Wilder transfermarkt Premier League im Milliardenrausch: Nur ein RB-Deal sprengt englische Top-Ten-Dominanz
Die Premier League gab im Transfersommer mehr als vier Milliarden Euro aus. Dietmar Hamann spricht vom „wilden Westen“. Nur ein RB-Deal durchbricht die englische Dominanz der teuersten Transfers.

Leipzig/hen, sid – Die Premier League hat im Transfersommer 2026 mehr als vier Milliarden Euro für neue Spieler ausgegeben und damit den europäischen Markt dominiert. Unter den zehn teuersten Transfers findet sich nur ein Deal ohne englischen Klub: Yan Diomandés Wechsel von RB Leipzig zu Real Madrid.
In England: 4,42 Mrd Euro für neue Spieler
Offiziell wird der Kaufpreis mit 125 Millionen Euro angegeben. Das ist allerdings nicht Rang eins im Vergleich mit den Deal, die Englands Vereine getätigt haben. Die schwerreichen Klubs von der Insel gaben in diesem Transfersommer unfassbare 4,12 Milliarden Euro für neue Spieler aus – mehr als fünfmal so viel wie die Bundesliga. Allein neun der zehn teuersten Einkäufe tätigten Manchester City, Liverpool und Co.
Die 18 deutschen Erstligisten investierten bis zum Transferschluss am Dienstagabend dagegen vergleichsweise "nur" rund 782 Millionen Euro (Quelle Transfermarkt.de/Stand Mittwoch 12:00 Uhr) in neue Stars. Der große Unterschied: Während die Bundesliga knapp 820 Millionen Euro einnahm und somit einen kleinen Überschuss erwirtschaftete, machte die Premier League satte 1,6 Milliarden Minus.
Hamann: "Du brauchst Chancengleichheit"
Auch die Serie A, die die Bundesliga mit 1,16 Milliarden Euro an Ausgaben weit übertraf, kam auf ein Minus von rund 423 Millionen. Am meisten Geld floss in die Ligue 1 nach Frankreich: Die gab 600 Millionen aus, erzielte aber bei Einnahmen von 1,33 Milliarden ein dickes Plus von 730 Millionen Euro.
Die Engländer befanden sich dagegen im völligen (Kauf-)Rausch. Für Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann ist dies "der wilde Westen, das ist ungerecht. Wenn du einen Wettbewerb willst, dann brauchst du irgendwo Chancengleichheit", sagte er bei RTL/Sky.
Bayern auch beim Einkaufen top
Der Argentinier Enzo Fernandez wechselte kurz vor Transferschluss für angeblich 145 Millionen Euro von Chelsea zu Manchester City. Die "Blues" wiederum zahlten für Morgan Rogers 138 Millionen Euro an Aston Villa. Liverpool ließ sich Bradley Barcola von Paris Saint-Germain 135 Millionen kosten, ebenso viel überwies City für Elliot Anderson an Nottingham. Nur Real Madrid konnte da halbwegs mithalten: Die Königlichen leisteten sich Yan Diomande für 125 Millionen von RB.
Und die Bundesliga? Da lag bei den Rekord-Einkäufen wie so oft Bayern München vorne. Der Rekordmeister gab für Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt und Ismael Saibari von der PSV Eindhoven jeweils rund 50 Millionen Euro aus. Für englische Verhältnisse: zwei echte Schnäppchen.