Reitz-Transfer nach Leipzig Unmut in Gladbach: Ex-Borusse Matthäus verteidigt Wechsel zu RB
Rocco Reitz wechselt von Gladbach zu RB Leipzig – und sorgt für Diskussionen. Lothar Matthäus zeigt Verständnis für den Schritt und zieht einen bemerkenswerten Vergleich zu seiner eigenen Karriere.

Leipzig/hen – Der Wechsel von Rocco Reitz zu RB Leipzig wühlt die Gladbacher Fangemeinde weiter auf, bekommt nun aber Unterstützung von einem ebenfalls ehemaligen Borussen: Lothar Matthäus. Der Rekordnationalspieler kann die Entscheidung des Gladbacher Eigengewächses nachvollziehen – und zieht dabei sogar eine Parallele zu seiner eigenen Karriere.
Reitz und die internationale Perspektive
Matthäus sieht im Schritt nach Leipzig vor allem eine sportliche Chance: "Ich kann seine Entscheidung verstehen", sagte Matthäus bei Sky. Leipzig werde "in der nächsten Saison vielleicht in der Champions League, wahrscheinlich aber zumindest international spielen". Für Reitz sei das ein Umfeld, in dem er sich weiterentwickeln und auch stärker in den Fokus des Bundestrainers rücken könne.
Damit trifft Matthäus einen zentralen Punkt, der auch intern bei RB Leipzig eine große Rolle spielt. Der Klub hatte sich früh um den Mittelfeldspieler bemüht, die Gespräche wurden bereits im Frühjahr intensiviert. Am Ende einigten sich RB und Borussia Mönchengladbach auf eine Ablösesumme im Bereich von rund 20 bis 25 Millionen Euro.
Team mit deutscher Identität
Bei RB wird Reitz als strategischer Sommerzugang betrachtet. Die Verantwortlichen sehen in ihm einen spielintelligenten, laufstarken Mittelfeldspieler mit Entwicklungspotenzial – und vor allem mit Blick auf die Entwicklung eines Teams mit deutscher Identität.
Dass Reitz ausgerechnet als Kapitän und Identifikationsfigur Gladbach verlässt, macht den Wechsel emotional. "Er ist ein Kind der Borussia und führt die Mannschaft an", sagte Matthäus. "Ich kann seine Entscheidung verstehen, auch wenn sie die Fans traurig macht."
Der Vergleich, den Matthäus zieht, ist bewusst gewählt. 1984 verließ er selbst Borussia Mönchengladbach in Richtung FC Bayern – ebenfalls ein Schritt weg vom vertrauten Umfeld hin zu einem Klub mit höheren sportlichen Ambitionen. "Die Situation ist ähnlich wie bei mir vor 40 Jahren", so Matthäus. Gladbach sei "kein Verein, der einem die Garantie gibt, um die internationalen Plätze zu spielen".