Fehlstart bei RB Leipzig

Assistenztrainer Hinkel im Gespräch: "Sich da rauszukämpfen, daran können wir wachsen"

Nur wenige Stunden nach der sehr schmerzhaften Niederlage bei Union Berlin analysierte RB Leipzigs Co-Trainer Andreas Hinkel im Mediengespräch die angespannte Situation beim Champions-League-Teilnehmer.

Von RBlive/hen Aktualisiert: 22.08.2022, 16:47
RB Leipzigs Trainerteam Domenico Tedersco (l.) und Andreas Hinkel
RB Leipzigs Trainerteam Domenico Tedersco (l.) und Andreas Hinkel (imago/picture point le)

Nur wenige Stunden nach der sehr schmerzhaften Niederlage bei Union Berlin analysierte RB Leipzigs Co-Trainer Andreas Hinkel im Mediengespräch die Situation beim Champions-League-Teilnehmer, der mit zwei Punkten aus drei Partien seinen Ambitionen weit hinterherläuft.

Herr Hinkel, Sie hatten jetzt ein wenig Zeit über die Gesamtsituation nach zwei Unentschieden und einer Niederlage nachzudenken. Wo steht das Trainerteam in dieser Startkrise gerade?
Wir haben die Spiele aufgearbeitet und im Detail analysiert. Deshalb wissen wir auch, wo wir ansetzen können.

Was ist Ihnen aufgefallen?
Jedes der drei Partien hatte ihre eigene Geschichte. Aber grundsätzlich bekommen wir zu einfache Gegentore. Wir kontrollieren die Spiele sehr gut, das Pressing hat immer sehr gut funktioniert. Aber die Gegentreffer fallen zu einfach und es fehlt uns gerade das Momentum. Das müssen wir wieder auf unsere Seite ziehen. In jedem Spiel kann es in unsere Richtung laufen, wenn wir das eine oder andere Tor machen und keines kriegen.

Trotzdem bleibt es beim Fehlstart gemessen an der Qualität des Kaders und den Ambitionen des Klubs?
Wir sind nicht zufrieden und haben uns mehr erwartet. Trotzdem müssen wir sachlich bleiben. Alles ist nicht schlecht.

Ist diese Situation neu für Sie?
Ich bin schon lange im Geschäft und prinzipiell ist so etwas nicht neu für mich. Wir fokussieren uns auf das, was wir beeinflussen können. Ich finde, es macht auch irgendwie Spaß, sich da wieder herauszukämpfen.

Inwiefern Spaß?
Gut, Spaß ist vielleicht das falsche Wort. Einfach kann jeder, wir können an dieser Situation wachsen. Ich sehe für mich, woran es in jedem Spiel lag, das wir nicht mehr gepunktet haben, deshalb bin ich gerade innerlich ruhig, weil ich keine Mannschaft gesehen habe, die auseinanderfällt oder nicht will. Wir wissen, woran es lag, deshalb ist Aufgeben keine Lösung.

Welche Lösungen gibt es?
Wir müssen die einfachen Fehler abstellen. Heißt, weiterarbeiten und uns analysieren. Die Gegentore dürfen uns nicht passieren, das ist der Schlüssel. Man muss sich das vor Augen halten: Union hatte zwei Torschüsse und macht zwei Tore, die Daten sprechen für uns. Selbst die Restverteidigung war gegen Union okay. Wir müssen die Zweikämpfe einfach energischer gestalten. Daran kann man arbeiten.

Was macht Ihnen Mut für die kommenden Wochen?
Wir haben vieles gut gemacht. Wir hatten in allen drei Spielen die Kontrolle, und wir hatten in jedem Spiel unsere Torchancen. Der Schlüssel wird sein: Kontrolle behalten, den Gegner müder spielen, keine so leichten Gegentreffer bekommen und dann vor dem Tor effektiver sein.

Die Rückrunde war sehr erfolgreich, jetzt haben sie die erste Krise zu bewältigen. Wie tickt das Team Hinkel-Tedesco?
Wir glauben an das, was wir machen, und arbeiten daran, dass wir unsere Fehler abstellen und das Momentum auf unsere Seite bekommen. Wir hätten die Spiele gegen Stuttgart, selbst in Unterzahl gegen Köln und auch gegen Union genauso gut gewinnen können. Es hat nie viel gefehlt. Lediglich im Test gegen Liverpool muss man sagen: Okay, das wäre schwierig geworden, ihn zu gewinnen. Alle anderen Spiele können in unsere Richtung gehen. Das müssen wir erzwingen.

Was muss man sich unter dem, was Sie Momentum nennen, vorstellen?
Zum Beispiel letzte Saison gegen Stuttgart. Das Spiel gewinnen wir 2:0, weil Pete Gulacsi überragend hält. Wir waren aber keine zwei Treffer besser. Dieses Jahr waren wir ganz klar besser, aber wir spielen nur 1:1.

Das Gespräch wurde aufgezeichnet.