Dani Olmo im gesprächVor Duell mit DFB-Team: "Die Deutschen sind immer da, wenn es drauf ankommt"

Im Gespräch mit Mitteldeutscher Zeitung und RBlive gibt Leipzigs spanischer Nationalspieler Dani Olmo Einblicke in das Selbstbewusstsein von "La Roja", Duelle mit Deutschland und das Aufeinandertreffen mit seinen RB-Kollegen David Raum und Lukas Klostermann.

Von Martin Henkel Aktualisiert: 27.11.2022, 09:34
RB-Profi Dani Olmo im Finale der U21-EM gegen Deutschland
RB-Profi Dani Olmo im Finale der U21-EM gegen Deutschland (imago/aflosport)

Spanien gegen Deutschland ist das Duell zweier Giganten des Weltfußballs, das am Sonntag über ein offenes Gruppenfinale bei der WM in Katar entscheidet, oder aber die DFB-Elf vorzeitig aus dem Turnier wirft. Vorausgesetzt, Spanien gewinnt.

Zweimal gegen Deutschland: zwei Siege

Wie es ausgeht? Alles ist möglich. Per se, wenn die Weltmeister von 2010 und 2014 aufeinandertreffen. Aber auch, weil einer aus der Reihen von "La Roja" die Gegner gut kennt: Dani Olmo, Teamkamerad von Lukas Klostermann und David Raum bei RB Leipzig, der seit Januar 2020 für die "Roten Bullen" spielt.

Vor dem Start der Weltmeisterschaft hat der 24 Jahre alte spanische Nationalspieler (26 Spiele, fünf Tore) u.a. mit der Mitteldeutschen Zeitung und RBlive über das anstehende Duell gesprochen, über seine Teamkameraden auf der anderen Seite des Spielfeldes morgen - und über seine Erinnerungen an Spiele gegen Deutschland. Zwei davon gab es für ihn zuletzt, er hat sie beide gewonnen.

Dani Olmo, das ist Ihre erste Weltmeisterschaft. Wie fühlt sie sich für Sie an?
Es ist alles sehr aufregend. Ich bin sehr glücklich, dabei zu sein.

Morgen spielen Sie gegen Deutschland, viele Spieler kennen Sie aus der Bundesliga. Was werden Sie Ihren Kollegen über die deutschen Profis berichten?
Es gibt keine Einzelspieler, über die ich berichten werde. Es ist das ganze deutsche Team, das sehr schwer zu bespielen ist. Sie haben erstklassige Spieler, daran gibt es keinen Zweifel. Aber sie sind vor allem als Team gefährlich. Es wird ein großer Fight. Aber wir werden bereit sein.

Olmo über "große Spiele"

Sie könnten, sofern Sie über die rechte Flanke kommen, auf Ihren Teamkollegen bei RB, David Raum treffen. Seltsam?
Ich freue mich in erster Linie, dass David und auch Lukas Klostermann nominiert wurden. Es wird schon komisch sein, ja, denn wir sehen uns ja normalerweise in Leipzig jeden Tag. Aber gleichzeitig wird es Spaß machen, ich werde mich freuen, sie zu sehen.

Haben Sie im Vorfeld darüber gesprochen?
Nein, das war kein großes Thema.

Sie selbst wissen sehr gut, wie man Deutschland schlägt. Sie haben im Finale der U-21-EM 2019 das Siegtor geschossen.
(lacht) Stimmt. Ich habe sehr schöne Erinnerungen an das Endspiel. Duelle gegen Deutschland sind immer sehr eng und Details sind entscheidend. So wie immer in großen Spielen.

Ein 6:0 wiederholt sich nicht einfach so

Dani Olmo

Deutschland hat seit 34 Jahren nicht mehr gegen Spanien in einem Pflichtspiel gewonnen. Sie waren selbst beim jüngsten 6:0 in der Nations League dabei. Was erinnern sie von dieser Partie?
Es war ein schöner Sieg, außergewöhnlich. Aber das ist Vergangenheit, man kann daraus nur noch wenig für die Gegenwart ziehen. Wir wissen, dass Deutschland immer da ist, wenn es drauf ankommt. So ein 6:0 wiederholt sich nicht einfach so.

Dem DFB-Team fehlt ihr RB-Kollege Timo Werner aufgrund eines Syndesmosebandrisses. Wie sehr fehlt der dem Spiel der Deutschen?
Ich denke, der Ausfall von Timo ist bitter. Er war sehr unglücklich, als klar war, dass er die WM verpassen wird. Aber Timo ist jung, er wird seine WM noch spielen. So ist leider der Fußball und auch das Leben. Aber es tut mir natürlich sehr leid für ihn.

Auch Christopher Nkunku verpasst die WM verletzt. Was empfinden Sie?
Dasselbe wie für Timo. Er war in fantastischer Form und es war sein Traum, bei der WM dabei zu sein. Das ist für uns Fußballer das größtmögliche Ereignis.

RB-Profi über Spaniens Selbstbewußtsein

Sie haben im Vorfeld des Turniers gesagt, dass Deutschland zu den Favoriten des Turniers zählt. Wer noch?
Brasilien, Argentinien, Frankreich – das sind Teams, die immer Favoriten auf den Titel sind.

Sie haben ebenso gesagt, dass ihr Trainer Luis Enrique eine besondere Persönlichkeit ist. Was macht ihn so speziell?
Sein Wissen über Fußball, seine Art, das rüberzubringen. Alles ist klar und jeder auf dem Feld weiß, was er zu tun hat. Das macht es für uns alle einfacher.

Für Spanien war seit 2010, nach dem Gewinn der WM, bei den zwei folgenden Turnieren jeweils in der Gruppenphase und im Achtelfinale Schluss. Was trauen Sie sich in Katar zu?
Wir wissen, was wir draufhaben und ich denke, wir können jedes Team auf der Welt schlagen. Wir glauben an uns.

Sie selbst befinden sich in bestechender Form. Das war vor wenigen Wochen nicht abzusehen, als sie sich im September gegen Frankfurt verletzten. Wie waren diese Wochen für Sie?
Es war hart. Vor allem in den Stunden, als ich nicht wusste, wie schwer die Verletzung ist. Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, als klar war, dass ich nur fünf bissechs Wochen würde aussetzen müssen. Damit war klar, dass ich noch ein paar Spiele haben würde, um für die WM in Form zu kommen.

Rund um die ersten WM-Tage gab es Debatten über die Vergabe der WM nach Katar, über das Wetter, die Arbeits- und Lebensbedingungen von Arbeitern, die Rechte von Minderheiten. Wie nehmen Sie die Gesamtsituation wahr?
Als Fußballer ist es mir relativ gleich, unter welchen klimatischen Bedingungen eine WM stattfindet. Sie ist eine einmalige Erfahrung und ich versuche, sie zu genießen. Bei all den anderen Themen ist mein Standpunkt klar: Alle Menschen sind einzigartig und gleich. Daran gibt es für mich keinen Zweifel.