RB bei hertha bsc

Rotation gegen den Lieblingsgegner: Tedesco stellt sieben Neue in die Startelf

Von Martin Henkel Aktualisiert: 20.02.2022, 19:32
Sollen zusammen gegen die Hertha stürmen: Szoboszlai, Poulsen, Forsberg und Nkunku (v.l.)
Sollen zusammen gegen die Hertha stürmen: Szoboszlai, Poulsen, Forsberg und Nkunku (v.l.) (imago/passion2press)

RB Leipzigs Trainer Domenico Tedesco vertraut der Gunst der Stunde. Zumindest der in der Liga, die den 36-Jährigen bei vier Siegen in fünf Spielen in 2022 offenbar darin bestärkt hat, sieben Startelfspielern seines Kaders eine Pause zu gönnen. Das gilt u.a. für Angeliño (erkältet), Dani Olmo, Lukas Klostermann, André Silva, Kevin Kampl und Konrad Laimer. Auch Tyler Adams, in der Europa League unter der Woche von Anfang an im Einsatz, sitzt auf der Bank.

Haidara sichert ab

Weil die Partie heute Abend zudem in Berlin beim Lieblingsgegner stattfindet, der auch noch auf acht Corona-Infizierte verzichten muss, agiert der Coach erstmals in diesem Jahr auch mit vier statt wie bisher drei Offensiven. Neben Christopher Nkunku sind das Emil Forsberg, Dominik Szoboszlai und Yussuf Poulsen. Die drei waren zuletzt Wechselspieler.

In der Abwehr kehrt Willi Orban nach einem leichten Infekt unter der Woche in die Startelf zurück. Da auch Klostermann eine Pause erhält könnte es auf eine Viererkette mit Mukiele, Orban, Gvardiol und Henrichs hinauslaufen, die zentral davor Amadou Haidara absichert.

Herthas Trainer Tayfun Korkut, der sich unter der Woche das RB-Duell in der Europa League mit seinem früheren Spielerklub Real Sociedad San Sebastian angeschaut hatte, sagte für der Partie: "Wir wollen das Spiel selbst in die Hand nehmen, nicht nur irgendwie im Strafraum landen, sondern uns Abschlüsse erspielen und die Partie so in unsere Richtung lenken. Dafür wollen und müssen wir die Partie mutig angehen und nach vorne spielen. RB hat viel Qualität im Team, aber wir haben etwas dagegenzusetzen: Spieler mit Qualität, Spieler mit Erfahrung. Wenn wir diszipliniert spielen, haben wir definitiv eine Chance."

"Wir werden überrascht"

Dem hielt RB-Trainer Domenico Tedesco entgegen: "Sie könnten tief stehen, sie können 4-4-2 spielen oder 4-2-2-2. Auch 4-5-1, haben aber auch schon auf Raute umgestellt. Oder mit Fünferkette und drei zentralen im Mittelfeld, einer Sechs und zwei Achtern." Deswegen bekommt seine Stärke als Trainer nun noch mehr zur Geltung, Leipzig soll noch flexibler reagieren können. "Immer wenn wir Gegner analysieren und versuchen, Rückschlüsse aus den letzten Spielen zu ziehen, werden wir überrascht, weil sie gegen uns umstellen", analysierte der RB-Coach.

Immerhin, Korkut ist kein unbeschriebenes Blatt für den Leipziger Trainer. Beide kennen sich aus Stuttgart. "Er war der Erste, der damals sehr innovativ war. Er kam aus Spanien, hatte viele gute Ideen mit Rondos und Umschaltspielen, er hat Schulungen gegeben", erinnert sich Tedesco an seine Arbeit im Jugendbereich. "Er ist ein Toptyp und man sieht seine Handschrift" so Tedesco über dessen Arbeit in Berlin. Gemeinsam mit Co-Trainer Ilja Aracic sei Korkut auf einem guten Weg. "Es ist nicht leicht für die beiden, aber sie machen es souverän und habe eine Gelassenheit, die mir gut gefällt."

Hertha ist der Lieblingsgegner der Sachsen. Gegen keine andere Mannschaft haben die Messestädter so viele Bundesliga-Spiele gewonnen (neun) und so viele Tore erzielt (39). Am deutlichsten war es im Hinrunden-Duell, das Leipzig um einen überragenden Christopher Nkunku (zwei Tore, eine Torvorlage, ein herausgeholter Strafstoß) mit 6:0 gewann. Hertha BSC verlor in der Bundesliga nie höher.