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Leipzigs FRANKREICH-STRATEGIE Elf Franzosen seit 2016: Ist RB der Top-Ausbilder der Équipe Tricolore?

Mit Maxime Estève verpflichtet RB seit 2016 bereits den elften Franzosen. Vier schafften in Leipzig den Sprung in Frankreichs A-Nationalmannschaft – der Spitzenplatz unter den nicht-französischen Klubs.

Von Martin Henkel 18.07.2026, 05:53
RB-Neuzugang Maxime Estève im Trikot der französischen U-21-Nationalmannschaft.
RB-Neuzugang Maxime Estève im Trikot der französischen U-21-Nationalmannschaft. Foto: Imago/Panoramic by PsnewZ

Leipzig/hen - Mit Maxime Estève hat RB Leipzig den elften französischen Profi seit dem Bundesliga-Aufstieg 2016 verpflichtet. Eine bemerkenswerte Zahl – denn so viele Spieler einer ausländischen Nation kamen in diesem Zeitraum nur noch aus Österreich. Was lange als Red-Bull-Land Nummer eins galt, bekommt damit Konkurrenz.

Neuer Scoutingblick Richtung Frabkreich

Der Unterschied: Während die Österreicher meist über das eigene Netzwerk den Weg nach Leipzig fanden – allen voran über Red Bull Salzburg –, stammt die französische Achse aus einem völlig anderen Scouting-Ansatz. RB sucht gezielt junge, entwicklungsfähige Spieler aus einer der talentreichsten Fußballnationen der Welt und bietet ihnen früh Einsatzzeiten auf hohem Niveau.

Der Erfolg gibt den Sachsen recht. Dayot Upamecano entwickelte sich in Leipzig zum französischen Nationalspieler und wechselte anschließend zum FC Bayern. Ibrahima Konaté schaffte von RB den Sprung zum FC Liverpool und gehört heute ebenso zum Stammpersonal der Équipe Tricolore. Christopher Nkunku wurde in Leipzig zum Bundesliga-Star und Nationalspieler. Castello Lukeba hat inzwischen ebenfalls den Sprung in die A-Nationalmannschaft geschafft.

Spitzenplatz für RB

Seit dem Bundesliga-Aufstieg 2016 hat kein anderer Bundesligist mehr Franzosen verpflichtet. Nur der FC Bayern kommt – je nach Zählweise – auf neun bzw. zehn Spieler (Leihe Kingsley Coman 2015, gekauft 2017), Borussia Mönchengladbach folgt mit sieben. Mit vier Debütanten in der A-Nationalmannschaft teilt sich RB zudem bei der Personal-Versorgung der Equipe Tricolore den Spitzenplatz mit Spaniens Erstligisten FC Sevilla.

Diesen Weg setzt Rasenballsport mit El Chadaille Bitshiabu (21), Abdoul Koné (21) und nun Estève konsequent fort. Alle drei sind Junioren-Nationalspieler und bringen das Potenzial mit, den nächsten Schritt zu gehen. Estève ist mit 24 Jahren zwar weiter entwickelt als seine Landsleute, passt aber ebenfalls ins Profil: athletisch, spielstark und mit Perspektive für höhere Aufgaben.

Ist Estève der Nächste?

Dass inzwischen elf Franzosen und elf Österreicher seit 2016 für RB spielten, ist deshalb mehr als eine Randnotiz. Es zeigt, wie sich die Transferstrategie verändert hat. Österreich bleibt durch das Red-Bull-Netzwerk wichtig. Frankreich aber entwickelt sich zunehmend zum wichtigsten externen Talentmarkt der Leipziger.

Und vielleicht bald auch zur wichtigsten Nationalmannschaft, für die Leipzig ausbildet. Upamecano, Mukiele, Nkunku und Lukeba haben den Weg bereits vorgemacht. Estève könnte der Nächste sein.

Die Liste der Franzosen bei RB:

  • Dayot Upamecano (2017–2021)
  • Ibrahima Konaté (2017–2021)
  • Jean-Kévin Augustin (2017–2019)
  • Nordi Mukiele (2018–2022)
  • Christopher Nkunku (2019–2023)
  • Mohamed Simakan (2021–2024)
  • El Chadaille Bitshiabu (seit 2023)
  • Castello Lukeba (seit 2023)
  • Tidiam Gomis (seit 2025)
  • Abdoul Koné (seit 2026)
  • Maxime Estève (seit 2026)