Neue Gerüchte Asllani zum BVB: Funkt RB noch dazwischen?
Der Transfer des kosovarischen Nationalspielers von der TSG Hoffenheim nach Dortmund schien eigentlich beschlossene Sache. Jetzt gibt es neue Gerüchte um ein RB-Interesse am Mittelstürmer. Was würde ein Transfer nach Leipzig für Romulo und Harder bedeuten?
Leipzig/hen – Der Poker um Fisnik Asllani ist nicht zu Ende. Noch vor wenigen Wochen schien der Wechsel des Hoffenheimer Stürmers zu Borussia Dortmund in kosovarischen Medien praktisch beschlossene Sache. Der TV-Journalist Arlind Sadiku berichtete damals sogar, sämtliche Details des Transfers seien geklärt. Auch zahlreiche albanische und kosovarische Sportseiten griffen diese Darstellung auf und feierten den 22-Jährigen bereits als künftigen BVB-Profi.
Neue Gerüchte um Asslani
Inzwischen qualmt es wieder aus der Gerüchteküche. Auf mehreren albanischsprachigen Fußballplattformen und Social-Media-Kanälen taucht RB Leipzig plötzlich erneut als ernsthafte Alternative auf. Schon einmal kursierten Gerüchte um ein Leipziger Interesse. Das war vor sechs Wochen.
Weiterlesen: Was passiert mit Diomande unter Demichelis?
Teilweise wird jetzt spekuliert, der in Berlin geborene Kosovare Asllani tendiere inzwischen eher zum RB-Klub als nach Dortmund. Belastbare Belege gibt es dafür bislang zwar nicht, doch die Personalie ist wieder deutlich offener, als sie vor wenigen Wochen noch wirkte.
Aus RB-Sicht stellt sich allerdings die Frage: Braucht es überhaupt noch einen Mittelstürmer? Auf den ersten Blick lautet die Antwort: Tut es nicht. Mit Romulo investierte der Klub erst vor einem Jahr 20 Millionen Euro in einen klassischen Neuner. Hinzu Conrad Harder sowie Nachwuchsstürmer Samba Konaté. Rein zahlenmäßig herrscht im Zentrum also kein Mangel.
Weiterlesen: RB-Gerücht um Asllani nicht neu
Asslani: robust und viel Tiefgang
Sportlich könnte Asllani trotzdem Sinn ergeben. Der kosovarische Nationalspieler gilt als robuster Strafraumstürmer mit starkem Tiefgang, Wucht und gutem Kopfballspiel (elf Tore, zehn Vorlagen in 35 Partien für Hoffenheim vergangene Saison). Ein Profil, das im aktuellen Leipziger Kader nur eingeschränkt vorhanden ist. Nach den ersten Aussagen von RB-Neu-Trainer Martín Demichelis, der immer wieder von Intensität, Energie und Aggressivität sprach, würde Asllani durchaus ins Anforderungsprofil passen.
Die Verpflichtung hätte allerdings Konsequenzen. Sollte RB tatsächlich rund 30 Millionen Euro investieren, wäre das kaum als Ergänzung zu verstehen. Vielmehr würde sich automatisch die Frage stellen, wer seinen Platz verliert.
Harder unter Druck
Am ehesten würde der Transfer Zweifel an Romulo nähren. Der Brasilianer (neun Tore, vier Vorlagen in 32 Spielen) konnte sich nach seinem Wechsel noch nicht nachhaltig als Stammspieler etablieren. Holt Leipzig nur zwölf Monate später erneut einen teuren Mittelstürmer, wäre das zumindest ein Hinweis darauf, dass intern noch nicht alle vom 23-Jährigen überzeugt sind.
Auch Conrad Harder geriete unter Druck. Der Däne besitzt Wucht und Kampfgeist, ist jedoch eher ein beweglicher Angriffsspieler als ein klassischer Strafraumstürmer. Sollte Demichelis tatsächlich auf mehr Physis und Präsenz im Zentrum setzen, müsste Harder seine Rolle möglicherweise neu definieren – oder sich zunächst mit der Jokerrolle begnügen.