7 Zugänge, 13 Abgänge Der RB-Transfersommer im Check: Eine Baustelle bleibt
RB Leipzig hat seinen Kader im Transfersommer kräftig umgebaut. RBlive bewertet die sieben Zugänge und 13 Abgänge – und zeigt, auf welcher Position trotzdem eine Lücke bleibt.

Leipzig/hen, ukr – Bei RB Leipzig war es nochmal hektisch am sogenannten Deadline-Day, dem Tag, an dem die letzten Transfers getätigt werden können, bevor der Spielermarkt seine Pforten schließt: Spieler wurden auf den letzten Drücker noch verpflichtet, andere abgegeben. Insgesamt hat RB sieben neue Spieler verpflichtet und 13 abgegeben.
Gulacsi gut vertreten
Aber reicht es aus, um der kommenden Dreifach-Belastung aus Liga, Pokal und Champions League gewachsen zu sein? RBlive macht den Kadercheck:
Tor: Nach elf Jahren verließ Ikone Peter Gulasci den Klub Richtung Spanien zum FC Villarreal. Doch Rasenballsport ist darauf gut vorbereitet. Mit Maarten Vandevoordt ist die Position erstklassig besetzt. Und sie ist auch gut vertreten: Norwegens WM-Keeper Ørjan Nyland füllt die Lücke.
Nachfolge geklärt
Abwehr: Willi Orban und Castello Lukeba bilden eines der besten Innenverteidigerpärchen der Liga. Beide aber werden nicht mehr ewig für RB spielen, weshalb die Nachfolger bereits gefunden wurden. Im Winter schon verpflichtete Rasenballsport Abdoul Koné (21 Mio, Reims), seit diesem Sommer gehört der Franzose nun zum Kader. Für die linke Position wiederum wurde Maxime Esteve (25 Mio, Burnley) gekauft. Beide Profis waren zuletzt verletzt, haben ihr großes Potenzial aber schon gezeigt.
Mit Esteves Verpflichtung wurde auch der Weg frei, El Chadaille Bitshiabu nach Istanbul zu Galatasaray zu verleihen (mit Kaufoption). Keine Zugänge gab es auf den Außenpositionen, die links mit David Raum und Max Finkgräfe und rechts mit Ridle Baku und Benjamin Henrichs doppelt besetzt sind. Alle vier müssen ihre Champions-League-Tauglichkeit aber noch beweisen, Zweifel bestehen.
Seiwald muss kämpfen
Defensives Mittelfeld: Nach dem ablösefreien Abschied von Xaver Schlager war Nicolas Seiwald der einzige Abräumer im Mittelfeld. Deshalb hat ihm RB Neil El Aynaoui an die Seite gestellt. Marokkos Nationalspieler erfüllt die Anforderung, alle Positionen mit Blick auf die kommende Dreifachbelastung, doppelt und bestenfalls gleichwertig zu besetzen. Der 25-Jährige kommt auf Leihbasis von der AS Roma (mit Kaufoption über 17 Mio. Euro). Seiwald wird um seinen Stammplatz kämpfen müssen.
Weiterlesen: So lief die Verpflichtung von El Aynaoui
Offensive: Die meisten Zugänge in der Defensive waren schnell unter Dach und Fach, in der Offensive aber hakte es. Nach der frühzeitig eingetüteten Leihe-Rückkehr von Brajan Gruda (Brighton), für den ab 2027 schnell eine Kaufpflicht greift, tat sich ab Mitte Juli sechs Wochen lang nichts auf der Zugangsseite. Allerdings unfreiwillig, weil der geplante Transfer von Fisnik Asllani (Hoffenheim) aus medizinischen Gründen scheiterte und die entdeckten Probleme im Knie (Hoffaitis) sämtliche Pläne komplett durcheinander brachten.
Eine Stelle bleibt unbesetzt
Manager Marcel Schäfer musste umdenken und holte als Ersatz zwei Spieler mit ganz unterschiedlichen Profilen für die Neuner-Position, um Alternativen zu Romulo zu haben. Zum einen Ex-RB-Profi Christopher Nkunku auf Leihbasis von der AC Milan (plus Kaufoption über 28 Mio Euro), zum anderen den erst 20 Jahre jungen Spanier Marc Guiu für 17 Millionen Euro vom FC Chelsea (gesprochen: Giu).
Der Mix ergibt durchaus Sinn: Leipzig-Rückkehrer Nkunku belastet das Transferbudget nur marginal und kann mit seiner Eleganz, Klasse und Übersicht am Ball auf variablen Positionen genau der Spieler sein, den RB in großen Spielen benötigt. Der 1,87 Meter große, klassische Mittelstürmer Guiu wiederum (Vertrag bis 2031), füllt die Lücke, die die Straßburg-Leihe von Conrad Harder hinterlässt und kann sich an der Seite von Nkunku und Romulo in Ruhe entwickeln.
Somit hat RB nur eine Baustelle nicht geschlossen: Die auf dem rechten Flügel, wo vergangene Saison Yan Diomande brillierte. Der 19-Jährige wurde für 125 Millionen Euro an Real Madrid verkauft – und nicht annähernd gleichwertig ersetzt.