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von Ullrich Kroemer

So spannend wie selten: Die Ursachen für das Gerangel an der Tabellenspitze

Wer strauchelt? RB Leipzigs Yussuf Poulsen gegen Bayern Münchens Joshua Kimmich

Wer strauchelt? RB Leipzigs Yussuf Poulsen gegen Bayern Münchens Joshua Kimmich
Copyright: imago/Laci Perenyi

Die Saison ist noch jung, doch RB Leipzig hat bereits jeden Spieltag aufs Neue ein Spitzenspiel vor der Brust. Die Partien gegen Gladbach, Bayern, Schalke und Leverkusen waren allesamt Duelle um die Spitzenpositionen der Fußball-Bundesliga. In den kommenden beiden Spielen warten in Wolfsburg und Freiburg erneut Teams, die aktuell auf den Champions-League-Rängen stehen. Die halbe Liga ist derzeit im Rennen um das europäische Geschäft dabei; die Tabellenkonstellation so spannend, wie seit 13 Jahren nicht mehr, als der VfB Stuttgart Meister wurde. Die ersten sieben Teams trennen nur zwei Zähler. Und dahinter lauern noch Dortmund, Frankfurt und Hoffenheim, die bislang unter Niveau agierten.

So stellte Alt-Bundestrainer Berti Vogts nach dem Sprung von Borussia Mönchengladbach an die Tabellenspitze die berechtigte Frage: „Ist das eine neue Breite in der Spitze, oder haben wir zu viel Durchschnitt in der Bundesliga?” Eine Analyse:


Viele neue Trainer bedeuten viele unbekannte Situationen

Wohl noch nie – die Anfangstage ausgenommen – gab es in der deutschen Eliteliga so viele Trainerneulinge wie in dieser Saison. Bei den aktuellen Spitzenteams Mönchengladbach, Wolfsburg und Schalke arbeiten ebenso wie in Hoffenheim, Köln, Paderborn sowie bei Hertha und Union Fußballlehrer, die zuvor noch nie in der Bundesliga tätig waren. Ralf Rangnick, der die Situation derzeit als internationaler Red-Bull-Fußballberater und RBL-Ratgeber von innen und außen betrachtet, erklärt im Gespräch mit der Mitteldeutschen Zeitung/RBlive: „Eine Konsequenz daraus ist, dass es zu vielen unbekannten Situationen vor allem in der Gegnervorbereitung kommt, sodass die Frage, wie ein gegnerischer Trainer reagieren wird, schwer zu beantworten ist oder vielleicht nur darüber spekuliert werden kann.”

Es gibt aktuell viele taktisch ausgeprägte Partien
Ralf Rangnick

Die Teams haben sich taktisch verbessert

Eine Konsequenz dieser neuen Trainergeneration, von denen viele im Umfeld von Rangnick als Trainer ausgebildet wurden, ist, dass die Teams taktisch noch besser eingestellt sind. Auch Schalke, Wolfsburg, Mönchengladbach oder Köln können mittlerweile hohes Angriffspressing mit hervorragend organisierten Pressingreihen spielen. Das musste RB etwa bei der Heimniederlage gegen Schalke erfahren. Auch den Wolfsburgern bescheinigt Nagelsmann „RB-Stil”. Rangnick hat beobachtet: „Es gibt aktuell viele taktisch ausgeprägte Partien, in denen es darum geht, dem Gegner nichts zuzugestehen, das heißt, in erster Linie Fehler zu vermeiden.” Auch ein Grund für das Gerangel um die Spitzenpositionen.


Die Favoriten suchen noch ihre Topform

Dass Bayern München und Borussia Dortmund derzeit nicht enteilt sind, hat unterschiedliche Ursachen. Die Münchner müssen sich nach den Abgängen von Arjen Robben und Franck Ribery sowohl hinsichtlich ihrer Spielausrichtung als auch ihrer Teamhierarchie neu finden. Wie unter anderem im Spiel bei RB Leipzig oder zum Auftakt gegen Hertha zu sehen war, lässt sich der Rekordmeister durch unglückliche Spielsituationen derzeit leichter als zuvor aus dem Konzept bringen. Den Dortmundern fehlt der Killerinstinkt, um Führungen nach Hause zu bringen und Spiele zu drehen. Auch, weil die BVB-Künstler viele Situationen ausschließlich spielerisch lösen wollen und dabei Grundtugenden vernachlässigen. Bei den Laufleistungen ist der BVB im Gegensatz zur Vorsaison nur noch Bundesliga-Durchschnitt. So fehlt Konstanz.


Fazit: Höhere Attraktivität, höhere Professionalität

Veränderungen bei den Klubs durch neue Trainer, Strukturen, Spieler führen aktuell zu einem ausgeglichenerem Tableau als gewohnt. „Es ist wie in einer Herde, wo es durch Veränderungen zu Verschiebungen in der Hierarchie kommen kann”, sagt Nagelsmann. „Doch es steigert die Attraktivität, wenn man nicht schon im Oktober weiß, wer am Ende in den Top vier ist.”

Sein Vorgänger Rangnick sieht keinen Qualitätsverlust im internationalen Vergleich. Es sei „immer gut, viele Klubs auf gutem Niveau in einer Liga zu haben. Dafür brauchen wir gute Trainer und natürlich gute Spieler. Ich denke, dass die Bundesliga das bietet. Die Vereine arbeiten gut und professionell und dadurch rücken sie enger zusammen.”

Wollen nicht nur einen guten Start haben und dann Motorversagen
Julian Nagelsmann

Dass die Klubs auch nach Ende der Hinrunde noch so eng beisammen sind, bezweifelt Rangnick. So könne man etwa erst ab November die Einkaufspolitik der Vereine wirklich bewerten, wenn englische Wochen am Stück zehren. So betont Nagelsmann: „Wir wollen in dem Rennen nicht nur einen guten Start haben und danach Motorversagen, sondern dass der Motor lange hält und man durchfahren kann. Am Schluss wird abgerechnet.” (RBlive)

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