Von St. Louis bis RB leipzigRangnick-Gefährte Bernhard Peters sieht Vielfalt der Vereinsmodelle positiv

Von RBlive/msc 16.03.2022, 11:10
Bernhard Peters arbeitete einst mit Ralf Rangnick in Hoffenheim.
Bernhard Peters arbeitete einst mit Ralf Rangnick in Hoffenheim. imago/KBS-Picture

Bernhard Peters war in der Bundesliga für den Hamburger SV und TSG Hoffenheim tätig. Beim Podcast "Kicker meets DAZN" sprach der heutige Berater des US-amerikanischen St. Louis City SC über verschiedene Vereinsmodelle und kam auch auf RB Leipzig zu sprechen.

St. Louis City SC als sozial integratives Projekt?

Momentan darf Peters in St. Louis dabei mithelfen, dass mit viel Geld ein neuer Profiklub in der Major League Soccer etabliert wird. Denn der 2019 gegründete St. Louis City SC spielt dort ab der kommenden Saison, finanziert von drei Frauen mit dem Geld eines der weltweit größten Autovermietungen. Für Peters ist der neue Klub auch ein soziales Projekt. Es sei für die Macher "ganz wichtig, die ganze Community der verschiedenen Volksgruppen mitzunehmen."

Denn Fußball sei in den USA immer noch Sport der weißen Bevölkerung, durch die Förderung an der Akademie sollen aber "die bosnischen Mitbürger, die Espanas, die Dunkelhäutigen, alle eine Chance bekommen." Inklusive der gesamten Infrastruktur kommt hier alles vom Reissbrett. Auch die Vereinskultur, denn die Stadt soll sich mit dem Klub identifizieren. "Das ist ganz wichtig, dass die Identität aus der Mitte der Gesellschaft, der verschiedenen Gruppen und sozialen Schichten kommt." Bisher scheint das Projekt damit Erfolg zu haben, die Dauerkarten sind bereits ausverkauft.

Peters wechselte von Hoffenheim zum Hamburger SV

Mit seinen beiden bisherigen Stationen in Deutschland hat Peters zum Bundesligafußball einen eindrucksvollen Vergleich. Auf der einen Seite die TSG Hoffenheim aus dem beschaulichen Sinsheim. Einer Stadt mit nicht einmal 50.000 Einwohnern, wo SAP-Gründer Dietmar Hopp seinen Herzensverein zum Bundesligisten hinaufsponserte. "Das war großartig, ich durfte mit Ralf Rangnick un einem kleinen Team loslegen. Dietmar Hopp hat mit seiner Vision gesagt, dass wir in fünf Jahren Bundesligafußball anbieten." Hier sieht er einige Parallelen zu seinem aktuellen Projekt.

"Emotionale Wucht" des HSV nicht vergleichbar mit RB Leipzig

Auf der anderen Seite das Gründungsmitglied HSV, zuhause in der Hafenmetropole und unter Dauerbeobachtung nicht nur von einer kritischen Lokalpresse, sondern Fans und Mitgliedern, zudem von sportlichen Krisen und Schlammschlachten im Verein gebeutelt. In einer Hinsicht sei der Traditionsklub überhaupt nicht vergleichbar:  "Wenn man die emotionale Wucht eines Vereins wie dem HSV kennengelernt hat - das ist komplett was anderes als RB Leipzig oder in Hoffenheim", sagt Peters. "Aber es ist gut, dass es diverse Modelle gibt. Die Menschen leiden ja in Hamburg brutal, weil sie so eine emotionale Verbindung haben."