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Keine Inzidenzgrenze mehr Macht Sachsen nun doch den Weg für Modellprojekte zur Fanrückkehr frei?

Bald wieder besetzte Sitzschalen?

Bald wieder besetzte Sitzschalen?

Das Ringen um den Umgang mit der Corona-Pandemie und ihren vielfältigen Auswirkungen auf Gesundheit und Gesellschaft spiegelt sich momentan auch bei der Frage: Wie verfahren mit den Modellprojekten zur Rückkehr von Fans in Stadien und Hallen, wie sie die beiden Leipziger Klubs RB (Fußball) und DHfK 8Handball) für Anfang April geplant hatten?

Kein Projekt, auch kein Spiel?

Am Montag war der Testlauf im Fußball mit der Rückkehr von 999 Fans zum Spiel RB gegen den FC Bayern von Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung abgesagt worden. Zu bedrohlich angeblich die sog. "dritte Welle". Seitdem am selben Tag dann auch die Ministerpräsidentenkonferenz vorüber war, steht sogar die Partie selbst auf der Kippe. Deutschands Ministerriege samt Bundeskanzleramt haben einen Oster-Lockdown beschlossen, in den der Spieltag der Bundesliga nach der Länderspielpause fällt.

Jetzt aber gibt es die nächste Volte. Sachsen will mit seiner neuen Corona-Verordnung die Inzidenzgrenze für die Modellprojekte, zuvor bei 100 verankert, kippen - und zwar von heute an. So kündigte es Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping an. "Das war uns ein wichtiges Anliegen, um zu zeigen, wie Öffnungen unter Pandemiebedingungen möglich sein können. Daher ändern wir die momentane aktuelle Corona-Schutzverordnung in einem Punkt. Das heißt, dass wir dort die Inzidenzabhängigkeit von 100 gestrichen haben", sagte Köpping.

Laut der SPD-Politikerin befinde man sich bei den Anträgen der Leipziger Klubs aber "noch in der Abstimmung". Am Montag hatte Leipzigs OBM Jung Veranstaltungen mit Zuschauern als illusorisch eingestuft, war dabei aber von einer Kopplung an eine Sieben-Tages-Inzidenz von 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner ausgegangen.

Köpping: "Ist möglich"

Nun steht beiden Klubs eine Zeit der Unwissenheit bevor. Denn es ist schlicht alles möglich. Laut Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer arbeitet der Bund aktuell an einer Rechtsverordnung, um Fragen wie den Umgang mit Profi-Sport über die Ostertage zu klären. Das Bundesland will für Gründonnerstag und Karsamstag ein Arbeitsverbot erlassen, mit Ausnahmen lediglich für systemrelevante Berufe.

Die zwei federführenden Klubs finden das Umdenken bei der Inzidenzgrenze gut. "Gerade Modellprojekte eignen sich gut, inzidenzunabhängig betrachtet zu werden. Vor diesem Hintergrund begrüßen wir die jüngsten Signale der Landesregierungzur zur Umsetzung von Modellprojekten sehr", sagte RB-Direktor Ulrich Wolter.

Sowohl RB als auch der SC DHfK arbeiten mit Experten des Uniklinikums Halle zusammen. Beide Modellprojekte sind darauf ausgelegt, bis in den Juni hinein zu laufen. Dadurch erhoffen sich die Parteien fundierte Erkenntnisse und Daten für die Zeit nach dem Sommer. Das Ziel besteht darin, dann unter Berücksichtigung von Hygienekonzepten und Teststrategien wieder mehr als 1000 Zuschauer zuzulassen. (RBlive/hen/dpa)