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Zusammenbrüche gegen RB und Heidenheim „Neurologische Dysfunktion”: Musiala erklärt rätselhafte Absencen

Gegen RB Leipzig traten die Symptome zuerst auf, gegen Heidenheim wiederholte sich, dass Jamal Musiala auf dem Rasen kurz wegtrat. Nun erklärte der Nationalspieler die Ursachen.

19.08.2026, 11:28
Nach neun Minuten wieder raus: Jamal Musiala brach gegen Heidenheim erneut zusammen.
Nach neun Minuten wieder raus: Jamal Musiala brach gegen Heidenheim erneut zusammen. (Foto: imago/sven simon)

München/Heidenheim/dpa – Nationalspieler Jamal Musiala hat beim FC Bayern München für einen erneuten Schreckmoment gesorgt. Wenig später gab er selbst zumindest leichte Entwarnung, als er den Grund für seine Zusammenbrüche öffentlich machte. „Das Wichtigste zuerst – mir geht es gut!”, teilte der 23-Jährige nach dem 4:2 (1:2)-Sieg des deutschen Fußball-Rekordmeisters im Testspiel beim 1. FC Heidenheim über die sozialen Medien mit.

Wie schon drei Tage zuvor im Test gegen RB Leipzig (3:1) war Musiala auf dem Rasen zusammengebrochen. Bayern-Sportvorstand Max Eberl hielt sich zum Gesundheitszustand des Offensivstars zunächst bedeckt, ehe sich Musiala nach der Partie beim Bundesliga-Absteiger selbst zu Wort meldete.

Musiala erklärt seine Symptome selbst

„Ich verstehe, dass sich viele von euch Sorgen machen. Diese Sorge möchte ich euch heute nehmen und euch dazu etwas erklären”, schrieb Musiala an die Fans gewandt. „Es wurden bei mir temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen festgestellt, welche auf eine neurologische Dysfunktion zurückzuführen sind. Diese können zu den zuletzt vorgekommenen Momenten führen, wie gegen Leipzig oder auch jetzt in Heidenheim.”

Funktionelle neurologische Störungen sind „eine Fehlanpassung der Informationsverarbeitung im Gehirn”, wie die Deutsche Hinrnstiftung erklärt. Sie seien „kein Ausdruck einer Schädigung des Nervensystems„. Es seien „echte Symptome ohne klare Ursache”. Zu den häufigen Symptomen zählen demnach Schwindel und Bewegungsstörungen.

  • „Absencen” bedeutet „Abwesenheiten”, sind eine Form epileptischer Anfälle und treten nach Angaben der amerikanischen Epilepsy Foundation besonders häufig bei Kindern im Alter von 4 bis 14 Jahren auf, können aber auch bei Jugendlichen oder Erwachsenen vorkommen.
  • Gerade bei Kindern werden kurze Absencen, die üblicherweise nur wenige Sekunden dauern, mit Tagträumen und Unaufmerksamkeit verwechselt und von Außenstehenden gar nicht als Symptom eines gesundheitlichen Problems bemerkt.
  • Während einer typischen Absence ist die Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit vorübergehend beeinträchtigt. Betroffene reagieren in der Regel nicht oder kaum auf ihre Umgebung und auf Ansprache.
  • Dabei kann es vorkommen, dass die Augen nach oben rollen. Sobald eine typische Absence vorüber ist, kann eine betroffene Person ihre vorherige Tätigkeit schon nach kurzer Zeit wieder fortsetzen - in der Regel bleibt nur eine kurze Erinnerungslücke.

Musiala war bei der Generalprobe der Bayern für den Pflichtspielstart mit dem Supercup bei Borussia Dortmund am kommenden Samstag erst nach gut einer Stunde eingewechselt worden – genau wie Harry Kane, Michael Olise und etliche weitere Bayern-Stars.

„Musiala”-Rufe von allen Seiten

Schon nach wenigen Minuten musste er – genau wie gegen Leipzig – am Boden liegend von medizinischem Personal behandelt werden. Mit- und Gegenspieler bildeten zum Sichtschutz schnell einen Kreis um den zusammengesackten Profi der Bayern. Von den Rängen gab es laute „Musiala”-Rufe – auch aus dem Heidenheimer Fanblock. Kurz später konnte der Offensivstar den Platz zwar eigenständig verlassen, setzte die Partie aber nicht mehr fort.

„Er ist in der Kabine, er zieht sich um, er duscht”, berichtete Eberl. „Wir wussten und wissen Bescheid”, sagte der Sportchef über den WM-Fahrer, ging aber nicht weiter ins Detail. Das übernahm kurz später dann Musiala selbst.

Mehrere Rückschläge seit der Klub-WM

Für ihn seien solche Momente aktuell Teil des Alltags, erklärte Musiala, der seit seiner schweren Verletzung bei der Klub-WM 2025 schon mit mehreren gesundheitlichen Rückschlägen zu kämpfen hatte und weiter nach seiner einstigen Form sucht. „Ich bin diesbezüglich in bester medizinischer Behandlung und sehr optimistisch. Der FC Bayern und mein privates Umfeld sind immer an meiner Seite und unterstützen mich auf diesem Weg. Wichtig ist, es besteht kein darüber hinausgehendes gesundheitliches Risiko.”

Es sei „in enger Abstimmung und in regelmäßigem Austausch mit den Experten” sein persönlicher Wunsch gewesen, sich „der Herausforderung zu stellen und mit der Freigabe der neurologischen Fachärzte weiter dem zu widmen, was mir bei der Genesung am meisten hilft: Einfach meinen Alltag zu leben und meiner Passion Fußball zu spielen weiter nachzugehen. Dafür habe ich die Verantwortung übernommen.”

Nur neun Minuten nach seiner Einwechslung war Musiala in Heidenheim von Bayern-Trainer Vincent Kompany wieder vom Feld genommen worden. Luis Díaz (78. Minute) und Nathaniel Brown (83.) sorgten mit ihren Toren anschließend noch für einen späten Sieg der Gäste, bei denen viele Topspieler zunächst draußen blieben.