Vom Rollstuhl aufs SpielFeld Kein Comeback-Termin: Rocco Reitz und der lange Weg zurück
RB Leipzigs neuer Mittelfeldspieler Rocco Reitz wurde von einem schweren Infekt vor über zwei Monaten so heftig erwischt, dass es noch immer Zeit braucht, bis er wieder auf dem Platz stehen kann. RB will dabei nichts überstürzen.

Leipzig – An diesem Montagnachmittag stellte sich RB Leipzigs Zugang Rocco Reitz nach seiner ersten Woche bei seinem neuen Klub der Leipziger Öffentlichkeit vor. Doch bis die Fans den zentralen Mittelfeldspieler, der auf der Sechs oder Acht spielen kann, auf dem Platz sehen werden, wird noch Zeit vergehen.
Denn Reitz hat harte Wochen hinter sich. Den letzten Spieltag der vergangenen Saison hatte er nicht einmal am TV verfolgen können, wie er im Interview mit Klubmedien seines Ex-Vereins Borussia Mönchengladbach berichtete.
„Keine leichte Zeit”
Der 24-Jährige war von einem schweren Infekt so heftig erwischt worden, dass er rund um das Saisonende im Krankenhaus behandelt werden musste und zeitweise sogar im Rollstuhl saß. „Das war keine leichte Zeit. Ich will da nicht zu sehr ins Detail gehen, weil das sehr privat ist”, sagte der Familienvater nun bei seiner Präsentation in Leipzig.
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Doch es wird noch dauern, bis er wieder voll belastbar ist. RB setzt diesbezüglich eher auf einen nachhaltigen Aufbau als auf ein zu schnelles Comeback. Reitz konnte keinen Zeitpunkt nennen, an dem er wieder auf dem Platz stehen kann. Das weist darauf hin, dass die Rekonvaleszenz noch einige Wochen dauern wird.
„Einen genauen Zeitplan gibt es nicht”
„Einen genauen Zeitplan fürs Protokoll wie bei einer Muskelverletzung gibt es leider nicht”, erklärte er. „Es ist schwierig, den genauen Tag und das Spiel vorherzusagen, wann ich wieder 100 Prozent zur Verfügung stehe. Aber wir sind im Plan, mir geht es gut, die Werte sind so, wie sie sein sollen. Ich fühle mich gut und dann schauen wir, dass ich bald wieder auf den Platz komme.”
Realistisch ist nach RBlive-Informationen eine Rückkehr ins Teamtraining rund um den Bundesligastart. Das kann etwa im Laufe der ersten drei Spieltage passieren. Danach wird es dauern, bis auch Wettkampfhärte und Spielpraxis zurückkehren. Das muss Rasenballsport bei der Kaderplanung für die erste Saisonphase bedenken. „Wir sind auf einem guten Weg, gehen jede Woche einen Schritt mehr in die Themen rein, die es braucht, wieder voll bei der Mannschaft zu sein”, erklärte Reitz.
Abschied gegen Gladbach nachholen
Der Sportliche Leiter, Sebastian Schuppan, freut sich darauf, wenn Reitz seine Stärken für RB einbringen kann: „Er hat für seine jungen 24 Jahre schon viel erlebt, schon bei einem großen Bundesligaklub viel Verantwortung tragen müssen und hat das überragend gemacht”, so Schuppan und lobte Reitz' Laufbereitschaft, Mentalität, Zug in den Strafraum, Torgefahr und Scorerqualitäten. „Das ist ein Spieler, der uns sofort in allen drei Wettbewerben weiterhelfen kann und wird”, sagte Schuppan. Wenn er denn erstmal wieder voll fit ist.
Das erste Saisonspiel gegen seinen Ex-Klub Mönchengladbach kommt wohl noch zu früh für ihn. Aber immerhin kann er sich dann vernünftig von seinen Ex-Kollegen verabschieden, was aufgrund des Infekts am Saisonende nicht möglich war.