Mintzlaff verlässt RB

Erwartungen an Max Eberl: "Er soll das nächste Stockwerk bauen"

Von Martin Henkel Aktualisiert: 16.11.2022, 09:26
RB Leipzigs neuer Sportdirektor Max Eberl (l.) und der ehemalige Geschäftsführer Oliver Mintzlaff
RB Leipzigs neuer Sportdirektor Max Eberl (l.) und der ehemalige Geschäftsführer Oliver Mintzlaff (dpa/jan wojtas)

Max Eberl soll bei RB Leipzig ein "neues Stockwerk" hochziehen. In diesem Bild sprach der in die Konzernspitze von Red Bull wechselnde Geschäftsführer von RB Leipzig über die Aufgaben, die auf den neuen Sport-Geschäftsführer beim Fußball-Bundesligisten zukommen. Mintzlaff betonte aber: "Es ist keine One-Man-Show. Max wird schon ein Antreiber sein, aber auch er wird nur Erfolg haben, wenn er ein gutes Team um sich hat."

Was passiert mit Mario Gomez?

Mintzlaff, der eine Art Abschiedsinterview der BILD gab, sagte weiter: "Wir übergeben ihm einen Club, der auf einem stabilen Fundament errichtet wurde und in allen Bereichen erstklassig aufgestellt ist. Jetzt gilt es für Max, das nächste Stockwerk hochzuziehen."

Auch auf die Frage, ob womöglich Ex-Nationalspieler Mario Gomez, der aktuell als Technischer Direktor Red Bull Soccer tätig ist, mehr Verantwortung erhält, antwortete Mintzlaff vage. "Ich bin extrem froh über seine Verpflichtung, er hat sich super eingefunden und wird Stück für Stück mehr Verantwortung übernehmen. Auch hier haben wir eine gefestigte Struktur und ein sehr gutes Team aufgebaut, daher bin ich mit der Gesamtentwicklung ebenfalls total zufrieden", sagte Mintzlaff, der am 15. November seinen letzten offiziellen Arbeitstag beim Pokalsieger hatte.

Bislang ist unklar, in welcher Rolle Mintzlaff dem Klub erhalten bleibt. Der 46-Jährige will sich aber nicht nur um seine neuen Aufgaben bei Red Bull kümmern, sondern weiterhin "enge Drähte in der Bundesliga halten." Er schließt nicht aus, "als Aufsichtsrat von RB Leipzig an einer DFL-Sitzung" teilzunehmen oder sich "auf sonstige Weise" einzubringen.

Mintzlaff: keine Eile bei Nachfolgersuche

Mintzlaff schloss zudem aus, dass RB keine finanzielle Sonderbehandlung bekommt, nur weil er jetzt zu einem der drei Red-Bull-Geschäftsführer ernannt wurde. "Ich glaube, dass wir unseren Weg Schritt für Schritt weitergehen müssen und der wird nicht schneller gehen mit mehr Budget", sagte der frühere Leichtathlet: "Unser Ansatz war es noch nie, den Erfolg zu kaufen."

Man sei ein absoluter Supporter des Financial Fairplay und würde sich sogar wünschen, "dass es härtere Sanktionen gibt, wenn sich Klubs nicht an die Vorgaben halten." Als "CEO Corporate Projects & New Investments" bei Red Bull soll Mintzlaff künftig unter anderem für die sportlichen Projekte des Konzerns zuständig sein, zu denen die Fußball-Klubs aus Leipzig, New York und Salzburg, die beiden Eishockey-Klubs aus München und Salzburg sowie das Formel-1-Team um Weltmeister Max Verstappen gehören.

Bei der Suche nach einem Nachfolger in Leipzig will sich Mintzlaff Zeit lassen. "Wir werden noch einen CEO holen. Aber ich will mich da bewusst nicht treiben lassen, wie beim Thema neuer Sportchef, wo wir den Termin zu oft verschieben mussten", sagte er.