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  5. Real ohne Benzema, Modric und Valverde: Kann RB profitieren?

Madrid ohne drei Stammkräfte"Ist halt Real!" Wie Rose und Orban die Ausfälle bewerten

Real kommt ohne Benzema, Modric und Valverde nach Leipzig. Ein Vorteil für RB? Trainer Marco Rose will davon nichts hören, und scheint sich über die ewige Favoritenrolle der Königlichen ein wenig zu ärgern.

Von Martin Henkel 24.10.2022, 21:00

Marco Rose kam noch einmal in den Presseraum der RB-Akademie am Cottaweg, gut fünf Minuten nachdem die Medienrunde zu Ende gegangen war. Im Vorbeilaufen rief der den Journalisten zu: „Bei uns fehlen auch ein paar Stammkräfte: Konrad Laimer, Lukas Klostermann.“ Dann verschwand er durch eine Tür, ihm hinterdrein wehte der Zuruf: „Und Peter Gulacsi.“ Rose dreht auf dem Absatz um, steckte den Kopf nochmal durch den Türrrahmen und bestätigte: „Ja, der auch!“

Kann RB von den Ausfällen profitieren?

Sollte ein Scherz gewesen sein. Auf der Pressekonferenz zuvor war die Rede vom morgigen Champions-League-Gegner Real Madrid gewesen, der seine angeschlagenen Stars Karim Benzema sowie Luka Modric daheim gelassen hatte, auch Stürmer Fede Valverde, Schütze zum 3:1 am Sonntag gegen den FC Sevilla saß nicht im Flieger. Ohne die drei, so klang es im Subtext durch, habe RB doch bessere Chancen, die Partie zu gewinnen, als mit den drei.

Rose schien das zu wurmen. Der Scherz mit den eigenen Ausfällen klang deshalb wie keiner. Gut möglich, dass es dem Trainer von RB Leipzig um Gleichbehandlung ging, und nicht um die Erzählung vom Underdog, der vielleicht von den Ausfällen beim Favoriten Real profitieren könnte.

Dass beide Teams sich auf Augenhöhe begegnen, fällt dennoch schwer vorauszusetzen. Das gestand auch Rose ein, der zu den Ausfällen meinte: „Es gibt noch den einen oder anderen Real-Spieler, der kicken kann. Ein hervorragender Kader. Allein Toni Kroos zu verteidigen bei der Spieleröffnung, wird eine Aufgabe. Und ich denke, Rodrygo und Vinicius im Sturm können spielen. Real Madrid halt, der amtierende Champions-League-Sieger. Ich glaube, dass wir auf einen der besten Kader der Welt treffen.“ Zumindest, und da klang zum ersten Mal sein Missfallen durch, „“höre ich mir das immer auf Pressekonferenzen an.“

RB in Madrid: Chancen auf einen eigenen Treffer

Neben ihm saß Willi Orban. In einer vergleichbaren Stimmungslage wie sein Trainer, schwankend zwischen großem Respekt und dem Hervorkehren der eigenen Talente. „Wir haben das im Hinspiel ja gesehen“, sagte der Ersatzkapitän für den verletzten Torhüter Peter Gulacsi. „Vazquez, Asensio, das sind herausragende Fußballer. Es wird also nicht einfacher.“

In Madrid vor gut einem Monat hatte Asensio das 0:2 geschossen, nachdem zuvor Valverde zum 0:1 getroffen hatte. Reichlich spät in einem Spiel, in dem RB knapp 80 Minuten lang nicht nur deckungsdicht verteidigt, sondern auch gute Chancen auf einen eigenen Treffer gehabt hatte.

Willi Orban: "Wir können gewinnen"

So müsse man wieder auftreten, sagte Orban. Der Schlüssel zu einem möglichen Erfolg liegt in der Defensive, die zuletzt fünf Gegentreffer in zwei Liagspielen kassierte – zwei gegen die Hertha, drei gegen Ausgburg. „Das klingt, als hätten wir ein Abwehrproblem“, sagte Orban, verneinte das aber. „Gegen Madrid müssen wir dort ansetzen, wo wir bei Real 80 Minuten lang gegen einen Topsturm top verteidigt haben. Diesmal aber über 90 Minuten. Wenn wir dann auch wie im Hinspiel unsere eigenen Torchancen haben und ein bißchen effektiver sind, haben wir Chancen, das Spiel zu gewinnen.“

Der Knüller wär’s. Gerade nach so einem Auftritt wie gegen den kleinen FC Augsburg am vergangenen Wochenende, bei dem RB nach 64 Minuten 0:3 zurücklag, und einen Platzverweis sowie ein bisschen Matchglück benötigte, um noch in der 90. Minute auszugleichen.

Liefert RB drei Tage später einen komplett anderen Auftritt ab, könnte es unter Umständen sogar für die sichere Achtelfinalqualifikation reichen. Dafür müsste RB gewinnen und der Tabellendritte Schachtar Donzek in Glasgow bei Celtic nicht mehr als einen Punkt holen. Dann lägen die Sachsen vor dem letzten Gruppenduell gegeneinander (2.11.) vier Punkte vorn.