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  5. RB-Manager Schäfer über Poker um Yan Diomande: „Eine Situation, die man sich als Klub wünscht”

Schäfer über Diomande-Poker „Eine Situation, die man sich als Klub wünscht”

Dass Yan Diomande vor seinem bevorstehenden Wechsel zu Real Madrid noch einmal zu seinem Team von RB Leipzig gereist ist, zeugt vom guten Verhältnis zwischen Klub und Spieler. Manager Marcel Schäfer äußerte sich über den Stand der Verhandlungen, verurteilte Streikgerüchte und skizzierte, dass die Situation für Diomande auch belastend sei.

Von Ullrich Kroemer 05.08.2026, 15:01
Wieder voll motiviert: Yan Diomande.
Wieder voll motiviert: Yan Diomande. (Foto: RB Leipzig)

Saalfelden – Marcel Schäfer telefonierte am Mittwochvormittag eifrig am Rande des Trainingsplatzes, nachdem Yan Diomande zur Mannschaft von RB Leipzig gestoßen war. Am Mittag äußerte sich der RB-Manager am Rande der Präsentation mit einem neuen Partner dann auch öffentlich zum Thema des Tages.

„Nicht nur Real Madrid, sondern mehrere Topklubs haben ihr Interesse an Yan hinterlegt”, betonte Schäfer. „Das ist eine Situation, die man sich als Klub wünscht und die uns nicht irgendwelche Sorgen bereitet.” Das mannigfaltige Interesse von Europas Elite sei eher „eine Bestätigung einer guten Saison und seiner individuellen Leistungen, aber auch eine Bestätigung für alle, die bei RB Leipzig arbeiten, dass wir weiterhin auf einem sehr guten Weg sind und immer wieder tolle Geschichten schreiben und Signale senden”, so der Sportchef.

Streikgerüchte findet Schäfer „vermessen und bedenklich”

Grundsätzlich sei es immer die Intention, die besten Spieler zu behalten, aber es sei auch vollkommen legitim, dass ein Spieler mit Träumen seinen Wechselwunsch hinterlege. Ein Szenario, dass er noch ein weiteres Jahr bei RB bleibt, ist nicht ausgeschlossen, aber eher nicht wahrscheinlich. „Die grundsätzliche Intention ist, er bleibt einfach hier”, sagte Schäfer. Aber es gebe auch andere Möglichkeiten, über die man sprechen kann. Der Transfer zu Real Madrid soll kurz bevorstehen, die Verhandlungen befinden sich nach RBlive-Informationen auf der Zielgeraden. Laut Sky könne RB inklusive Boni nun sogar mit der Rekordtransfersumme von 130 bis 140 Millionen Euro rechnen.

Dass sofort das Gerücht kursierte, dass Diomande sich möglicherweise aus dem Vertrag streiken könne, verurteilte Schäfer. „Ich finde es vermessen und bedenklich, welche Schlüsse daraus gezogen werden, wenn er aus gesundheitlichen Gründen mal nicht zur Verfügung steht. Da sollte man sehr sicher sein, wenn man Behauptungen aufstellt, weil es immer um Menschen geht”, appellierte der Ex-Nationalspieler.

„Da prasselt viel auf einen Spieler ein”

Schäfer deutete an, dass Diomande nicht nur wegen eines Schnupfens fehlte, sondern die Krankenpause auch mental benötigte. Diomande sei schließlich in einer „sehr erfreulichen, aber doch besonderen Situation. Dass das hie und da mal aufs Gemüt schlägt, das hatte vielleicht jeder im Leben schonmal”, so der 42-Jährige.

RB Leipzigs Sport-Geschäftsführer gab zu bedenken, dass der Ivorer „vor anderthalb Jahren noch in Amerika auf dem College vor zwölf Zuschauern gespielt” habe. „Da prasseln auf einen 19-jährigen Jungen viele Themen außerhalb des Platzes ein, die vielleicht gar nicht immer so leicht einzuordnen sind.” Natürlich beschäftige einen Teenager eine solch rasante Entwicklung.

Schäfer: „Zweikämpfe mit mir im Bus”

Dass er nachreise, wenn es ihm besser gehe, sei für alle Beteiligten bei RB klar gewesen. „Denn so haben wir ihn kennengelernt. Er ist sehr dankbar für die bisherige Zeit, die wir zusammen hatten. Er weiß es zu schätzen, dass alles, was wir besprochen haben, aufgegangen ist”, betonte der RB-Funktionär.

Neben der Belastung, die langsam gesteigert werde, kündigte Schäfer seinem Schützling „Zweikämpfe mit mir” an. Die RB-Profis haben am Nachmittag einen Einkleidungstermin bei einem Sponsor. „Ich werde ihn mir im Bus schnappen und wir werden in die Vollen gehen”, verriet Schäfer.