Kein Nachschub seit 2023 RB-Salzburg-Pipeline liefert nicht mehr: Ist die Transfer-Connection Geschichte?
Die einst heftig kritisierte Transferachse zwischen Salzburg und Leipzig ist praktisch zum Stillstand gekommen. Seit 2023 kam kein Spieler mehr. Dabei war sie jahrelang ein Kernstück des RB-Modells.

Leipzig/hen – Es gab Zeiten, goldene, da schien der Weg von Salzburg zu Rasenballsport nur eine Frage der Zeit. Wer beim österreichischen Red-Bull-Klub herausragte, landete früher oder später beim Bundesliga-Aushängeschild des Konzerns. Diese Transfer-Connection sorgte für heftige Kritik und beschäftigte sogar die Uefa. Heute ist von der einstigen Pipeline kaum noch etwas übrig.
Bei Seiwald endet der Nachschub
Die Liste der Spieler, die nach Leipzig geliefert wurden, liest sich wie ein Who is Who der RB-Geschichte: Peter Gulácsi und Marcel Sabitzer (beide 2015), Naby Keita (2016), Dayot Upamecano und Konrad Laimer (beide 2017), Amadou Haidara (2019), Dominik Szoboszlai (2021), Benjamin Sesko, Nicolas Seiwald (beide 2023). Insgesamt wechselten seit 2012 20 Profis direkt von Salzburg nach Leipzig.
Hintergrund: Diese Salzburg-Profis wechselten zu RB
Doch bei Seiwald und Sesko endete der Nachschub. Seit Sommer 2023 kam kein Spieler mehr aus Salzburg. Drei Transferperioden später scheint eine der umstrittensten Transferverbindung Europas nahezu brachzuliegen.
Die Uefa moniert
Hintergrund: Ex-RB-Chef Rangnick erklärt Salzburg-Verbindung
Dafür gibt es mehrere mögliche Gründe. Einer ist personeller Natur: Salzburgs langjähriger Sportdirektor Christoph Freund wechselte am 1. September 2023 zum FC Bayern. Freund arbeitete seit 2006 für Salzburg und verantwortete ab 2015 die sportliche Entwicklung. Also genau jene Phase, in der Keita, Upamecano, Laimer, Haidara oder Szoboszlai nach Leipzig weiterzogen.
Hintergrund: Unmut in Salzburg über RB-Agieren bei Transfers
Hinzu kommt die Uefa. Als Leipzig und Salzburg 2017 gleichzeitig in die Champions League einzogen, wurden die engen Verflechtungen zum Problem. Erst nach erheblichen Änderungen bei Management, Finanzierung, Personal und Sponsoring ließ der Fußballverband beide Klubs zu und kündigte weitere Überprüfungen an. Auch die Transferaktivitäten zwischen beiden Vereinen waren Bestandteil der Kontrolle.
RB blickt nach Frankreich
Und schließlich muss Salzburg ja auch haben, was RB benötigt. Talente gibt es in Salzburg weiterhin, nur nehmen sie inzwischen andere Wege. Dorgeles Nene ging zu Fenerbahce, Oscar Gloukh zu Ajax, Petar Ratkov zu Lazio, Amar Dedic zu Benfica und Samson Baidoo nach Lens. In diesem Sommer wechselten Joane Gadou nach Dortmund, Jannik Schuster nach Brentford und Kerim Alajbegovic nach Leverkusen.
Salzburgs Talentfabrik funktioniert also immer noch. Nur der frühere Kosmos-Effekt für RB ist verschwunden. Dafür schaut RB immer mehr nach Frankreich. Sieben im Nachbarland ausgebildete Spieler hat RB inzwischen unter Vertrag. Castello Lukeba, Maxime Estève, Abdoul Koné, Christopher Nkunku, Tidiam Gomis, Samba Konaté. Was also früher unfairer Vorteil für RB heftig kritisiert wurde, spielt heute praktisch keine Rolle mehr.