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RB-Trainer im exklusiv-interview Ole Werner: "Ich habe keinen Namen, der mir eine Tür geöffnet hat"

Seit Sommer 2025 ist Ole Werner Trainer von RB Leipzig. Keine 13 Jahre zuvor war er Nachtwächter an einem Krimi-Drehort. Im Gespräch mit RBlive-Reporter Martin Henkel berichtet der 37-Jährige von 125-Euro-Entschädigungen, den "Passat" seiner Eltern und die teils zufälligen Anfänge seiner Trainerlaufbahn.

Von Martin Henkel Aktualisiert: 10.01.2026, 12:17
RB-Trainer Ole Werner
RB-Trainer Ole Werner (Foto: Imago/Motivio)

Almancil/Leipzig – Ole Werner kommt zum Interview ins Sterne-Restaurant von Heinz Beck. Das Lokal im „Conrad“-Hotel in Almancil ist leer und der deutsche Drei-Sterne-Koch in der Winterpause. Ganz anders als der Trainer von RB Leipzig, der sich mit seinem Team an der Algarve in Portugal auf den Restart der Saison vorbereitet.

Absage für RB-Duell in Hamburg

Was Werner zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen kann: Das Eröffnungsspiel ins neue Jahr an diesem Samstag beim FC St. Paul wird Sturmtief Elli zum Opfer fallen. Doch es könnte schlimmer kommen. 

Der 37-Jährige hat noch ein paar angeschlagene Spieler im Kader; ie können jetzt weiter genesen. Und dass ihm langweilig wird, steht auch nicht zu befürchten. „Ich liebe es, über Fußball nachzudenken“, sagt der Trainer während des 45-minütigen Interviews, in dem es neben 125-Euro-Jobs und einem VW Passat auch um die kuriosen Zufälle einer Trainer-Biografie mit Stationen in Kiel, in Bremen und jetzt in Leipzig geht, die im deutschen Fußball ein wenig ihresgleichen sucht.

Guter Schlaf

Herr Werner, es ist keine 13 Jahre her, da waren Sie als Student Nachtwächter am Drehort eines "Tatorts". Mittlerweile sind Sie Trainer bei einem potenziellen Champions-League-Klub. Wachen Sie manchmal nachts auf und denken: Hallelujah!?
Ole Werner: (lacht) Eigentlich nicht.

Wachen Sie überhaupt manchmal nachts auf?
(lacht) Eher selten. Ich habe einen sehr guten Schlaf. Und wenn ich doch mal wach bin, dann gibt es diesen Moment, den sie ansprechen, nicht. Ich bin ja nicht von heute auf morgen im Profifußball gelandet, sondern das kam Schritt für Schritt. Ich habe auch eine Menge dafür getan, habe an eine Menge Türen geklopft. Und ich hatte keinen Namen, der mir eine geöffnet hätte. Ich bin mit jeder Station in das Geschäft hineingewachsen.

Ole Werner als Trainer der 2. Mannschaft von Holstein Kiel Juli 2015
Ole Werner als Trainer der 2. Mannschaft von Holstein Kiel Juli 2015
Imago objectivo

Sie haben mit 20 Jahren aufgehört, Spieler bei Holstein Kiel zu sein. Gut fünf Jahre haben Sie gar nichts mit Fußball gemacht, waren Student oder Gärtner in Australien, ehe Sie Nachwuchstrainer bei ihrem Jugendklub wurden. Das bringt Sie nie für einen Augenblick an den Punkt, an dem Sie erstaunt sind über sich selbst?
Nein. Aber überrascht bin ich manchmal. Ich habe das Selbstbewusstsein zu sagen, dass ich mir meinen Job erarbeitet habe. Und doch es gab immer auch Zufälle und kuriose Begegnungen, die mir geholfen haben.

Glücklicher Zufall

Welcher Zufall hatte den größten Impact?
Der ganz am Anfang meiner Trainerlaufbahn. Ein früherer Mitspieler hatte als U-12-Trainer aufgehört, und ich wurde gefragt, ob ich das nebenher machen möchte. Damals war ich Student. Prima, dachte, ich, verdiene ich mir was dazu. Also habe ich zugesagt, und als ich das erste Mal auf die Anlage kam, sah ich einen Trainer bei der U16, den ich kannte. Nachdem wir ein bisschen geplaudert hatten, ist er ohne mein Wissen zum Verein und hat gefragt, ob es nicht besser wäre, wenn ich sein Co-Trainer werde. Also war ich plötzlich U16-Co-Trainer. Wäre ich bei der U12 gelandet, wäre ich wahrscheinlich Hobby-Trainer geblieben. Bei der U16 habe ich extrem viel für meinen Beruf gelernt.

Wieso überhaupt die Rückkehr damals in den Fußball?
Ich war ja viele Jahre Fußballer gewesen und dachte, im Nachwuchsbereich zu trainieren, würde mir in meinem Leben eine Struktur geben. Und ich würde etwas mehr Sinn finden, als nur zu studieren, nebenbei zu jobben und am Wochenende feiern zu gehen. Aber als Beruf war das trotzdem damals überhaupt kein Thema.

