RB LeipzigSC Freiburg so gut wie nie: Warum der nächste Gegner von RB Leipzig einen Höhenflug hat

Von (RBlive/sid/ukr)
06.10.2021, 12:57
Der Tor-Joker: Nils Petersen feiert mit den Kollegen.
Der Tor-Joker: Nils Petersen feiert mit den Kollegen. imago images/camera4+

Die Schützlinge von Christian Streich sind derzeit so gut, dass sogar ihre Testspiele live im TV gezeigt werden. Wenn der SC Freiburg zur Einweihung seines neuen Stadions am Donnerstag (18.15 Uhr) den FC St. Pauli empfängt, ist Sport1 mit von der Partie. Vor der Kamera wird dann auch Volker Finke stehen. Denn es muss schon die Klubikone sein, die den Höhenflug des Fußball-Bundesligisten erklärt.

Dass dabei der Name Streich fallen wird, darf mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit angenommen werden. Schließlich gilt der Kulttrainer, der im Januar zehn Jahre im Amt sein wird, mittlerweile noch viel mehr als sein Vorgänger Finke zu dessen Zeit als Vater des Breisgauer Erfolgs. Nicht wenige sehen in dem 56-Jährigen den besten Coach der Eliteklasse.

Startrekord für den SC Freiburg: Nur einen Punkt hinter Bayern München

Dass Streich die große Fähigkeit besitzt, seine Profis besser zu machen, zeigt sich in dieser Saison wie nie zuvor. Der SC ist als einziger Bundesligist nach sieben Spieltagen noch ungeschlagen - selbstverständlich ein Klubrekord. Zudem haben die Freiburger auf Platz vier nur einen Punkt Rückstand auf den Spitzenreiter Bayern München.

Diese Zwischenbilanz, die die Fans von der ersten Europacup-Teilnahme seit der Spielzeit 2013/14 träumen lässt, ist kein Zufall. Denn der SC musste im Gegensatz zu den vergangenen Jahren keinen personellen Aderlass im Sommer verkraften, Baptiste Santamaria ist als einziger Leistungsträger abgewandert. Entsprechend eingespielt agiert die Mannschaft.

Nie dagewesene Tiefe des Kaders

Dazu kommt eine noch nie dagewesene Tiefe des Kaders. Dass Nils Petersen, Roland Sallai oder Ermedin Demirovic zuletzt von der Bank kamen und entscheidenden Einfluss auf die Partien nahmen, sagt alles. Augenfällig ist zudem die Topform der Leistungsträger wie Christian Günter, Nicolas Höfler und Vincenzo Grifo in Kombination mit starken Vorstellungen aufstrebender Profis wie Nico Schlotterbeck oder Torwart Mark Flekken, die das Potenzial für große Karrieren haben.

Wenn Streich derzeit über die Stärken seines Teams spricht, hört sich das allerdings so an: „Die Mannschaft zeigt sich sehr stabil.“ Die Zurückhaltung des Trainers hat natürlich seine Gründe. Streich möchte einerseits verhindern, dass seine Profis abheben. Zudem will der Coach keine zusätzliche Aufmerksamkeit generieren, die Begehrlichkeiten wecken könnte.

Streich: „Entscheidend wird sein, ob wir die Demut mit ins neue Stadion nehmen”

Und dann ist da noch dieser fast schon abergläubische Zweckpessimismus, der in Streich steckt. „Sie hören von mir immer das Gleiche. Ich weiß, wo wir hingehören. Es gibt gute Phasen - und es werden andere Phasen kommen“, sagte der Coach zuletzt immer wieder: „Ich freue mich, dass es so gut läuft. Aber ich bereite mich auch darauf vor, dass es wieder nicht so gut läuft.“

Sorge bereitet Streich vor allem der Beginn der neuen Ära. Schließlich haben die Freiburger das Unikat Dreisamstadion nach 67 Jahren verlassen. Die neue Arena mit 34.700 Plätzen im Nordwesten der Stadt erlebt am 16. Oktober gegen RB Leipzig ihr erstes Ligaspiel. Mit vier Siegen gegen Leipzig gehören die Breisgauer hinter Bayern und Dortmund zu den Teams, die am häufigsten gegen RB gewonnen haben. Die galligen Freiburger werden die derzeit anfällige RB-Defensive sowie den Spielaufbau massiv unter Druck setzen.  

Eine detaillierte Analyse über das Freiburger Spiel findet ihr hier:

Doch nach 25 Jahren im Verein fürchtet Streich allzu ehrgeizige Pläne und eine übersteigerte Erwartungshaltung, die die Grundlage des bisherigen Erfolgs gefährden könnten. „Entscheidend wird sein, wenn wir rüber gehen ins neue Stadion, ob wir die Demut mitnehmen können“, sagte Streich: „Ob die Zuschauer und wir, ob wir dann weiter zusammenstehen und diesen Spirit leben, auch wenn schwere Zeiten kommen - und die werden kommen. Das beschäftigt mich.“ Viel mehr als der Tabellenplatz und eine Europacup-Teilnahme.