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Volley von Simons, Doppelpack sesko RB beendet Unions Endlos-Heimserie

Von Martin Henkel und Ullrich Kroemer 03.09.2023, 19:28
Mutige Partie: Xavi Simons.
Mutige Partie: Xavi Simons. (Foto: Andreas Gora/dpa)

RB Leipzig hat dem 1. FC Union die erste Heim-Niederlage seit dem Winter vor eineinhalb Jahren beigebracht und zum Abschluss des dritten Spieltages seinen zweiten Meisterschaftssieg eingefahren. PSG-Leihe Xavi Simons traf im Duell der zwei Champions-League-Teilnehmer nach der Pause zum 1:0 (50.), Benjamin Sesko ließ kurz vor Ende des Spiels zwei weitere Treffer zum verdienten 3:0-Endstand folgen (85., 87.).

Der Pokalsieger klettert damit auf Rang vier der Tabelle, einen Platz vor den Unionern, in dessen „Stadion an der Alten Försterei“ die Partie mit der typischen Folkore begann: viel Bier, Bratwurst, Rockmusik und ein paar Schmähungen gegen das ungeliebte „Konstrukt RB“. Die 2500 Leipziger Fans zündeten als Antwort darauf rot-weiße Rauchfackeln, während der Verein aus der Wuhlheide seinen prominentesten Sommerzugang mit „Benvenuti a Berlino“ begrüßte: den italienischen Haudegen Leonardo Bonucci.

Hochglanz-Parade von Blaswich

Der 36 Jahre alte Altmeister von Juventus Turin nahm auf der Bank Platz, als das Spiel mit dem obligatorischen Viertelstunden-Schweigen der Heimfans begann. Bevor sie ihren Protest gegen den Red-Bull-Club beendeten, wurde es aber trotzdem schon laut, weil die „Unioner“ die erste große Torchance des Duells der beiden Ostvereine herausspielten. Monaco-Einkauf Kevin Volland köpfte eine Flanke von Alex Kral aus sieben Metern auf das RB-Tor, Janis Blaswich parierte den Stirnstoß mit einer Hochglanz-Parade (13.).

Der Leipziger Kader war jetzt wach. Die Gäste aus Sachsen übernahmen die Kontrolle im Spiel und begannen die Unioner Hintermannschaft herauszufordern. Yussuf Poulsen, erneut für Timo Werner in der Startelf, visierte das obere Toreck an, schoss aber knapp vorbei (15.). Xavi Simons ließ ebenfalls einen Schuss aus der Ferne folgen, der Ball strich knapp über den Querbalken (18.). Zwei Minuten später köpfte Willi Orban einen Eckball knapp am langen Pfosten vorbei.

RB reif und clever

RB agierte clever. Das Personal von Trainer Marco Rose ließ den Ball laufen, wartete geduldig auf Lücken und Gassen, ging kein unnötiges Risiko. Es spielte auf Zeit, denn dass das ein hartes Stück Arbeit werden würde bei den „Eisenbahnern“, war klar: Union Berlin hat seit Februar 2022 kein Heimspiel mehr verloren, die Serie hält nun schon seit 24 Partien.

RB kam mit einem wuchtigen Schlag gegen diese Statistik aus der Kabine. Fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff dribbelte Kevin Kampl durchs Unioner Hinterhofzentrum, sein abgefälschter Pass landete bei Benjamin Henrichs, der Simons den Ball vor den rechten Fuß legte. Der Schuss des Niederländers flog ins obere Eck (50.).

Platzverweis gegen Volland

Die Sachsen kontrollierte das Geschehen fortan so „erwachsen“, wie es Marco Rose im Vorfeld geforderte hatte. Union kam nicht mehr vor das Gäste-Tor, stattdessen dezimierte Schiedsrichter Daniel Schlage den Kader der Hauptstädter, als er Volland nach einem Fußknöchelfoul gegen Mohamed Simakan des Feldes verwies (64.). Lukas Klostermann ersetzte den Franzosen zwei Minuten später.

Union fehlten fortan die Körner und genügend Spieler, um der Führung etwas entgegenzusetzen. Die Köpenicker hatten stattdessen alle Füße voll zu tun, um einen weiteres Gegentor zu verhindern, das in der Luft lag, als Dani Olmo einen Ball aus gut 20 Metern auf Rönnows Tor schlenzte; der Union-Keeper lenkte den Ball über den Balken (77.). Vier Minuten später hatte Henrichs das 2:0 auf dem Fuß, Rönnow entschärfte den Schuss dieses Mal mit den Fäusten.

Kurz darauf war die Partie entschieden und der erste Sieg der Sachsen gegen Union nach zuvor fünf Niederlagen unter Dach und Fach. Der eingewechselte Benjamin Sesko traf nach Pass von Simons erst zum 2:0 (85.) und zwei Minuten darauf nach Chip von Olmo per Kopf zum Endstand.