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Nach Klausur in Thüringen XXL-DFB-Team: RB-Jungstar wohl beim Neustart unter Klopp dabei

Jürgen Klopp legt los – der neue Bundestrainer denkt vor seiner ersten Kader-Nominierung groß und nominiert wohl auch einen RB-Spieler, dessen Transfer er noch in Diensten des Klubs mit forciert hat.

16.09.2026, 11:45
Wohl beim DFB-Team dabei: Brajan Gruda.
Wohl beim DFB-Team dabei: Brajan Gruda. (Foto: imago/Picture Point)

Köln/sid/ukr – Jetzt kommt die Jürgen-Klopp-Revolution – und Fans legen besser ein Bundesliga-Sonderheft bereit. Der Bundestrainer wird am Donnerstag für die ersten vier Spiele eines neuen DFB-Zeitalters einen ungewohnten XXL-Kader nominieren. Von mehr als 30 Spielern und sogar bis zu 40 ist die Rede, und damit auch von Namen, bei denen selbst Fachkundige Probleme mit der sofortigen Vereins-Zuordnung haben.

Gruda vor seiner Länderspiel-Premiere

Weil das Fußball-Geschäft löchrig ist wie ein Sieb, kursieren zur grundlegend veränderten deutschen Nationalmannschaft bereits mehr oder weniger gesicherte Informationen im Überfluss. So soll Felix Keidel von der SV Elversberg um 10 Uhr auf dem DFB-Campus zu den großen Überraschungen gehören, ebenso werden wohl Younes Ebnoutalib (Eintracht Frankfurt) und Brajan Gruda von RB Leipzig dabei sein. Vielleicht noch Paris Brunner aus Monaco? Hennes Behrens aus Augsburg? Rafael Pinto Pedrosa, aus der 2. Liga, vom Karlsruher SC? Alles ist möglich!

Gruda ging formstark in die Saison, hatte jedoch muskuläre Probleme und fehlte RB in der Krise. Am Sonntag gegen den HSV gab er ein gutes Comeback, erst auf dem rechten Flügel und dann in der zweiten Hälfte im zentralen Mittelfeld. Gruda war schon mal für das Nationalteam nomininiert, hat aber noch kein Länderspiel absolviert. Er wäre der neunte deutsche Nationalspieler in Diensten von RB.

Undav und Baumann fehlen?

Allein damit erzeugt Klopp ein Gefühl von Aufbruch. Es soll ein Fußball-Ruck durch Deutschland gehen. „Ich habe wahnsinnig viele Ideen”, versprach er, „es werden Spieler eine Chance bekommen, die damit noch gar nicht rechnen.” Und, da war der Riesenkader schon angedeutet: „Ich werde nicht mit elf Mann durchpeitschen, die alle vier Spiele spielen.”

Für den Wiederaufbau nach dem WM-Zusammenbruch unter Julian Nagelsmann hat Klopp sich in Klausur im thüringischen Blankenhain mit seinem Team auch auf die neue Nummer eins im Tor festgelegt: Marc-André ter Stegen soll es sein, wobei eine Rotation denkbar ist. Obwohl der Stamm weiter aus den WM-Verlierern um Kapitän Joshua Kimmich bestehen wird, werden andere, geläufige Namen wahrscheinlich fehlen. So zum Beispiel Deniz Undav und Oliver Baumann.

Klopp in der Kantine

Klopp will „inspirieren”, den Zuschauern soll beim Überfallfußball der Mund offenstehen: Der Bundestrainer spricht von einem „Wow”-Effekt. Dafür will er alle mitnehmen – den Deutschen Fußball-Bund scheint er schon für sich eingenommen zu haben. Und das nicht nur mit einem großen Grillfest.

„Er geht in die Kantine, ist sehr nahbar für alle”, berichtete DFB-Präsident Bernd Neuendorf. „Er hat alle Mitarbeiter versammelt und zu ihnen gesprochen.” Klopp versuche, „diese Energie, die er versprüht, sobald er den Raum betritt, irgendwie zu übertragen auf alle”.

Klopp: „Ich war schon immer mutig”

Nun ist es an der Zeit, auch seine Spieler „anzuzünden”. Am Freitag reist Klopp nach Herzogenaurach, um von dort die wichtigsten Spiele des Wochenendes zu verfolgen. Für letzte Erkenntnisse – und hoffentlich Verletzungsfreiheit, damit am Sonntag und Montag alle Nominierten zusammenkommen können.

Wie viele es sein werden, 28, 30, 35 oder 40 gar, wie die Berichterstattung der Bild-Zeitung es vermuten lässt? Das hängt davon ab, wie Klopp sein Debüt in Amsterdam gegen die Niederlande (24. September) und die weiteren Nations-League-Spiele gegen Griechenland (2x) und Serbien plant. „Ich war schon immer mutig und werde es auch bleiben”, versprach er.

Orientierung an Rangnick?

Also: Mit kleineren Anpassungen zwischendurch? Oder einem größeren Wechsel zur Halbzeit des riesigen Länderspielfensters? Ein Beispiel zur Orientierung: Ralf Rangnick berief gerade in Österreich 27 Spieler – und 16 weitere auf Abruf. Fakt ist: Für jedes Spiel darf Klopp gemäß UEFA-Regularien nur 20 Feldspieler plus drei Torhüter melden. Je größer sein Anfangskader, desto größer die Streichliste.

Klopp will nichts dem Zufall überlassen. Er hatte vorab 57 Feldspieler mit Nationalelf-Potenzial identifiziert, seine Ideen festigte er auf einer Deutschland-Reise zu vielen Vereinen und in Dutzenden Telefonaten. Einige müssen für die Angerufenen extrem positiv gewesen sein, andere weit weniger erfreulich. Wer jetzt nicht zum XXL-Kader gehört, darf sich vorerst maximal dem erweiterten Blickfeld zurechnen. Das würde auf Undav zutreffen, aber die Tür bleibt offen.

Mehrere bekannte Gesichter werden für die Fans nicht oder nicht mehr im DFB-Trikot zu sehen sein. Manuel Neuer und Antonio Rüdiger haben ihre Karriere in der Nationalmannschaft beendet, Leon Goretzka ist nicht fit, Leroy Sané in der Türkei außer Form. Auch für Nick Woltemade könnte es eng werden. Ansonsten gilt: Her mit dem Bundesliga-Sonderheft. Es geht los!