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„Freie Meinungsäußerung”? Schmähplakat und Pfiffe gegen den eigenen Kapitän

Gladbach-Fans protestieren mit Bannern und Pfiffen gegen den Wechsel von Rocco Reitz. Rückendeckung von Trainer und Sportchef erhielt der künftige Leipziger nicht.

11.04.2026, 21:31
Harte Worte von den Fans, wenig Rückendeckung: Rocco Reitz.
Harte Worte von den Fans, wenig Rückendeckung: Rocco Reitz. (Foto: imago/Jan Huebner)

Leipzig/dpa/ukr – Banner und Trillerpfeifen gegen den eigenen Kapitän: Einige Fans von Borussia Mönchengladbach haben sich beim Spiel in der Fußball-Bundesliga bei RB Leipzig offen und lautstark gegen Rocco Reitz gewandt. „Wer das hier will, kann niemals unser Kapitän sein”, war auf einem Banner zu lesen, das die Gladbacher bei Anpfiff zeigten. Reitz wechselt im Sommer nach Leipzig, tritt dort die Nachfolge von Xaver Schlager an.

Lesen Sie hier: Die Reaktionen nach dem knappen 1:0-Erfolg von RB gegen Gladbach

Der künftige Leipziger wurde zudem wie auch alle Leipziger in den ersten 19 Minuten mit Trillerpfeifen aus dem Gästeblock lautstark ausgepfiffen, wenn alle anderen Gladbacher Spieler am Ball waren, unterbrachen die Fans der „Fohlen” das Dauergetriller – nicht aber bei Reitz. Dennoch zeigte der 23-Jährige eine starke Leistung und zählte in der ersten Hälfte zu den besten Borussia-Profis.

Polanski: „Freie Meinungsäußerung”

„Das ist freie Meinungsäußerung. Die Fans haben das Recht, so ein Plakat aufzuhängen”, sagte Gladbachs Trainer Eugen Polanksi nach dem 1:0-Erfolg von RB. „Deshalb muss Rocco ein Stück weit damit leben. Es ist alles im Rahmen. Ich habe nichts gesehen, was ich verwerflich finde.” Polanksi sei wichtig, dass das Thema nicht auf die Mannschaft übergehe, was es nicht der Fall sei. Polanski hatte damit gerechnet, dass es nach dem Bekanntwerden des Wechsels zu solchen oder ähnlichen Aktionen kommen wird.

Lesen Sie hier: RB wollte Reitz schon im Winter

Auch Gladbachs Sportchef Rouven Schröder, früherer Leipziger und Salzburger, der den Weg andersherum von den Red-Bull-Klubs zu Gladbach ging, wand dich um eine klare Reaktion herum. „Das habe ich in der Form gar nicht so wahrgenommen”, wich der 50-Jährige aus. „Der Support war absolut da, die Frage Fans-Mannschaft stellt sich mir nicht.”

Keine Äußerung von Reitz

Reitz' Teamkollegen Mitspieler tangiert der künftige Wechsel, der Gladbach rund 20 Millionen Euro einbringt, nicht wirklich. „Ich glaube, Rocco ist reflektiert genug, dass er wusste, dass nach seiner Entscheidung Gegenwind auf ihn zukommen wird”, sagte Philipp Sander. „Und wir stärken ihm den Rücken. Rocco ist sportlich wichtig für uns und von daher ist das für uns gar kein Thema.”

Aufmunternde Worte gab es von Reitz' künftigem Teamkollegen David Raum. „Ich kenne den Jungen. Ich weiß, welchen Weg er gegangen ist und wie viel er an sich selbst arbeitet”, lobte der RB-Kapitän. „Er hat sich seine Position in Gladbach vollkommen verdient. Meiner Meinung nach ist er ein Top-Spieler in der Bundesliga, der noch eine große Zukunft vor sich hat.”

Seit er sieben Jahre alt ist, spielt Reitz für die Borussia. Selbst äußern wollte er sich direkt nach dem Spiel nicht, stellte dies für die kommende Woche nach dem Spiel gegen den FSV Mainz in Aussicht. Nach der Verkündung seines Wechsels hatte Reitz angekündigt: „Ich kann euch versprechen, dass ich mich in jedem verbleibenden Spiel mit allem, was ich habe, für unsere Borussia zerreißen werde.”

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