Benjamin Henrichs

"Fußball ist brutal, das hat man bei mir gesehen"

Fünffacher Nationalspieler von RB Leipzig spricht über seine Leidenszeit unter Jesse Marsch, seine Beziehung zu Domenico Tedesco und darüber, woher sich die beiden kennen.

Aktualisiert: 25.01.2022, 22:54
Benjamin Henrichs von RB Leipzig: "Es wird wohl ein bißchen anstrengend"
Benjamin Henrichs von RB Leipzig: "Es wird wohl ein bißchen anstrengend" (imago/christian schroedter)

Benjamin Henrichs hat in einem Interview mit dem MDR Zweifel angedeutet, ob er sich auf die kommenden Trainingstag mit RB-Trainer Domenico Tedesco freuen soll. Es sind die ersten zwei Wochen am Stück, die der 36 Jahre alte Coach zu Übungszwecken mit seinem seit Dezember neuen Kader hat. "Jetzt kann der Trainer zum ersten Mal mit uns arbeiten und mit uns reden, in der englischen Woche kommst du ja kaum zum trainieren", sagt Henrichs und fügte hinzu: "Es wird wohl ein bisschen anstrengend."

Henrichs zahlt zurück

Tedesco hatte nach dem 2:0 gegen den VfL Wolfsburg vorigen Sonntag angedeutet, dass er die bis zum Spiel beim FC Bayern verbleibende Zeit auch fürs Konditionsbolzen verwenden will, um sein Personal auf die Englischen Wochen mit Spielen in der Liga, in der Europa League (San Sebastian) und im DFB-Pokal (Auslosung am 30. Januar) vorzubereiten. Das sind keine Aussichten, die Spielern behagen.

Henrichs aber rechnet sich was aus. Zuletzt hatte der Trainer ihn mehrfach eingesetzt, zuletzt in Abwesenheit von Ilaix Moriba sowie Amadou Haidara (Afrika Cup), der Corona-Quarantäne von Nordi Mukiele und dem Ausfall von Emil Forsberg zwei Mal von Beginn an:  einmal als hängende Acht im Mittelfeld, einmal als Rechtsverteidiger. Henrichs zahlte mit einem Tor und zwei Vorlagen zurück.

"Du musst stark bleiben, auch wenn es nicht einfach ist", sagt er deshalb mit Blick auf die Tage bis zum Bayern-Spiel (5. Februar), in denen er sich weiter in die Gunst seines Übungsleiters trainieren will. Tedesco kennt Henrichs noch als Jugendtrainer des VfB Stuttgart, während dieser Zeit spielte der frühere Nationalspieler bei Bayer Leverkusen.

Wechsel in diesem Winter geplant

"Er hat gesagt, dass er mit mir auf rechts plant, weil er mich noch aus der Jugend kennt. Er weiß, dass ich da spielen kann", so Henrichs. "Er hat mit mir gesprochen, er hat gesagt, dass er auf einen offenen Austausch sehr viel Wert legt."

Damit deutete sich ein Duell mit Nordi Mukiele um die Position auf der rechten Außenbahn an. Der Franzose hat mehr Power als sein deutscher Kontrahent, ruft seine Talente aber nicht jeden Spieltag ab. Für Henrichs eine Chance.

Die hatte er zuletzt kaum. Schon unter Julian Nagelsmann war er nur Ersatz. Im Sommer fest von der AS Monaco verpflichtet, setzte anschöießend Trainer Jesse Marsch auf andere Spieler für sein laufintensives Pressing-Spiel. Zumal Henrichs immer wieder verletzt war. In diesem Winter wollte er deshalb eigentlich wechseln.

In den sieben Spielen unter Tedesco stand er jetzt allerdings schon fast genauso lang auf dem Platz (362 Minuten) wie zuvor in den 22 Partien mit Marsch (378 Minuten). "Fußball ist brutal, das hat man an mir gesehen", sagt der 24-Jährige: "In der Hinrunde habe ich kein Spiel über 90 Minuten gemacht. Und jetzt beim neuen Trainer wurde ich in jedem Spiel eingesetzt."

Was Henrichs noch so zu sagen hat, etwa über Tedescos neuen Spielstil, Leipzigs zurückgewonnene Effizienz und ein Comeback des Nagelsmann-Fußballs, findet ihr hier.