Wann änderte sich das?
Als ich 2016 als U23-Coach der Interimstrainer der ersten Mannschaft für den entlassenen Karsten Neitzel wurde. Das lief gut, und mit dem Vertrag, den der Verein mir danach gab, konnte ich erstmals von dem Job leben.

125 Euro Lohn

Davor nicht?
Ich hatte eine C-Lizenz, weil ich mir keine andere leisten konnte. Die weiterführenden Lizenzen waren mit 4000, 5000 Euro Ausbildungskosten zu teuer. Ich war ja Student und verdiente so gut wie nichts. Als ich zum Beispiel U16-Trainer war, wir haben Regionalliga gespielt, habe ich mir immer mal das Auto meiner Eltern geliehen, um mir den nächsten Gegner anzusehen. Für den gesamten Job bekam ich 125 Euro. Wenn ich das meinen Eltern erzählt hätte, hätten sie mir das Auto nie gegeben und mir stattdessen wahrscheinlich den Vogel gezeigt (lacht).

Ole Werner bei seinem ersten Spiel als Interimstrainer für Holstein Kiel am 20. September 2019, einem 1:2 gegen Hannover 96.
Ole Werner bei seinem ersten Spiel als Interimstrainer für Holstein Kiel am 20. September 2019, einem 1:2 gegen Hannover 96.
Imago Sven Simon

Sie wurden 2019 Cheftrainer des 1. Teams und machten nebenher ihren Fußballlehrerschein.
Genau. Von da an dachte ich: Okay, Ole, das könnte tatsächlich ein Beruf für dich werden. Erst als ich die finanziellen Möglichkeiten dafür hatte, begann sich dieser Weg zu öffnen.

Was gibt Ihnen der Fußball?
Das Allerschönste sind die Emotionen. Im Fußball gibt es extrem viele Underdog-Momente, Lastminute-Treffer, einzelne Situationen, die alles kippen können.

Normales Leben

Was noch?
Dass ich mir die ganze Zeit Gedanken machen kann. Der Alltag ist wahnsinnig abwechslungsreich und komplex.

Nimmt Ihnen der Fußball etwas?
Nehmen? Eher nicht. Man könnte aber sagen, der Faktor Zeit kommt etwas zu kurz. Aber verglichen mit den Vorteilen, die der Job hat, fällt das kaum ins Gewicht.

Wie sind Sie, wenn Sie nicht Ole Werner, der Fußballtrainer sind?
Sie würden mich vermutlich kaum bemerken. Abseits meines Berufes führe ich das normalste Leben, das man sich vorstellen kann.

Eingeschworene Mannschaften

Gibt es einen Trainer, der Sie inspiriert oder inspiriert hat?
Ich fand‘ Louis van Gaal interessant, als er zu den Bayern kam. Der hat damals im Kader nicht viel verändert, zog zwei, drei Nachwuchsspieler hoch, und auf einmal stand ein Team, das vorher nicht funktioniert hat, im Champions-League-Finale. Oder auch José Mourinho mit seiner Art, Teams zu führen. Das gilt auch für Jürgen (Klopp, Global Head of Soccer bei Red Bull Soccer, Anm. Red.). Doch du hast keinen direkten Einblick, wie diese Trainer arbeiten. Für meine Art, Fußball spielen zu lassen, waren die Jahre in Kiel deshalb am prägendsten. Ich konnte den Trainern vor Ort über die Schulter schauen. Weil ich so in der ersten Reihe saß, habe ich am meisten gelernt und verstanden.

Ole Werners erste Pressekonferenz als Trainer von Werder Bremen Dezember 2021.
Ole Werners erste Pressekonferenz als Trainer von Werder Bremen Dezember 2021.
Imago Nordphoto

Was ist Ihre große Stärke, die Sie zu dem Trainer macht, der Sie sind?
Ich verstehe natürlich ein bisschen was von Fußball (lacht). Aber was ich meiner Meinung nach sehr gut kann, ist, mich in andere Menschen hineinzuversetzen.

Wobei hilft Ihnen das?
Es gibt mir die Möglichkeit, gute Entscheidungen zu treffen und dabei viele Leute in eine Teamarbeit einzubinden. Ich denke, die Mannschaften, die ich bislang trainiert habe, waren immer eingeschworene Mannschaften. Und die Menschen darum ein Team.

Werner unverändert

Was sehen Sie, wenn Sie auf den Ole Werner vor zehn Jahren blicken?
Es ist interessant, dass sie das fragen. Ich habe mich so gut wie nicht verändert. Dafür aber das Drumherum. Vor zehn Jahren hätte mich auf der Straße niemand erkannt, jetzt schon. In meinem Privatleben hingegen hat sich überhaupt nichts verändert. Fast schon ein wenig bedauerlich, wenn ich sehe, was in meinem Freundeskreis alles so los ist (lacht).

Mögen Sie es so?
Sehr. Der Grund dafür ist ja, weil in meinem Beruf so viel los ist.

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