Wald oder Wachstum? Widerstand wächst: Demo gegen RB-Ausbau
Die Stadt will dem Bundesligisten weiteres Gelände verkaufen, um alte Vereinbarungen zu erfüllen und die Kleinmesse zu erhalten. Diesmal handelt es sich um ein Waldstück. Umweltverbände gehen nun dagegen vor.

Leipzig/hen - Red Bull will seinem Satellitenklub RB Leipzig mehr Platz verschaffen. Dafür soll das Trainingszentrum am Cottaweg mit Hilfe der Stadt erneut erweitert werden. Doch der Widerstand gegen das Vorhaben wächst.
Demo gegen RB
Am Donnerstagabend demonstrierten nach Polizeiangaben rund 1400 Menschen gegen die Ausbaupläne. Die Veranstalter sprachen von mehr als 2000 Teilnehmern. Der Demonstrationszug führte auch an der neuen Geschäftsstelle von RB Leipzig vorbei.
Hintergrund ist ein Vorhaben der Stadt Leipzig, ein bis zu 57.000 Quadratmeter großes Grundstück südlich des bestehenden Trainingszentrums an Red Bull zu verkaufen. RB Leipzig soll dort zusätzliche Trainings- und Wettkampfflächen schaffen. Die Verwaltung verweist dabei auf einen bereits vor mehr als zehn Jahren entwickelten Rahmenplan für den Cottaweg, der weitere Entwicklungsmöglichkeiten für den Campus vorsah. Umwelt- und Sportbürgermeister Heiko Rosenthal bezeichnet den Verkauf als „großen Gewinn für die Stadt und den Sport in Leipzig“.
Waldstück soll erhalten bleiben
Genau diese Bewertung stellen die Gegner infrage. Sie argumentieren, dass mit dem Verkauf vor allem ein privater Profiklub profitiere, während ein in den vergangenen Jahrzehnten gewachsener Wald verschwinde. Auf dem früheren Kleingartengelände leben nach Angaben der Stadt u.a. 36 brütende Vogelarten. Zu der Demonstration hatten unter anderem Ökolöwe, BUND Leipzig, NABU Leipzig, Greenpeace und Fridays for Future aufgerufen. Ihre Forderung: Das Waldstück an der Capastraße soll erhalten bleiben.
Es wäre nicht die erste Erweiterung des RB-Campus. Für die jüngste Ausbaustufe musste der Amateurverein BSV Schönau seinen langjährigen Standort am Cottaweg aufgeben und auf eine andere Sportanlage umziehen. Nun entzündet sich der nächste Konflikt an der weiteren Entwicklung des Geländes.
Prüfung alternativer Flächen
Der Protest zeigt bereits Wirkung. Die ursprünglich für den 1. Juli geplante Entscheidung des Stadtrats über den Grundstücksverkauf wurde auf die Zeit nach der Sommerpause verschoben. Die Grünen-Fraktion fordert in einem Änderungsantrag den Erhalt des Waldes und die Prüfung alternativer Flächen für die Kleinmesse.
RB Leipzig selbst hält sich aus der Debatte heraus. Der Klub verweist darauf, dass es sich um ein Verfahren der Stadt Leipzig handelt.