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  5. Schlager blickt auf RB-Zeit zurück: Nicht jede Kabine funktioniert

Schlager im großen Abschiedsinterview Nicht jede Mannschaft wird eine Einheit

Xaver Schlager spricht über seine vier Jahre bei RB Leipzig, funktionierende Kabinen – und sein neues Abenteuer nach der WM.

Von Martin Henkel Aktualisiert: 19.05.2026, 13:16
"Dann gibst du dein letztes Hemd": RB-Profi Xaver Schlager im großen Abschiedsinterview
"Dann gibst du dein letztes Hemd": RB-Profi Xaver Schlager im großen Abschiedsinterview Foto: Imago/Motivio

Leipzig – Vier Jahre lang prägte Xaver Schlager das Mittelfeld von RB Leipzig, nun verlässt der Österreicher den Klub ablösefrei. Im großen Abschiedsinterview mit RBlive-Reporter Martin Henkel spricht der 28-Jährige über Abschiede mit „Polstern“, seine Zukunft – und warum manche Mannschaften zu einer Einheit werden und andere nicht.

Herr Schlager, gibt es in der RB-Akademie eigentlich einen Ort, der nur Ihnen gehört: einen Spind, ein Fach, eine Kiste?
Wir haben ein Zimmer für uns.

Das haben Sie sich gemütlich eingerichtet?
(lacht) Da stand nie viel von mir drin.

Dann mussten Sie wenig einpacken vor Ihrem Abschied.
Ja, das ging schnell. Das Einzige, was ich mitnehme, ist ein Polster.

Polster?
(lacht) Das ist in Österreich ein Kissen.

Was für ein Abschiedstyp sind Sie eigentlich: melancholisch oder pragmatisch?
Ich bin eher ein pragmatischer Abschiednehmer. Ich denke, es ist auch ein Unterschied, ob man gehen muss, weil es keine Perspektive bei einem Klub mehr gibt, oder ob man freiwillig geht.

Drittes Servus für Schlager

Sie gehen nach vier Jahren freiwillig.
Richtig. Es kommt also nicht von heute auf morgen, sondern es war ein Prozess. Und ich empfinde das auch nicht als Abschied für immer, sondern ich werde auf jeden Fall wieder vorbeischauen. Außerdem gehört das Abschiednehmen zum Leben dazu.

Es ist Ihr drittes Servus nach dem aus Salzburg und Wolfsburg. Wie erleben Sie ihn dieses Mal?
Ich schaue auf eine gute Zeit zurück.

Letztes Gespräch in der Kabine: Xaver Schlager und RBlive-Reporter Martin Henkel auf dem Akademie-Gelände.
Letztes Gespräch in der Kabine: Xaver Schlager und RBlive-Reporter Martin Henkel auf dem Akademie-Gelände.
RBlive (privat)

Was genau sehen Sie?
Hmmh … (überlegt)

Den Pokalsieg 2024?
Ich war vorher verletzt und habe im Wettbewerb nicht viel gespielt, wurde im Finale kurz vor Schluss eingewechselt. Das fühlt sich für mich nicht so sehr wie mein Titel an. Eher der Supercupsieg ein paar Wochen später mit dem 3:0 in München bei den Bayern. Das Champions-League-Rückspiel im Bernabéu im Achtelfinale gegen Real Madrid war auch so eine Partie, die mir schnell einfällt. Aber ich werde mich auch viel an das erinnern, was ich in der Stadt schätzen gelernt habe.

Warum manche Mannschaften funktionieren

Was wäre das?
Leipzig hat eine gute Größe. Man kommt schnell von A nach B, es gibt viele Parks und mir haben die alternativen Orte gut gefallen. Ich war viel in Cafés, schönen Cafés. Ich war auch auf ein paar coolen Konzerten.

Allein oder mit RB-Kollegen?
Ich war anfangs viel mit Konny (Laimer, Anm. d. Red.) und Timo (Werner, Anm. d. Red.) unterwegs. Irgendwann ging Konny, Baumi kam (Christoph Baumgartner, Anm. d. Red.). Dann kam Timo zurück, ab dann waren wir oft zu dritt zusammen.

Beste Freunde bei RB: Timo Werner und Xaver Schlager (v.l.)
Beste Freunde bei RB: Timo Werner und Xaver Schlager (v.l.)
Imago Beautiful Sports

Sie verbringen Jahre mit Ihren Mitspielern, sehen sich jeden Tag, sind durch die Spiele emotional in einer Gemeinschaft. Wie verabschiedet man sich voneinander?
Das ist unterschiedlich. Mit einigen baust du eine enge Bindung auf, mit anderen nicht. Und im Fußball ist es ein Kommen und Gehen.

Als Sie 2022 nach Leipzig kamen, trugen Sie noch lange Haare. In welchen Facetten hat Sie die Zeit bei RB geprägt?
Das können andere bestimmt besser über mich sagen. Vermutlich bin ich ruhiger geworden. Was ich sagen kann: Die Zeit ging sehr schnell vorbei. Es fühlt sich wie drei Phasen an: ein sehr guter Start, ich habe die ersten zwei Saisons viel gespielt. Dann war ich lange verletzt und diese Saison war aufstrebend, würde ich sagen.

