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"Hier habe ich knapp ein Drittel meines Leben verbracht": Nagelsmann und seine sehr spezielle Beziehung zur TSG

Trainer und Mäzen: Julian Nagelsmann im Gespräch mit Dietmar Hopp

Trainer und Mäzen: Julian Nagelsmann im Gespräch mit Dietmar Hopp
Copyright: Imago/Sven Siemon

Julian Nagelsmann und die TSG 1899 Hoffenheim: Das ist eine nicht alltägliche Geschichte im aktuellen deutschen Profifußballer. Denn neun Jahre in einem Verein zu arbeiten - als Jugend und Profitrainer - gehen an keinem spurlos vorbei. Nicht am Ex, und auch nicht an denen, die weiterhin für den morgigen Gegner von RB Leipzig arbeiten. Ein Überblick:

Die Anfänge. Julian Nagelsmann stieß auf Wunsch des damaligen Profitrainers Ralf Rangnick 2010 zur TSG. Zuvor war der zu diesem Zeitpunkt 27-Jährige nach seinem frühen Karrierende als Spieler (Knorpelschaden im Knie mit 20) Co-Trainer der U-17 des FC Augsburg und des TSV 1860 München gewesen, wo er u.a. als Scout für den aktuellen PSG-Trainer Thomas Tuchel tätig war. In Sinsheim arbeitete Nagelsmann zuerst als Co der U-17, die er nach einer Saison übernahm. Anschließend wechselte er zur U-19, war dort wieder Assistent, bevor er diese hauptverantworlich übernahm und zur Deutschen Meistersschaft sowie in der Spielzeit darauf zur Vizemeisterschaft führte.

Früher als geplant Cheftrainer

Aufstieg in den Männerbereich. Bevor Nagelsmann 2016 den A-Kader übernahm, hatte er schonmal mit den Profis gearbeitet. Dezember 2012 wurde er Co-Trainer von Frank Kramer, Marco Kurz und Markus Gisdol (aktuell Trainer in Köl) und erreichte mit Letzterem in der Relegation den Klassenerhalt. Oktober 2015 gab der Verein bekannt, dass Nagelsmann ab Sommer 2016 neuer Cheftrainer wird und zuvor Huub Stevens unterstützt, der am selben Tag vorgesstellt und als "Feuerwehrmann" eingestellt wurde. Als der Niederländer im Februar 2016 Herzrhythmusstörungen bekam, übernahm Nagelsmann ein halbes Jahr früher als geplant.

Tour de Force. In den folgenden drei Spielzeiten vollbrachte Nagelsmann das Wunder von Sinsheim: Er holte die TSG aus dem Abstieggsumpf und führte sie anschließend in die Champions-League-Qualifikation (Niederlage gegen Liverpool) und in der darauffolgenden Saison als Dritter sicher in die Königsklasse. Seine letzte Saison mißriet im auf der Zielgerade aber und er wurde mit Hoffenheim nur Neunter. Bereits vor Meisterschaftsstart hatte er seinen Wechsel nach Leipzig bekanntgegeben.

Everybodys Darling. Nagelsmann hat die TSG von der Pike auf kennengelernt. Dadurch kannte er irgendwann jeden einzelnen Mitarbeiter persönlich und hat zu vielen durch seine unprätentiöse Art Beziehungen aufgebaut. Ob zu Sportchef Alexander Rosen, den er zu seinen wenigen Freunden in der Branche zählt, und der unter der Woche verriet: "Unser Austausch geht weit über das Berufliche hinaus, aber es gibt auch mal Glückwünsche nach Siegen in beide Richtungen. Das ist für mich aber absolut normal. Unser direktes Duell sehe ich völlig unaufgeregt, und ich freue mich, ihn wiederzusehen." Oder zu den Sekretärinnen des Klub, denen er hin und wieder Tee kochte. Selbst zum Süßigkeitenschrank war sein Verhältnis speziell, wie Nagelsmann diese Woche bekannte. Seine Favoriten waren "Nimm zwei"-Bonbons.

Dietmar Hopp muss mir nicht jeden Abend süße Träume wünschen."
Julian Nagelsmann über sein Verhältnis zu TSG-Mäzen Hopp

Verhältnis zu TSG-Mäzen Hopp. Ein Medienbericht hatte diese Woche nahegelegt, dass der Geldgeber und sein früherer Trainer keinen Kontakt mehr zueinander pflegen würden. Nach dem gleichen Muster wie der SAP-Mitbegründer auch den Kontakt zum früheren TSG-Mastermind Ralf Rangnick abgebrochen hätte: aus Mißbilligung. Dem widersprach Nagelsmann vehement: "Nach unserem zweiten Champions-League-Spiel hat Dietmar Hopp mir eine sms geschrieben", so der 32 Jährige. "Und ich nach dem 1:1 der TSG in Wolfsburg. Seitdem haben wir keinen Kontakt mehr gehabt, aber warum auch? Er hat einen neuen Trainer, ich einen neuen Verein. Wir hatten neun sehr gute Jahre zusammen und ich habe gar nicht das Bedürfnis, dass er mir jeden Abend eine sms schreibt und mir 'Gute Nacht' wünscht und 'süße Träume'. Er ist mir nicht bis ans Lebensende zu großem Dank verpflichtet und muss mir dauernd schreiben. Wir sind im sehr Guten auseinander gegangen. Ich habe ihm viel zu verdanken und er mir, denke ich, auch."

Abschied von Hoffenheim. Trotz der letzten Niederlagen zum Abschluss der vorigen Saison lud Nagelsmann die Mitarbeiter zu einem Schiffsausflug auf den Neckar ein. Zuvor hatte er sich mit einem öffentlichen Kochen in Heidelberg von den Fans verabschiedet und ihnen nach der letzten Partie zugerufen: "Das Leben bewegt sich in Kreisen. Geht ihr nach rechts, gehe ich nach links. Irgendwann kreuzt sich der Weg. Wir werden uns auf jeden Fall wiedersehen."

Das Wiedersehen. Beide Seiten freuen sich offenkundig sehr auf das erste Wiedersehen nach der Trennung im Sommer. Nagelsmann sagte: "Der Verein bedeutet mir sehr, sehr viel. Ich habe dort knapp ein Drittel meines Lebens verbracht, habe viele interessante und nette Leute kennengelernt und unglaublich viel gelernt. Deshalb wird das Spiel sehr speziell für mich. Ich freue mich sehr, viele Bekannte wiederzusehen." Rosen äußerte sich stellvertretend für Spieler und Mitarbeiter des Vereins ähnlich: "Ich freue mich sehr, ihn wiederzusehen. Denn Julian ist ein unglaublich sympathischer und kluger Mensch. Mit vielen Leuten bei der TSG pflegt er ein fast freundschaftliches Verhältnis."

(RBlive/mhe)

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