Vor dem Wiedersehen mit Ex-Klub Eindhoven Vom Klopp-Liebling zum Sorgenfall: Was ist los mit Johan Bakayoko?
Bei PSV Eindhoven wurde Johan Bakayoko zum gefeierten Top-Talent. Jürgen Klopp lotste ihn persönlich nach Leipzig. Vor dem Duell mit seinem Ex-Klub droht dem Belgier nun die nächste Enttäuschung.

Leipzig/hen – „Wir werden uns ganz sicher wiedersehen“, versprach RB-Profi Johan Bakayoko bei seinem Abschied von der PSV Eindhoven im Juli 2025. Am Dienstag (21 Uhr) kommt sein früherer Verein in der Champions League nach Leipzig. Doch ob es zum Wiedersehen kommt, ist fraglich.
Aus dem einstigen Hoffnungsträger ist am Cottaweg ein Sorgenfall geworden. Beim 6:0 gegen Eintracht Frankfurt fehlte Bakayoko vergangenen Samstag einmal mehr im Aufgebot. Nach Informationen von RBlive und Recherchen von Sky war das keine Folge seiner jüngsten Blessur, sondern eine sportliche Entscheidung von Trainer Martín Demichelis. Denn nach seinem Schlag auf sein Knie vor dem Länderspiel-Break hatte der Mittelfeldspieler eigentlich schon wieder mit dem Team trainiert.
Bakayoko war Klopps Königstransfer
Es scheint ein Jammer mit dem talentierten Linksfuss zu werden, denn eigentlich hatte Rasenballsport große Pläne mit dem Belgier. Für rund 18 Millionen Euro wechselte er 2025 von Eindhoven nach Sachsen. Ex-Red-Bull-Berater Jürgen Klopp höchstpersönlich überzeugte ihn von dem Transfer. Eineinhalb bis zwei Stunden habe das Gespräch gedauert, erzählte Bakayoko später. Er galt als Königstransfer des Leipziger Sommers.
In Eindhoven hatte er zuvor einen rasanten Aufstieg erlebt. Mit 16 Jahren kam er in die PSV-Akademie, später wurde er zweimal Meister. In der Saison 2023/24 steuerte er zwölf Tore und neun Vorlagen zum Titel bei und wurde zum besten Talent der Eredivisie gewählt. Insgesamt bestritt er 131 Pflichtspiele für die PSV und traf 33-mal. Europas Klubelite wurde hellhörig.
Auch Demichelis setzt nicht auf Bakayoko
Nach seinem Wechsel zu RB kam der Absturz. Anfangs noch auf dem rechten Flügel gesetzt, lief ihm schnell Yan Diomande den Rang ab. Später kamen Verletzungen hinzu. In seiner ersten Saison unter Ole Werner kam Bakayoko auf 22 Pflichtspiele und drei Tore. Der Durchbruch blieb aus, auch weil der Belgier offenbar wenig Antrieb hat, sein Talent durch harte Trainingsarbeit zu veredeln. Bling-Bling-Vorwürfe stehen ebenfalls im Raum.
Unter Werner-Nachfolger Martin Demichelis schien sich eine neue Chance zu eröffnen. Doch auch der Argentinier setzt derzeit nicht auf ihn. Der bisweilen allzu unbekümmert wirkende Belgier blieb den Beweis schuldig, dass er seine Qualitäten aus Eindhoven dauerhaft auch in Leipzig abrufen kann.
Ausgerechnet vor dem emotionalen Wiedersehen mit dem Klub, bei dem er zum Nationalspieler reifte, steht Klopps einstiger Wunschspieler also auf dem Abstellgleis. Ob Demichelis ihm gegen PSV wenigstens einen Platz auf der Bank gibt, ist noch offen.