Es war für Sie nach Kreuzbandriss sowie Knie- und Muskelverletzungen - wie auch für das Team - ein Neustart in dieser Spielzeit. Wieviel Optimismus mussten Sie aktivieren?
Die Spielzeit davor war kompliziert, seien wir ehrlich. Viele verschiedene Charaktere sind aufeinandergetroffen. Aber so ist das Leben. Die Frage war also, welchen Spirit wir aufbauen würden.

Was ist es geworden?
Ein guter Spirit.

Welchen Einfluss nimmt der berühmte Kabinengeist auf eine Saison?
Einen ziemlich großen. Es ist wie in der Schule. Es gibt Klassen, in denen fühlst du dich wohl, du freust dich, die anderen zu sehen. Und dann gibt es Klassen, bei denen ist das nicht so.  So ist das beim Fußball auch. Du triffst Leute, die werden vielleicht die Freunde deines Lebens, du fühlst dich verbunden. Und es gibt Teams, bei denen das nicht der Fall ist.

Nicht jede Kabine funktioniert
Nicht jede Kabine funktioniert
Imago Motivio

Wie überträgt sich das Wohlfühlen auf eine Partie?
Wenn der andere, mit dem ich auf einer guten Wellenlänge bin, einen Fehler macht, dann helfe ich ihm automatisch, das auszubügeln. Wie es halt bei Freunden ist. Das macht den Unterschied.

Wie groß war dieser Faktor in dieser Spielzeit?
Groß, würde ich sagen. Wir haben auch Spiele gezogen, in denen wir nicht überragend gespielt haben. Aber jeder hat sich reingeworfen.

Welchen Anteil hatte Trainer Ole Werner daran?
Das ist wie bei jedem anderen Angestelltenverhältnis: Der Chef sagt was, du kannst dich damit identifizieren, dann gibst du auch selbstverständlich dein letztes Hemd. Das war bei uns und Ole der Fall. Er hat gesagt, wo es langgeht, wir sind hinterhermarschiert.

Patrick Mahomes statt Azteca

Sie verlassen RB und fahren direkt zur österreichischen Nationalmannschaft, mit der Sie an der WM teilnehmen. Sie spielen die Gruppenphase aber nur in den USA, nicht in Mexiko, wo mit dem Azteca einer der Tempel des Weltfußballs steht. Grämt Sie das?
Nein, gar nicht. In dem Stadion, in dem wir spielen werden, wird danach nie wieder Fußball gespielt. Wir werden also wahrscheinlich die Letzten sein, weil es ein Footballstadion ist. Das hat was. Für mich jedenfalls.

Im Stadion der Kansas City Chiefs?
Genau. Ich bin ein großer Football-Fan. Und mir vorzustellen, in dem Stadion zu spielen, in dem Patrick Mahomes den Football herumwirft, finde ich nicht verkehrt.

Ginge es allein um Teamgeist, dürfte Österreich gute Chancen aufs WM-Finale haben.
(lacht) Ja, das wäre wohl so. Wir sind eine richtig gute Truppe, die Stimmung ist fantastisch, wir sind eng beieinander.

Was rechnen Sie sich aus?
Wir wollen die Gruppe überstehen, das ist das erste Ziel. Dann sehen wir weiter. Ich finde aber, dass wir es unbedingt genießen sollten. Wir sind das erste Mal seit 30 Jahren dabei. Das verlangt vor allem nach einer guten Zeit.

"Wir Menschen sind Gewohnheitstiere"

Xaver Schlager

Nach der WM wartet auf Sie ein neues Abenteuer. Wissen Sie schon, wo?
Nein, weiß ich nicht.

Können Sie Ligen ausschließen?
Ich möchte gern nochmal ins Ausland. Das ist die Bundesliga zwar auch, aber für uns Österreicher nicht so wirklich. Bevor Sie fragen: Im Grunde würde ich gern in allen großen Ligen spielen. Ich befürchte aber, so viel Zeit habe ich nicht mehr.

„Ich möchte noch was anderes von der Welt sehen“

Wie muss man sich das vorstellen als ablösefreier Spieler? Ihr Berater legt Ihnen nach der WM fünf, sechs Topangebote vor, Sie wählen entspannt aus?
So läuft das nicht (lacht). Ganz ehrlich, ich weiß noch nicht, wie das laufen wird. Vielleicht hat Messi zehn Angebote vor sich liegen und kann wählen. Oder Mbappé oder Cristiano Ronaldo. Aber nicht ich.

Aber Sie kosten nichts, das macht Sie attraktiv.
Ja, vielleicht. Schlecht bin ich auch nicht (lacht). Aber der jeweilige Klub braucht ja einen Platz für mich. Also muss er vielleicht erst verkaufen, und ich muss warten, ohne zu wissen, ob sich das dann ausgeht. Jeder Klub ist ja in der Regel auf allen Positionen voll besetzt, und auf die Bank will ich mich nicht setzen. Oder du bist für jemanden interessant. Du sagst aber: Ich warte noch eine Woche. Dann denkt der andere: Der ist sich nicht sicher, auf den habe ich keine Lust. Der Markt ist sehr dynamisch. Manchmal geht ein Zeitfenster von eins, zwei Tagen auf und das musst du genau treffen. Dann kann es was Gutes werden.

Wie ist Ankommen eigentlich für Sie?
Die ersten paar Monate sind immer anstrengend. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere, man muss sich an das Neue immer erst wieder herantasten. Aber ich habe mir vor einem halben Jahr gesagt: Ich möchte unbedingt nochmal was anderes von der Welt sehen – das mache ich jetzt.

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