich irgendwann auch international spielen. Aber das müsse nicht schon kommende Saison sein.

Hasenhüttl kontert Argumente für einen Wintereinbruch

Überhaupt sei man gerade überrascht, wie gut es laufe. Geplant sei das aber nicht gewesen. Man wisse, dass man neu ist in der Liga und dass es auch Niederlagen geben werde. Viele Skeptiker glauben, dass RB Leipzig in der Rückrunde einbrechen werde. Das Argument: Dann wüßten alle Erstligisten, wie RB Leipzig spiele. Hasenhüttl konterte das. Er meinte, das bedeutet aber auch, dass seine Mannschaft und er selbst jeden Gegner gut kenne. Also pari.

Angespanntes Verhältnis zwischen Rangnick und Hoeneß

Wie es weitergeht mit Uli Hoeneß und RB ist hingegen weiter offen. Der neugewählte Präsident des FC Bayern ist bekannt für seine verbalen Attacken gegen unmittelbare Kontrahenten. In der jüngsten Vergangenheit hatte er bereits gegen RB gestänkert, aufgrund der fehlenden internationalen Spiele liege man in Leipzig unter der Woche „auf der Couch“. Vor allem die speziell von Animositäten geprägte Beziehung zu RB Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick könnte eine Belastungsprobe für beide Vereine werden. Hoeneß hatte Rangnick in der Vergangenheit öfters attackiert, vor allem, als der noch Trainer in Hoffenheim gewesen ist.

Hoeneß und Hasenhüttl mögen sich

Zu Ralph Hasenhüttl unterhält er hingegen eine freundschaftliches Verhältnis. Beide kennen sich aus der Zeit, als der Österreicher bei den Bayern-Amateuren spielte (2002 bis 2004). Hasenhüttl begrüßte deshalb auch die Rückkehr Hoeneß‘ als Präsident. Der wiederum bescheinigte dem Trainer einen „sehr, sehr guten Job“ in Leipzig zu machen.