Überraschende Nominierung

Flick beruft Henrichs ins Nationalteam, kein Platz für Klostermann

Von dpa/sid 18.03.2022, 12:35
Zurück im Nationalteam: Benjamin Henrichs.
Zurück im Nationalteam: Benjamin Henrichs. (imago/Eibner)

Benjamin Henrichs von RB Leipzig steht vor einem Comeback in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Der Defensiv-Allrounder wurde an diesem Freitag von Bundestrainer Hansi Flick für die Länderspiele gegen Israel (26. März) und in den Niederlanden (29. März) nominiert. Lukas Klostermann ist dagegen überraschend nicht im 26-köpfigen Aufgebot dabei.

Sein bisher letztes von fünf Länderspielen hatte Henrichs im November 2020 beim 0:6 in Spanien bestritten. Danach war der 25-Jährige außen vor, wie auch bei seinem Klub. Erst unter dem seit Dezember im Amt befindlichen Trainer Domenico Tedesco fand Henrichs wieder Selbstvertrauen und Form. Nach überstandener Coronavirus-Infektion stand Henrichs in diesem Jahr in jedem Bundesliga-Spiel auf dem Platz und erzielte zuletzt sogar zwei Tore.

Flick: „Mix aus Ausprobieren und Einspielen finden”

Flick reagierte nicht nur mit der Nominierung von Henrichs auf die zahlreichen Ausfälle und holte für den Auftakt ins WM-Jahr gleich mehrere lange nicht berücksichtigte Spieler in die Nationalmannschaft zurück. Nach der „schmerzhaften” Absage von Niklas Süle und dem Fitness-Rückstand bei Stammkräften wie Leon Goretzka, Marco Reus oder Robin Gosens nominierte der Bundestrainer neben Henrichs auch Überraschungskandidat Anton Stach, Julian Weigl und Robin Koch nach teils mehrjährigen Pausen wieder für die Fußball-Nationalmannschaft.

„Wenn wir in Katar erfolgreich sein wollen, ist die Voraussetzung, dass alle Spieler topfit sind, das ist der Fokus, den wir setzen”, sagte Flick am Freitag. Er wolle einen „Mix finden aus Ausprobieren und Einspielen”, betonte Flick vor den Testländerspielen am 26. März in Sinsheim gegen Israel und drei Tage später gegen die Niederlande in Amsterdam. Von seinen Spielern erwarte er in den kommenden Monaten, „dass eine Entwicklung stattfindet”.

Hummels weiter nicht dabei

Weiterhin nicht in Flicks Aufgebot ist der zuletzt an Corona erkrankte BVB-Verteidiger Mats Hummels, mit dem der Bundestrainer in einem Telefonat nochmals die Situation besprach. Da auch Reus sowie Julian Brandt, Mahmoud Dahoud und Emre Can keine Berücksichtigung fanden, ist diesmal kein Spieler von Borussia Dortmund bei der DFB-Auswahl dabei. Das Gros im 26-Mann-Kader stellen sechs Spieler vom FC Bayern München um Kapitän Manuel Neuer sowie das Chelsea-Trio Kai Havertz, Antonio Rüdiger und Timo Werner.

Niklas Süle fehlt wegen seines Muskelfaserrisses, Florian Wirtz erlitt am Sonntag einen Kreuzbandriss und droht sogar die WM im Spätherbst zu verpassen. Für den Jahresstart ausfallen wird möglicherweise noch der angeschlagene Stürmer Karim Adeyemi von Red Bull Salzburg, wie Flick am Freitag berichtete. Eine Debüt-Garantie bekam der Freiburger Innenverteidiger Nico Schlotterbeck, der zuletzt schon mehrfach nominiert war. „Er wird auf jeden Fall sein erstes Spiel machen, das ist in der Planung”, sagte Flick.

Als „Überraschung für alle” bezeichnete der Bundestrainer die Berufung von U21-Europameister Stach. „Wir wollen sehen, was für ein Potenzial er uns anbietet”, sagte Flick über den Mittelfeldakteur. Die Rückkehrer Weigl (letztes Länderspiel 2017), Henrichs (2020) und Koch (2021) hätten bei ihren Klubs Benfica Lissabon, RB Leipzig und Leeds United zuletzt überzeugt und dürfen wie Julian Draxler von Paris Saint-Germain für ihre WM-Chance bei Flick vorspielen.

Das DFB-Aufgebot gegen Israel und die Niederlande

Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona), Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt).

Abwehr: Mathias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Christian Günter, Nico Schlotterbeck (beide SC Freiburg), Benjamin Henrichs (RB Leipzig), Thilo Kehrer (Paris St. Germain), Robin Koch (Leeds United), David Raum (TSG Hoffenheim), Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen).

Mittelfeld/Angriff: Karim Adeyemi (Red Bull Salzburg), Julian Draxler (Paris St. Germain), Serge Gnabry, Joshua Kimmich, Thomas Müller, Jamal Musiala, Leroy Sane (alle Bayern München), Ilkay Gündogan (Manchester City), Kai Havertz (FC Chelsea), Lukas Nmecha (VfL Wolfsburg), Florian Neuhaus (Borussia Mönchengladbach), Anton Stach (FSV Mainz 05), Timo Werner (FC Chelsea), Julian Weigl (Benfica Lissabon).