RB LeipzigSchlüsselfigur im Breisgau: Wie RB Leipzigs Kevin Kampl die Freiburger Defensive aufknackte

Von Martin Henkel 07.03.2021, 07:40
Mann des Spiels? Kevin Kampl (l.) gegen Freiburgs Wooyeong
Mann des Spiels? Kevin Kampl (l.) gegen Freiburgs Wooyeong imago/beautiful sports

Kein Marcel Sabitzer neben sich, kein Tyler Adams - und schon seit einer Ewigkeit keinen Konrad Laimer: Also musste Kevin Kampl gegen Freiburg allein ran auf der "Sechs" zentral vor der Abwehr. Doch es war kaum zu spüren, dass der Deutsch-Slowene an diesem Nachmittag mehr oder weniger allein auf dieser Position unterwegs war.

Im Zeitraffer vors Tor

Der 30 Jahre alte Routinier war die Schlüsselfigur im Spiel von RB Leipzig beim 3:0 im Breisgau, wo sich die Sachsen normalerweise sehr schwertun. Kampl stahl dem Freiburger Baptiste Santamaria den Ball vor dem 1:0 durch Christopher Nkunku, klaute die Kugel auch vor dem 2:0 durch Alexander Sörloth und ebenso vor dem 3:0 durch Forsberg. Alle Treffer typische RB-Tore: hoher Ballgewinn und dann im Zeitraffer vor das Tor des Gegners.

RB-Coach Julian Nagelsmann hob Kampl deshalb anschließend hervor. "Der erste Ballgewinn war extrem wichtig", sagte der Trainer. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Partie ein bisschen erschöpft: Der Sportclub stand tief und kompakt, RB hoch aber ohne zündende Idee. "Das war ein bisschen der Dosenöffner", so Nagelsmann weiter. "Vor dem 2:0 war das wieder ein guter Ballgewinn von Kevin, der auch mit Ball heute sehr gut war." Nicht nur ein bisschen, sondern richtig gut.

Eingereiht in den Gesamteindruck

Kampl selbst, der aufgrund vieler kleiner Blessuren in dieser Saison selten zwei Spiele am Stück absolvieren kann, schob den Fokus weg von sich. "Das war mein Job heute", sagte er. "Wir hatten gesehen, dass Freiburg auf dieser Position", sprich im Aufbauzentrum, "ein paar Schwächen hat. Es gehört auch zu meinem Spiel, Situationen zu antizipieren."

Vielmehr reihte er sich in den Gesamteindruck vom Tabellenzweiten ein, der mit nun sechs Ligasiegen in Serie so stabil ist wie im Herbst 2016/17. "Man sieht, wie viel Herz und Leidenschaft in der Mannschaft steckt. Ich bin stolz, ein Teil davon zu sein. Es ist beeindruckend, wie wir gerade spielen", sagte Kampl.

Was damit noch geht in dieser Saison, braucht man den gebürtigen Solinger generell und deshalb auch gerade nicht fragen. Mittwoch gilt es in der Champions League, ein 0:2 gegen Liverpool aufzuholen. Kampl meint, „das können wir schaffen", so wie das Team gerade drauf sei. "Ich glaube daran." Und die Meisterschaft? "Wir wollen uns für die Champions League qualifizieren", stapelte er tief. "Da sind wir auf einem guten Weg." RB hat bereits 13 Punkte Vorsprung auf Rang fünf. (RBlive/hen)