„Nicht so einfach, wie es aussieht” Das Geheimnis hinter dem Nkunku-Hattrick
Christopher Nkunku traf historisch für RB und wusste es zunächst gar nicht. Nach dem 6:0 gegen Eintracht Frankfurt erklärte er, was die Basis dafür war, dass bei ihm der Knoten geplatzt ist.

Leipzig – Mit der Begrifflchkeit „lupenreiner Hattrick” wusste Christopher Nkunku zunächst nichts anzufangen, als er vor die Journalisten trat. Er habe doch schon mehrfach drei Tore in einem Spiel erzielt, unter anderem für RB beim 3:6 bei Manchester City unter Jesse Marsch. Doch er wurde eingeweiht, dass es zumindest in Deutschland als etwas noch viel Außergewöhnliches gilt, wenn man drei Tore hintereinander und in einer Halbzeit erzielt.
Lesen Sie hier: Die Reaktionen nach dem 6:0 gegen Frankfurt
Dem zurückgekehrten Topscorer war genau das beim 6:0 (4:0) gegen Eintracht Frankfurt gelungen. Eine historische Marke für RB – noch nie war das einem Leipziger in der Bundesliga gelungen –und für Nkunku selbst, der das in seiner Karriere auch noch nicht geschafft hatte.
Nkunku staubt dreimal ab
Vor allem das 3:0 war immens wichtig, da Frankfurt zu diesem Zeitpunkt 20 Minuten lang drückte und kurz vor dem Anschlusstreffer schien. Doch mit seinen beiden Toren direkt vor der Pause entschied Nkunku das Spiel endgültig.
Dabei musste der Edeldribbler gar nicht seine ganze Kunst zeigen, sondern staubte dreimal im Stile eines Torjägers ab. Erst bediente ihn Antonio Nusa im Strafraum (5.), dann profitierte er zweimal von einem Abpraller des an diesem Abend ganz schwachen Eintracht-Keepers Noah Atubolo (41., 44.). „Es ist nicht so einfach, wie es aussieht. Man muss im richtigen Moment am richtigen Ort sein”, sagte Nkunku.
Personal-Training in Paris
Er erklärte: „Ich habe versucht, dabei zu bleiben, wenn wir attackiert haben. Heute kam der Ball immer auf meine Position, das war auch bisschen glücklich, aber wir hatten offensiv eine gute Positionsbesetzung. Jeder hat seinen Job gemacht.” Nkunku profitierte vom Dampf, den Ezechiel Banzuzi, Antonio Nusa & Co. über die Außen und auf den Halbspuren machten und sorgte mit seiner Ruhe und Erfahrung für die Abschlüsse.
Es war deutlich zu sehen, dass Nkunku in besserer körperlicher Verfassung war als noch vor drei Wochen. Da er in Mailand aussortiert worden war, hatte er keine richtige Vorbereitung absolvieren können. Das galt es nun in der Länderspielpause nachzuholen. „Ich musste mich anpassen, es ist mein Job, in einer guten Verfassung zurückzukommen”, sagte Nkunku. Er verzichtete auf Urlaub und schuftete in Paris eine Woche lang mit einem Personaltrainer. „Das war eine gute Entscheidung”, befand er. „Wenn du eine gute Verfassung hast, besetzt du auch die richtigen Positionen, um zu treffen.”
Passende Formation, damit Nkunku glänzen kann
Und zudem hat Trainer Martin Demichelis endlich die passende Formation für ihn gefunden. Als Zehner in einem 4-2-3-1-System funktioniert Nkunku besser als als falscher Neuner oder auf dem Flügel. „Der Schlüssel ist jetzt, die gute Dinge aufzunehmen und zu wiederholen. Heute war der Spirit anders als vor der Länderspielpause. So müssen wir weitermachen”, forderte der Schütze des ersten lupenreinen Hattricks bei RB Leipzig. Diese Nuance kennt Nkunku nun auch.