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Erweitertes Kurzarbeitergeld Haben Erstliga-Klubs Anspruch auf Hilfe?

Hilfe in der Krise: Staat unterst├╝tzt Unternehmen u.a. mit Kurzarbeitergeld

Hilfe in der Krise: Staat unterst├╝tzt Unternehmen u.a. mit Kurzarbeitergeld

Keine Spiele, keine Einnahmen: Nach der Empfehlung des DFL-Pr├Ąsidiums, eine Aussetzung des Spielbetriebs in der 1. und 2. Bundesliga mindestens bis zum 30. April zu verl├Ąngern, w├Ąchst bei den 36 Profiklubs der finanzielle Druck. Die Bereitschaft einiger Profis, in der Corona-Krise auf Teile ihres Gehaltes zu verzichten, tr├Ągt vielerorts zur Sicherung der Liquidit├Ąt bei. Doch damit allein scheint es nicht getan. Immer mehr Vereine erw├Ągen, staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. "Auch wenn wir noch keine betriebsbedingten K├╝ndigungen aussprechen m├╝ssen, so denken wir ├╝ber Ma├čnahmen wie Kurzarbeit nach", sagte Hertha-Gesch├Ąftsf├╝hrer Ingo Schiller.

Reger Gebrauch in unteren Ligen

Landesweit gibt es einen Ansturm von Unternehmen auf das erweiterte Kurzarbeitergeld. Die Bundesagentur f├╝r Arbeit ├╝bernimmt dabei 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns. Bei Arbeitnehmern mit Kind sind es 67 Prozent. Auch Fu├čballklubs k├Ânnen diese Hilfe in Anspruch nehmen. Vor allem Dritt-und Viertligisten machen davon rege Gebrauch. "Wie viele andere Unternehmen und Vereine der Region sind auch wir in dieser sehr schwierigen Situation von der Existenz bedroht. Deshalb m├╝ssen wir nun auch die staatlichen Ma├čnahmen in Anspruch nehmen", sagte Mario Kallnik, Gesch├Ąftsf├╝hrer des Drittligisten Magdeburg der "Volksstimme".

F├╝r Profis aus den Topklubs mit ├╝ppigen Geh├Ąltern ist das jedoch kein Thema. Schlie├člich liegt die Beitragsbemessungsgrenze f├╝r Kurzarbeit im Westen bei derzeit 6900 Euro, im Osten bei 6450 Euro monatlich. Allerdings k├Ânnten Vereinsangestellte in den Clubs aus der 1. und 2. Liga betroffen sein. So schickt der Zweitliga-Neunte Hannover 96 einen Teil seine Gesch├Ąftsstellen-Mitarbeiter vom 1. April an in Kurzarbeit. Mit den Profis soll separat ├╝ber Gehaltsverzicht geredet werden. Auch die Ligakonkurrenten Aue und Dresden f├╝hrten Kurzarbeit ein.

Nach Sch├Ątzungen des Fachmagazins "Kicker" zahlen die Bundesligisten etwa insgesamt 22 Millionen Euro f├╝r die Mitarbeiter in Handel und Verwaltung. In der 2. Liga soll diese Summe bei etwas f├╝nf Millionen Euro liegen. Die Einsparpotenziale sind deshalb auch in diesen Personalbereichen gro├č.

Unbekanntes Terrain

In den unteren Ligen wird die M├Âglichkeit der Kurzarbeit inzwischen stark genutzt. Auch Traditionsclubs wie Preu├čen M├╝nster, Rot-Weiss Essen, SV Meppen, Eintracht Braunschweig, 1. FC Kaiserslautern oder Hansa Rostock sahen sich zu diesem Schritt gezwungen. In allen F├Ąllen, in denen auch die Spieler davon betroffen sind, mussten diese - gem├Ą├č gesetzlicher Regelung - diesem Schritt zustimmen. "Die Kurzarbeit kann von dem jeweiligen Spieler abgelehnt werden, wenn es diesbez├╝glich keine tarifvertragliche Regelung oder eine Betriebsvereinbarung gibt", sagte Kolja Hein, Rechtsanwalt f├╝r Arbeits- und Sportrecht in Hamburg, dem "Kicker".

Weil sich viele Fu├čballklubs beim Thema Kurzarbeit auf bisher unbekanntes Terrain begeben, hat der DFB eigens ein Merkblatt erstellt. Zudem suchen viele Spieler juristischen Rat bei der Vereinigung der Vertragsfu├čballspieler (VDV). "Die Nachfrage ist betr├Ąchtlich - vor allem aus der 3. Liga und der Regionalliga", sagte VDV-Gesch├Ąftsf├╝hrer Ulf Baranowsky der Deutschen Presse-Agentur.

Eine der vielen kniffligen Fragen ist, ob von Kurzarbeit betroffene und nach Hause geschickte Spieler nicht mehr verpflichtet sind, sich fitzuhalten. "Die arbeitsvertragliche Pflicht entf├Ąllt lediglich bei der sogenannten Kurzarbeit null. Bei einer reinen Reduzierung bez├╝glich der Stunden entf├Ąllt diese Pflicht nicht", kl├Ąrte Jurist Hein auf. (RBlive/dpa)

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